Aufbereitung und Verwertung mineralischer Stoffe und Abfälle

Ein Vorbericht zur Berliner Rohstoff- und Recyclingkonferenz ‚Äď Aufbereitung und Verwertung mineralischer Stoffe und Abf√§lle ‚Äď am 5. und 6. November 2008

Der zweite Entwurf der Verordnung √ľber die Verwertung von mineralischen Abf√§llen wird Ende September vorliegen. Mit dieser Verordnung werden zum Schutz von Boden und Grundwasser die neuen rechtsverbindlichen Anforderungen an die Verwertung formuliert. Der erste Entwurf wurde nach ausf√ľhrlicher und kontroverser Diskussion vom Bundesministerium f√ľr Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit grunds√§tzlich √ľberarbeitet. Ministerialrat R√ľdiger Wagner wird am 5. November 2008 in Berlin die neuen Regelungen vorstellen. Dazu werden Ministerialrat Dr. Bertram aus dem Nieders√§chsischen Umweltministerium und Vertreter einschl√§giger Fachverb√§nde, n√§mlich Professor Burmeier vom Ingenieurtechnischen Verband Altlasten und Gesch√§ftsf√ľhrer J√ľrgen Weber vom Verein Baustoff Recycling Bayern Stellung nehmen.

In Deutschland fallen pro Jahr gut 240 Millionen Tonnen mineralische Abfälle an, das sind etwa sechzig Prozent des gesamten Abfallaufkommens. Diese Menge teilt sich in etwa wie folgt auf: 140 Millionen Tonnen Boden und Steine, 73 Millionen Tonnen Bauabfall und Straßenaufbruch, 15 Millionen Tonnen Aschen und Schlacken aus Abfallverbrennungsanlagen und Kraftwerken, 7 Millionen Tonnen Hochofenschlacken und 6 Millionen Tonnen Stahlwerksschlacke.

F√ľr die Entsorgung ‚Äď insbesondere die Verwertung ‚Äď dieser Abf√§lle werden neue Rahmenbedingungen festgelegt.

Bislang wurden mineralische Abf√§lle haupts√§chlich im Stra√üenbau, zur Verf√ľllung von Abgrabungen, bei Rekultivierungsma√ünahmen auf Deponien und als Versatz in untert√§gigen Bergwerken verwertet. Die Verwertung orientierte sich an den Z-Werten des Merkblatts M20 der L√§nderarbeitsgemeinschaft Abfall und der Einbau in Deponien am geltenden Deponierecht, das sind die Abfallablagerungsverordnung, die Deponieverordnung, die Deponieverwertungsverordnung, die Technischen Anleitungen Abfall und Siedlungsabfall. Diese Regelungen werden durch die neue Verordnung ersetzt werden.

Bef√ľrchtungen bestehen, dass die neue Verordnung bisherige Verwertungswege erschwert oder gar unm√∂glich macht. Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass das Verbrennen von Abf√§llen und die Entsorgung von Kraftwerksschlacken teurer werden, weil an die Verwertung dieser festen R√ľckst√§nde strengere Forderungen gestellt werden. Auch das Bauen k√∂nnte teurer werden. Bef√ľrchtet werden auch Auswirkungen der Verordnung f√ľr abgeschlossene und laufende Ma√ünahmen. Andererseits besteht Hoffnung, dass Recyclingbaustoffe einen gesicherten Produktstatus erhalten.

Rechtliche, wirtschaftliche und technische Fragen zur zuk√ľnftigen Verwertung der mineralischen Abf√§lle werden auf der Berliner Rohstoff- und Recyclingkonferenz ausf√ľhrlich behandelt werden. Breiten Raum nehmen das Bauschuttrecycling und die Verwertung der verschiedenen Aschen und Schlacken ein.

Zum Baustoffrecycling interessieren insbesondere die Voraussetzungen f√ľr die Zulassung von Recyclingmaterial, die Nutzung industrieller Abf√§lle in Beton sowie Techniken im Vorfeld der Verwertung.

Das Thema Schlackenrecycling wird insbesondere in Hinblick auf hochwertige Verwertungsoptionen behandelt, z.B. R√ľckgewinnung von Metallen, aber auch bedarfsgerechte Herstellung von Produkten.

An √ľbergeordneten Aspekten werden Modelle zur Messung der Ressourceneffizienz, die √∂kotoxikologische Einstufung und die Voraussetzungen f√ľr die Zulassung als Baustoff behandelt. Die Themen Deponie und Altlasten h√§ngen eng mit dem Konferenzthema zusammen: das wird in den Beitr√§gen √ľber die integrierte Deponieverordnung, Planung und Genehmigung einer Deponie sowie Sanierung einer Bergbaualtlast deutlich.

Aus aktuellem Anlass werden die Ausf√ľhrungen von Ministerialdirektor Dr. Helge Wendenburg √ľber die Abfallrahmenrichtlinie und deren Umsetzung in deutsches Recht interessieren.

Das Thema der Podiumsdiskussion √ľber die Chancen und Risiken deutscher Umwelttechnik und Dienstleistungen auf dem Weltmarkt wird mit einem Vortrag von Dr. Buchholz von der Bundesanstalt f√ľr Geowissenschaften und Rohstoffe √ľber die Importabh√§ngigkeit Deutschlands und die Verf√ľgbarkeit von mineralischen Rohstoffen eingeleitet.

Weitere Informationen beim TK Verlag Karl Thomé-Kozmiensky, Dorfstra√üe 51, 16816 Nietwerder und unter www.vivis.de.



Copyright: © TK Verlag - Fachverlag f√ľr Kreislaufwirtschaft (26.08.2008)
 
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