Der Kreis schließt sich: Pkw-Schredder-Rückstände – ein aufwändig zu trennender Materialmix

Die Richtlinie 2000/53/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über Altfahrzeuge besagt, dass die Wiederverwendung und Verwertung bei allen Altfahrzeugen bei mindestens 95 Prozent des durchschnittlichen Fahrzeuggewichts liegen soll. Das französische Unternehmen Guy Dauphin Environment (GDE) Recyclage hat das Ziel klar gesteckt: Mindestens 85 Prozent der Pkw-Schredder-Rückstände sollen verwertet und 10 Prozent energetisch genutzt werden.

Foto: Steinert Elektromagnetbau (18.04.2017) Vor über 100 Jahren wurde GDE Recyclage als Familienunternehmen gegründet. Auch heute noch befindet sich die Firmenzentrale in Rocquancourt in der Normandie. Das Unternehmen erzeugt mehrere Millionen Tonnen Sekundärrohstoffe. Eines der Hauptgeschäftsfelder liegt im Sammeln, Schreddern und Aufarbeiten von Altfahrzeugen. Zum Unternehmen gehören über 75 Sammelstellen in ganz Frankreich, fünf Schredderbetriebe sowie mehrere Post-Schredder- Aufbereitungsanlagen.
Neben dem laufenden Betrieb arbeitete GDE intensiv an der Weiterentwicklung der Recyclingtechniken. 2011 wurde in den neuen Recycling Campus in Rocquancourt investiert. Ein Folgeprojekt hatte das Ziel, die Recyclingraten signifikant zu erhöhen. Material, das zuvor als nicht aufbereitbar galt, wird nun zuverlässig zurückgewonnen und so eine wichtige Lücke im Recycling-Prozess geschlossen. Damit ist Olivier Pitavy, Development Project Manager bei Ecore B.V., mit seinem Projekt einen großen Schritt weiter, um das von der EU vorgegebene Ziel einer 95-prozentigen Recyclingquote zu erreichen. „Nicht alle Unternehmen schaffen das. Für Unternehmen wie uns, die diese großen Mengen verarbeiten, ist am Ende wichtig, Equipment so einzukaufen, dass die aufbereiteten Sekundärrohstoffe profitabel verkauft werden können“, so der Manager...

Unternehmen, Behörden + Verbände: Guy Dauphin Environment S.A. (GDE, Wissembourg, F); Steinert Elektromagnetbau GmbH (Köln)
Autorenhinweis: Michaela Kessemeier, Steinert Elektromagnetbau
Foto: Steinert Elektromagnetbau



Copyright: © Deutscher Fachverlag (DFV)
Quelle: Nr. 2 - April 2017 (April 2017)
Seiten: 2
Preis: € 3,00
Autor: Michaela Kessemeier

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