Fischschutz und Fischabstieg im Dialog – Forum „Fischschutz und Fischabstieg“

Das Thema Fischschutz und Fischabstieg ist seit längerem Gegenstand umweltpolitischer, umweltrechtlicher und fachlicher Diskussionen, wobei deren Intensität in den letzten Jahren zugenommen hat. Dies war Veranlassung zur Gründung des „Forums Fischschutz und Fischabstieg“. Grundsätzliches Ziel ist es, in den Jahre 2012 bis 2014 einen offenen Austausch zu den verschiedenen Aspekten des Themas zu ermöglichen und ein gemeinsames, bundesweit einheitliches Verständnis darüber zu fördern, welche Anforderungen und Lösungen nach dem derzeitigen Stand des Wissens und der Technik dem Fischschutz und Fischabstieg und dem Erhalt und der Etablierung von Fischpopulationen zu Grunde zu legen sind. In diesem Beitrag wird der aktuelle Stand dieses Prozesses dargestellt.

Das Thema Fischschutz und Fischabstieg ist seit längerem Gegenstand umweltpolitischer, umweltrechtlicher und fachlicher Diskussionen, wobei deren Intensität in den letzten Jahren durch den Umsetzungsprozess der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) und der damit in Zusammenhang stehen Änderungen im Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zugenommen hat. Im Jahr 2010 haben die Bundesländer der EU-Kommission gemeinsam für jede der 10 Flussgebietsgemeinschaften Deutschlands Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme vorgelegt, die Auskunft über den Zustand der Gewässer geben und den Handlungsbedarf für das Erreichen der WRRL-Gewässerschutzziele darlegen. Eine der zentralen Aussagen ist, dass das Ziel der Richtlinie der „gute ökologische Zustand“ bzw. das „gute  ökologische Potenzial“ in nur 14 % der Fließgewässerstrecken (<10 % der Fließgewässer-Wasserkörper) erreicht wird. Aufgrund der Indikatoreigenschaften der bewertungsrelevanten biologischen Qualitätskomponenten (Fischfauna, Makrozoobenthos, Makrophyten) lässt sich diese Zielverfehlung in den Fließgewässern auf Nährstoffbelastungen, hydromorphologische Defizite und fehlende Durchgängigkeit zurückführen. Die von den Bundesländern in den Maßnahmenprogrammen festgelegten Maßnahmen zielen daher vor allem auf Verbesserungen in diesen defizitären Bereichen ab.



Copyright: © Springer Vieweg | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
Quelle: Wasserwirtschaft 10/2013 (Oktober 2013)
Seiten: 6
Preis inkl. MwSt.: € 10,90
Autor: Stephan Naumann
Prof. Dr.-Ing. Stephan Heimerl

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