Thermische Abfallbehandlung als Beitrag zum Ressourcenschutz

Die Thermische Abfallbehandlung (TAB) in Deutschland hat mit den rund 100 Anlagen (Müllverbrennungsanlagen (MVA) und Ersatzbrennstoffkraftwerke (EBS-KW)) und einer Kapazität von rund 25 Mio. t. im internationalen Vergleich eine herausragende Stellung bzgl. Umweltverträglichkeit, Energieeffizienz, Wirtschaftlichkeit und sozialer Verantwortung. Die ITAD bekennt sich ausdrücklich zu einem hochwertigen und transparenten Recycling (werkstoffliche Verwertung) und die ITAD tritt somit für eine nachhaltige Abfallwirtschaft ein. Des Weiteren sind aber auch eine effiziente und umweltverträgliche Mitverbrennung von qualitätsgeprüften Abfällen (SBS) in Zement- und Kohlekraftwerken mit entsprechender vorgeschalteten Sortier- und Aufbereitungsanlagen sowie die Deponierung für inerte und schadstoffhaltige Abfälle als weitere Standbeine einer modernen Abfallwirtschaft erforderlich.

Die thermische Behandlung von Abfällen wird in der Öffentlichkeit, Politik und Wissenschaft häufig sehr kritisch hinsichtlich Emissionen und Ressourcenschutz betrachtet. Insbesondere MVAn stehen hier in der Kritik. Nachdem die MVAn in den achtziger Jahren noch als „Dreckschleudern“ galten, hat sich der Focus in jüngster Zeit auf die „Ressourcenvernichtung“ konzentriert. Die Emissionswerte liegen seit vielen Jahren weit unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte. Die „Brundtland-Kommission“ hat 1987 den Begriff der nachhaltigen Entwicklung geprägt. Unter den Prozess einer nachhaltigen Entwicklung versteht man die Verbindung von wirtschaftlicher Entwicklung mit dem Schutz der Umwelt und den natürlichen Lebens Grundlagen sowie den sozialen Erfordernissen. Bei dem Thema Ressourcenschutz steht häufig der Umweltschutz mit weitem Abstand an der Spitze der Betrachtung, gefolgt von der Wirtschaftlichkeit („soweit dies technisch möglich und wirtschaftlich zumutbar ist“§7 Abs. 4 KrWG). Geringe Gedanken macht man sich i. d. R. hingegen bei den sozialen Komponenten. Einhergehend mit dem steigendem Konkurrenzdruck der Markteilnehmer (sinkende Abfallmengen, geringere Energieerlöse für Energieproduzenten aber gleichzeitige Verteuerung von Energie bei Energieverbrauchern, Internationalisierung, schärfere Umweltauflagen, etc.) sinkt scheinbar die Bereitschaft, sich mit wissenschaftlich nachvollziehbaren und transparenten Fakten zu beschäftigen.
Hier spielen derzeit insb. drei Stoffströme eine wesentliche Rolle:
• Metalle (Fe- und NE Metalle)
• Kunststoffe und
• Bioabfälle.
Die ITAD versucht durch Aufklärungsarbeit mehr Sachlichkeit in die Diskussion um eine zukunftsfähige Abfallwirtschaft in Deutschland einzubringen. „Recyclinglügen“ und „Ökomärchen“ bringen uns langfristig nicht weiter und diskreditiert die Abfallwirtschaft als Branche. Letztendlich sollte es allen Bereichen der Abfallwirtschaft darum gehen, die Ressource Abfall bestmöglich zu nutzen. Hierbei ergänzen sich hochwertiges Recycling und die energetische Verwertung.



Copyright: © Universität Stuttgart - ISWA
Quelle: Ressourceneffizienz- und Kreislaufwirtschaftskongress 2014 (September 2014)
Seiten: 25
Preis inkl. MwSt.: € 12,50
Autor: Martin Treder

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