Entwicklung einer alternativen Steuerungsstrategie in trockenen Jahren und ihre Einführung in die öffentliche Akzeptanz

Um in trockenen Jahren das vorhandene Wasser in der Edertalsperre wirksamer für das Gesamtsystem nutzen zu können, wurde die sogenannte Triggerlinie vom WSA Hannoversch-Münden entwickelt. Wenn der Wasserstand der Edertalsperre unter die Triggerlinie fällt, wird ein Wassersparmodell ausgelöst. Es wurde in Abstimmung mit den Nutzern entschieden, dann den Zielwasserstand am Pegel Hann. Münden um 5 cm auf 1,15 m herabzusenken, um das gesparte Wasser länger im System zu halten. Der Pilotbetrieb kam 2015 erstmals zum Einsatz und die Schifffahrt im Flusssystem wurde so um mehrere Wochen verlängert.

Die Zweckbestimmung der Edertalsperre ist die Niedrigwasseraufhöhung für die Schifffahrt an der Oberweser, Hochwasserschutz und Energieerzeugung. In Laufe der letzten 100 Jahre kamen weitere Nutzungen hinzu, die zwar nicht in die Zweckbestimmung mit aufgenommen wurden, dennoch bei der Bewirtschaftung beachtet werden müssen. Die konkurrierenden Ansprüche an die Nutzung des Edertalsperrenwassers für die Zweckbestimmung und die weiteren Nutzungen erfordern eine sehr sensible Steuerung, welche häufig in der Öffentlichkeit thematisiert wird. In trockenen Jahren steht nicht genug Wasser für eine gesamtumfängliche Wasserbewirtschaftung für die gesamte Saison zur Verfügung. Daher ist es erforderlich, frühzeitig Wasser zu sparen und so das Saisonende zu verlängern.
Problematisch ist dabei, zwischen den Nutzern zu vermitteln, die dafür notwendigen Einschränkungen frühzeitig zu akzeptieren und eine allgemein anerkannte Regel zu finden, nach der die Abgabe eingeschränkt wird, um die Saison zu verlängern.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 06/2016 (Juni 2016)
Seiten: 4
Preis: € 10,90
Autor: Dipl.-Ing. Jiri Cemus
Thomas Lippel

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