Erfahrungen beim Bau von Fischaufstiegsanlagen

Fischaufstiegsanlagen sollen die Biotope der Gewässerfauna längs des Gewässers miteinander verbinden. Vorgaben für Planung und Ausführung sind zwar vorhanden, sie müssen aber an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst werden.

Das DWA-Merkblatt 509 macht detaillierte Vorgaben zur Planung und Ausführung von Fischaufstiegsanlagen. Von den Verfassern wurden in den letzten Jahren zahlreiche derartige Anlagen geplant und die Ausführung überwacht. Hierbei mussten verschiedene Probleme gelöst werden, um die Ziele des Biotopverbundes unter den unterschiedlichen Rahmenbedingungen zu erfüllen.

Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeiten war die Anpassung von Raugerinne – Riegel – Beckenpässen an die unterschiedlichen Baugrundverhältnisse und hydrologischen Gegebenheiten sowie deren Feineinstellung und Reparatur. Hier hat sich eine Kombination der Natursteinbauweisen mit Stulpwänden bewährt.

Weiterhin mussten beim Ersatz von Abstürzen durch Sohlgleiten in der Nähe von Gebäuden die Veränderungen der Grundwasserstände beachtet werden. Dies erfolgte durch parallel geführte Stau- und Dränsysteme. In der freien Landschaft sollte beim Umbau von Sohlschwellen und Kulturwehren auch eine Abwägung zwischen den im Merkblatt 509 detailliert formulierten Anforderungen an eine Fischaufstiegsanlage und dem Ziel einer eigendynamischen Gewässerentwicklung erfolgen.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasser und Abfall 01-02/2014 (Februar 2014)
Seiten: 4
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Dipl.-Ing. Frank Spundflasch
Dipl.-Ing. Tim Schiemenz
Prof. Dipl.-Ing. Rolf Johannsen

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