Schulze: Reparieren statt Wegschmeißen

Neue EU-Vorschriften regeln, dass zahlreiche Produkte ab dem 1. März 2021 leichter repariert werden können


K√ľhlschr√§nke, Sp√ľlmaschinen, Waschmaschinen, Fernseher und weitere Produkte m√ľssen ab dem 1. M√§rz strengere Anforderungen an die Reparierbarkeit erf√ľllen. Ab dann werden die EU-weit vereinbarten neuen √Ėkodesign-Regeln angewendet. Die Hersteller m√ľssen demnach k√ľnftig Ersatzteile √ľber einen bestimmten Zeitraum vorhalten und die betreffenden Produkte so gestalten, dass Komponenten mit herk√∂mmlichen Werkzeugen zerst√∂rungsfrei auseinandergebaut werden k√∂nnen. Auch m√ľssen Reparaturinformationen mitgeliefert werden. Das Ziel der neuen Regelungen im Rahmen der √Ėkodesign-Richtlinie ist es, dass Produkte eine l√§ngere Lebensdauer haben.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: "Reparieren statt wegschmei√üen ‚Äď das wird k√ľnftig leichter als bisher. Eine Waschmaschine oder ein Fernseher muss k√ľnftig nicht mehr weggeworfen werden, nur weil ein kleines Teil des Ger√§ts nicht mehr funktioniert. Alle Neuger√§te m√ľssen ab dem 1. M√§rz leichter reparierbar sein. Wenn Ger√§te l√§nger halten, schont das nicht nur wertvolle Ressourcen und das Klima, sondern auch den Geldbeutel. Ersatz f√ľr Kleinteile wie beispielsweise Spr√ľharme, Dichtungen oder Besteckk√∂rbe bei Geschirrsp√ľlern m√ľssen dann zehn Jahre lang verf√ľgbar sein, damit Verbraucherinnen und Verbraucher ihr defektes Ger√§t selbst reparieren k√∂nnen. Ich setze mich daf√ľr ein, dass solche Regelungen bald auch f√ľr weitere Produkte gelten, etwa f√ľr Smartphones oder Tablets. Die EU Kommission ist hierbei ganz klar auf unserer Seite."

Die EU-Mitgliedstaaten und die EU-Kommission hatten sich im Winter 2018/2019 auf neue √Ėkodesign-Regelungen f√ľr zehn Produktgruppen (K√ľhl- und Gefrierger√§te, Geschirrsp√ľler, Waschmaschinen und Waschtrockner, Haushaltsbeleuchtung, Fernseher und Displays, Netzteile, Motoren, Transformatoren, Schwei√üger√§te und gewerbliche K√ľhlger√§te) geeinigt. Diese werden ab dem 1. M√§rz 2021 nach einer zweij√§hrigen √úbergangszeit angewendet.

Die Regelung unterscheidet zwischen Ersatzteilen f√ľr Verbraucherinnen und Verbraucher sowie f√ľr professionelle Reparaturbetriebe. Dies soll sicherstellen, dass der Einbau von Ersatzteilen keine Gefahr f√ľr Verbraucherinnen und Verbraucher darstellen kann und diese daher nur von professionellen Reparaturbetrieben verbaut werden. Die Neuregelungen sollen auch freie Reparateure unterst√ľtzen; fachlich kompetente Reparateure erhalten bis zu sieben Jahre lang bestimmte Ersatzteile vom Hersteller. Darunter sind nicht nur Reparateure im Auftrag der Hersteller zu verstehen, sondern zum Beispiel auch Reparatur-Caf√©s.

Dar√ľber hinaus sollen Hersteller zuk√ľnftig das Produkt so designen, dass es am Ende der Lebensdauer mit herk√∂mmlichen Werkzeugen auseinandergebaut werden kann. So wird das Recycling und damit die Kreislaufwirtschaft gest√§rkt.

Bislang wurden im Rahmen der √Ėkodesign-Richtlinie vorrangig Energieeffizienzanforderungen gestellt. Zum ersten Mal werden nun auch Regelungen zur Langlebigkeit der Produkte getroffen, die insbesondere auf eine leichtere Reparatur hinwirken sollen. Das Bundesumweltministerium hat sich seit langem f√ľr diese Neuerung eingesetzt.
Die EU-Mitgliedstaaten haben sich 2020 unter deutscher Ratspr√§sidentschaft zudem daf√ľr ausgesprochen, den Anwendungsbereich der erfolgreichen √Ėkodesign-Richtlinie auf weitere Produkte auszuweiten. Bislang gilt sie n√§mlich nur f√ľr energieverbrauchsrelevante Produkte. Mit einer solchen Ausweitung, lie√üen sich f√ľr eine Vielzahl von Produkten Ressourcenschutzanforderungen stellen, die die Lebensdauer verl√§ngern und Verbraucherinnen und Verbraucher in ihren Reparaturrechten st√§rken k√∂nnten. Die EU-Kommission wird im n√§chsten Schritt einen entsprechenden Vorschlag vorlegen.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: "Mein Ziel ist, dass wir in der EU noch einen gro√üen Schritt weitergehen. Ich will die √Ėkodesign-Richtlinie der EU um eine Herstellergarantieaussagepflicht erweitern. Damit w√ľrden Hersteller verpflichtet, eine Angabe √ľber die Lebensdauer ihres Produktes zu machen. Tritt ein Mangel innerhalb dieses Zeitraums auf, hat der K√§ufer ein Recht auf Reparatur. So w√ľrde ein Wettbewerb darum entstehen, wer das langlebigere Produkt entwickelt."


Die Originalpressemitteilung finden sie hier.



Copyright: © Bundesministerium f√ľr Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (25.02.2021)
 
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