Motorische Verwertung bei Schwachgaskonzentrationen bis 30% Methan

Durch die im Jahr 1993 erlassene 3. Allgemeinen Verwaltungsvorschrift „Technische Anleitung Siedlungsabfall“ wurde festgelegt, dass die Ablagerung unbehandelter Abfälle mit hohem Gehalt an biologisch abbaubarer organischer Substanz bis zum 01.06.2005 beendet werden musste. Dies hatte zur Folge, dass alle Deponiebetreiber von diesem Zeitpunkt an mit einem stark veränderten Müllaufkommen zu tun hatten, was sich schlussendlich auch auf den an der Deponie herrschenden Gashaushalt auswirkte. Verstärkt wurde dieser Effekt im Wesentlichen noch durch die im Jahr 2002 verabschiedete Abfallverordnung, die bei der Deponiestilllegung oder der Stilllegung eines Deponieabschnittes die Aufbringung einer Oberflächenabdichtung ob als Temporär- oder als Endabdeckung fordert.

Die Umsetzung dieser Maßnahmen führte zu massiven Einbrüchen, was das Deponiegasaufkommen und die damit verbundene Deponiegasqualität betrifft. Hatte man bis 2005 bei der motorischen Verwertung des Deponiegases alle technischen Herausforderungen, wie Kondensat im Gas, Siliziumablagerungen im Brennraum, etc. gemeistert und die Deponiegasverwertung standardisiert, wurde man nunmehr mit zurückgehenden Gasmengen und Gasqualitäten konfrontiert, die die Entwicklung wiederum neuer Technologien und Verfahren zur Schwachgasbehandlung und -verwertung nach sich ziehen. Und so wurden die bestehenden Deponiegasverwertungsanlagen mehr und mehr den gastechnischen Gegebenheiten angepasst. Dies erfolgte meist durch eine Verkleinerung des auf der Deponie betriebenen Gasmotors, was wiederum eine Verringerung der auf der Deponie anfallenden Stromproduktion zur Folge hatte.
In dieser Situation befand sich auch die Green Gas Germany GmbH aus Meerbusch, die auf verschiedenen Standorten Grubengas- bzw. Deponiegasverwertungsanlagen betreibt. Abnehmende Gasvolumenströme und Gasqualitäten in Bereich bis 40 Vol.-% Methan machten den Betrieb der Anlagen Zusehens schwerer. Die Folge war die Reduzierung des Volumenstromes zur Stabilisierung der Gasqualität und dem damit verbundenen Betrieb des Gasmotors im Teillastbereich. An dieser Stelle angekommen, suchte man händeringend am Markt nach einer technisch auskömmlich und finanziell machbaren Lösung. Diese sollte in erster Linie auf die, auf den Standorten vorhandene Anlagentechnik zurück greifen. Weiterhin sollte versucht werden, die Stromproduktion an den einzelnen Standorten stabil zu halten. Hieraus erwuchs die Idee sich ganz und gar auf die Gastechnik zu konzentrieren. Herausgekommen ist ein Verfahren zur motorischen Verwertung von niederkalorischen Gasen, was bis zu einem Methananteil von 30 Vol.-% einsetzbar ist. Was bis dato nur unter einem sehr hohen finanziellen Investitionsaufwand möglich war, kann nun mit einer speziellen, von Green Gas Germany patentierten Gasvormischtechnik, dem sog. „Tandemmischer“ erreicht werden.



Copyright: © Verlag Abfall aktuell
Quelle: Band 21 - Stilllegung und Nachsorge von Deponien 2013 (März 2013)
Seiten: 9
Preis: € 3,60
Autor: Jörg Simon

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