Die völkerrechtliche Regulierung der für die Meeressäuger belastenden Meeresnutzungen am aktuellen Beispiel des Unterwasserlärms (Teil 1)

Die „Freiheit des Meeres“ ist ein zweideutiger Begriff. Man kann ihn als Unberührtheit der Meeresnatur verstehen – aber auch als Freiheit zur Nutzung und Ausbeutung des Meeres durch den Menschen. Früher war die erste Deutung kaum von Belang. Dass das Meer, soweit möglich, genutzt wird, war hingegen nahezu selbstverständlich. Der einzige völkerrechtliche Konflikt, der gesehen wurde, war der, ob Besitz- und Nutzungsansprüche einzelnen Staaten oder nur der Staatengemeinschaft insgesamt i.S.d. „freiheitlichen“ Nutzung zustehen. Schon früh wurden aber Belastungen sichtbar: Stoffe, z.B. Öl oder Müll, beschädigen das marine Ökosystem. Der Mensch versucht, dem entgegenzuwirken. Der Blickwinkel hat sich also geändert: Der Mensch hat erkannt, dass er durch rücksichtslose Nutzung das marine Ökosystem zerstört und dieses eines gewissen Schutzes bedarf. Der Konflikt zwischen Nutzung und Schutz der Natur ist ihm bewusst geworden.

Der vorliegende Aufsatz beinhaltet eine überblicksartige Bestandsaufnahme, ob und wie der Mensch den Konflikt bewältigt. Der Anschaulichkeit wegen konzentriert sie sich auf ein Beispiel: den Schutz mariner Säuger vor den Auswirkungen anthropogener Meeresnutzung. Die Nutzungsmöglichkeiten des Meeres sind vielfältig. Dasselbe gilt für ihre Auswirkungen, die sich nicht in der Verschmutzung und Einleitung von Stoffen erschöpfen. Sie alle zu betrachten, würde den Rahmen sprengen. Der Blick soll daher auf eine aktuelle Problematik gerichtet werden: Viele Nutzungen, v.a. Anlagenerrichtung und -betrieb, Schiffsverkehr und Meeresforschung, verursachen nicht-stoffliche Schallemissionen. Wie die Menschen sind marine Säuger nicht vor deren negativen Auswirkungen gewahrt.



Copyright: © Lexxion Verlagsgesellschaft mbH
Quelle: EurUp 03/2012 (Juni 2012)
Seiten: 10
Preis: € 25,00
Autor: Dipl.-Jur. Henry Hahn

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