Flächenversiegelung und Erosion

Weltweit gehen j√§hrlich 10 Millionen Hektar B√∂den verloren. Jede Bauma√ünahme und jedes Erosionsereignis betrifft den Boden. Dies f√ľhrt zu einem Verlust von Bodenfunktion, auch im Hinblick auf unsere Nahrungsmittelgrundlage.

Die Fl√§chenversiegelung im Rahmen von Stadtentwicklungen und Bauma√ünahmen sowie die intensive Nutzung f√ľhren zu einer schleichenden Verschlechterung der Fruchtbarkeit von B√∂den bzw. zu ihrem g√§nzlichen Verlust.
Flächenversiegelung
Bei einer gleichbleibenden rezenten Stadtentwicklung in Folge des Bev√∂lkerungswachstums w√ľrde sich die derzeitige Fl√§cheninanspruchnahme zum Jahr 2050 hin etwa verdoppeln. Dies entspricht einer Steigerung von 250 auf 420 Millionen Hektar versiegelter Fl√§che. In Deutschland zeigt der Fl√§chenverbrauch derzeit eine leicht abnehmende Tendenz. Betrug die Versiegelung von Fl√§chen in 2005 noch 118 ha pro Tag, konnte der Verbrauch innerhalb der letzten 10 Jahre auf 74 ha pro Tag reduziert werden. Dennoch ist Deutschland von dem Ziel der Bundesregierung, den Fl√§chenverbrauch bis 2020 auf 30 ha pro Tag zu senken, weit entfernt. Zudem steht die Landwirtschaft unter Druck bei steigenden  Bev√∂lkerungszahlen und sinkenden Fl√§chen ausreichende Mengen an Nahrungsmitteln und nachwachsenden Rohstoffen zu produzieren. Vielerorts geht dies auf Grund von Bewirtschaftungsfehlern zu Lasten der Bodenfruchtbarkeit. Die Bodenerosion durch Wind oder Wasser ist ein weiterer Faktor beim weltweiten Verlust furchtbarer B√∂den.
Bodenerosion
Bei der Bodenerosion werden Bodenpartikel durch Wasser oder Wind abgetragen und √ľber teils weite Distanzen verbrachtet. Die Folge ist der Verlust fruchtbarer und humoser B√∂den bei gleichzeitigem Eintrag von N√§hrund Schadstoffen in angrenzende Gew√§sser oder √Ėkosysteme. In Mitteleuropa ist vor allem der Ackerbau urs√§chlich f√ľr Erosionserscheinungen von stellenweise mehreren Dezimetern. Die Haupteinflussfaktoren auf die Bodenerosion sind: Ôāß
Klima: Niederschlags- und Windintensit√§tÔāß
Korngrößenzusammensetzung des Bodens: Böden mit hohem Schluffanteil sind besonders erosionsanfällig
Gel√§ndebeschaffenheit: bereits ein Gef√§lle von 2 % beg√ľnstigt die BodenerosionÔāß
Bewirtschaftung: Kulturarten, Bodenbearbeitung, Hanglänge
Die Entstehung einer 1 cm mächtigen humosen Bodenschicht kann zwischen 100 und 300 Jahren dauern, allerdings bei einem einzigen Erosionsereignis verloren gehen.
Maßnahmen zur Vermeidung von Erosion
Um Erosionserscheinungen zu vermeiden oder
zumindest zu vermindern, k√∂nnen unterschiedliche Ma√ünahmen getroffen werden. Im pflanzenbaulichen Bereich k√∂nnen zum Beispiel die Anpassung der Fruchtfolge, Zwischenfruchtanbau und  Untersaaten Ans√§tze liefern die Erosion zu verringern. Vornehmliches Ziel ist es, dass eine Bodenbedeckung von mehr als 30 % in besonders niederschlagsreichen Monaten gew√§hrleitet wird. Diese gilt als Minimum f√ľr einen wirksamen Schutz vor Erosion. Dar√ľber hinaus sch√ľtzt eine √ľppige Humusschicht den Boden, welche durch eine Zugabe organischer Substanz erhalten bleiben kann. Im Bereich der Bodenbearbeitung sollte auf eine pfluglose Bearbeitung gesetzt werden. Die auf dem Boden verbleibenden Erntereste und der Erhalt der nat√ľrlichen Bodenstruktur wirken der Erosion entgegen. Bei hangl√§gigen Ackerfl√§chen ist eine hangparallele Bearbeitungsrichtung zu empfehlen. Wenn die M√∂glichkeit einer Direktsaat in die Vorfrucht besteht, kann dies ebenfalls eine erosionsvorbeugende Ma√ünahme sein. Das Anlegen von Barrieren, eine Dauerbegr√ľnung von Hangmulden und Tiefenlinien sowie das Anlegen von R√ľckhalteeinrichtungen und Retensionsfl√§chen bieten ebenfalls Schutz vor Erosionserscheinungen.
Fazit
Neue B√∂den entstehen sehr viel langsamer, als sie verloren gehen. Aus diesem Grund m√ľssen Ma√ünahmen getroffen werden, den weltweiten Verlust von B√∂den in Folge von Fl√§chenversiegelungen und Bodenerosion einzuschr√§nken. Durch ein gezieltes Fl√§chenmanagement und angepasste landwirtschaftliche Techniken muss zuk√ľnftig ein nachhaltiger Umgang mit der Ressource Boden gew√§hrleistet werden. (vA)



Copyright: © Bundesg√ľtegemeinschaft Kompost e.V. (10.05.2015)
 
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