Flexibilität gefragt: Kunststoffteile verkomplizieren das Recycling in der Automobilindustrie

Kunststoffteile aus der Automobilindustrie stellen besondere Ansprüche an das Recyclingverfahren, damit das recycelte Produkt zur weiteren Verwendung geeignet ist. Die Beseitigung von Gerüchen und Fremdstoffen durch Hochvakuum-Absaugung und Schmelzefiltrierung sowie der Einsatz von Additiven für das Upcycling sind Schlüsselfaktoren, die einbezogen werden müssen. Ein Unternehmen aus Österreich hat sich auf Anlagen zum Kunststoff-Recycling aus der Automobilindustrie spezialisiert.

Foto: Starlinger & Co. GmbH (27.10.2015) Der Einsatz von Kunststoffen im Automobilbau steigt seit 20 Jahren kontinuierlich. Hauptgrund dafür ist die Reduzierung des Fahrzeuggewichtes: Ein leichteres Auto verbraucht weniger Treibstoff; dies bedeutet wiederum weniger Abgase und einen geringeren Ölverbrauch. Kunststoffe sind außerdem korrosionsbeständig, bieten durch Elastizität und Nachgiebigkeit zusätzliche Sicherheit, haben sehr gute Wärmedämmeigenschaften, senken den Geräuschpegel und ermöglichen optimale Raumnutzung. Heute haben Fahrzeuge einen durchschnittlichen Kunststoffanteil von 12 bis 15 Prozent. Bei einem durchschnittlichen Eigengewicht von 1.300 kg wären dies 150 bis 200 Kilogramm Kunststoff pro Auto. Diese Zahlen zeigen deutlich das enorme Verwertungspotential für Kunststoffe aus dem Automobilbereich.
Die EU-Richtlinie 2000/53/EG über Altfahrzeuge wurde durch die Umsetzung passender Sammelsysteme für Altfahrzeuge und durch strengere Umweltauflagen zum Triebmotor für das Recycling in der Autoindustrie...

Unternehmen, Behörden + Verbände: Starlinger & Co. GmbH, Wien
Autorenhinweis: Sigrid Eder, Starlinger & Co. GmbH
Foto: Starlinger & Co. GmbH



Copyright: © Deutscher Fachverlag (DFV)
Quelle: Nr. 11 - November 2015 (Oktober 2015)
Seiten: 3
Preis: € 0,00
Autor: Sigrid Eder

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