D├╝ngeverordnung gilt ab 2. Juni 2017

Die neue D├╝ngeverordnung ist heute im Bundesgesetzblatt ver├Âffentlicht worden. Sie tritt am Tag nach der Verk├╝ndung in Kraft.

Der Bundesrat hatte der nun rechtskr├Ąftigen Fassung der D├╝ngeverordnung (D├╝V) bereits auf seiner Sitzung am 31. M├Ąrz 2017 zugestimmt. Um eine entsprechende Erm├Ąchtigungsgrundlage zur D├╝ngeverordnung zu schaffen, wurde am 15. Mai auch das D├╝ngegesetz ge├Ąndert. ├ťber die wesentlichen ├änderungen hatte wir bereits in der H&K-aktuell Q1-2017 berichtet.

Hier noch einmal die wichtigsten Neureglungen der D├╝V:

D├╝ngeplanung
Wie bislang ist eine verbindliche D├╝ngebedarfsermittlung durchzuf├╝hren. K├╝nftig muss diese nach bundeseinheitlichen Vorgaben schriftlich dokumentiert werden. Jede dar├╝berhinausgehende D├╝ngung soll mit Bu├čgeld geahndet werden. Bei der Aufbringung von Kompost auf Ackerland sind im Anwendungsjahr mindestens 5 % des Gesamtstickstoffgehaltes (Gr├╝nschnittkompost 3 %) anzusetzen und f├╝r Nachlieferungen im ersten Folgejahr 4 % sowie im zweiten und dritten Folgejahr jeweils 3 % des Gesamtstickstoffgehaltes. F├╝r andere organisch oder organisch-mineralische D├╝ngemittel (au├čer Wirtschaftsd├╝nger) sind als Nachwirkung im ersten Folgejahr pauschal 10 % des Gesamtstickstoffgehaltes anzurechnen.

Ausbringungsverluste
F├╝r Wirtschaftsd├╝nger und G├Ąrr├╝ckst├Ąnde aus dem Betrieb einer Biogasanlage sind Ausbringungsverluste in den Anlagen der Verordnung differenziert festgelegt. F├╝r alle anderen organischen oder organisch-mineralischen D├╝ngemittel k├Ânnen bis zu 10 % des Gesamtstickstoffgehaltes als Ausbringungsverlust ber├╝cksichtigt werden.

Sperrfristen
F├╝r D├╝ngemittel mit wesentlichen Gehalten an Stickstoff (> 1,5 % i.d.TM) gelten folgende Sperrfristen: F├╝r Ackerland von der Ernte der letzten Hauptfrucht (z.B. nach der Getreideernte) bis 31. Januar, f├╝r Gr├╝nland vom 1. November bis 31. Januar. F├╝r Festmist (ohne H├╝hnermist) sowie Kompost gilt eine k├╝rzere Sperrfrist vom 15. Dezember bis 15. Januar. D├╝ngemittel mit weniger als 1,5 % Stickstoff unterliegen keiner der genannten Sperrfristen.  Dasselbe gilt f├╝r Bodenhilfsstoffe.

Herbstd├╝ngung
Bis zum 1. Oktober d├╝rfen unter bestimmten Bedingungen (z.B. D├╝ngung von Zwischenfr├╝chten) je Hektar max. 30 kg Ammoniumstickstoff oder 60 kg Gesamtstickstoff ausgebracht werden. Dies ist eine Ausnahme von der o.g. Sperrfist.

N-Obergrenze
Insgesamt d├╝rfen pro Hektar mit organischen D├╝ngemitteln einschlie├člich Wirtschaftsd├╝ngern im Durchschnitt der betrieblichen Fl├Ąchen j├Ąhrlich max. 170 kg Gesamtstickstoff aufgebracht werden. F├╝r mineralische Stickstoffd├╝nger gilt diese Obergrenze nicht. Diese d├╝rfen bei entsprechendem N├Ąhrstoffbedarf auch dar├╝ber hinaus eingesetzt werden. Im Fall von Dauergr├╝nland und G├Ąrr├╝ckst├Ąnden k├Ânnen nach Zustimmung der EU-Kommission (die noch erfolgen muss) h├Âhere Mengen als 170 kg/ha zul├Ąssig sein, wenn diese aus Wirtschaftsd├╝ngern tierischer Herkunft stammen.

F├╝r Kompost gilt im ├ťbrigen, dass die aufgebrachte Menge an Gesamtstickstoff im Mittel aller betrieblichen Fl├Ąchen in einem Zeitraum von 3 Jahren bis zu 510 kg Gesamtstickstoff betragen darf. Die im Anwendungsjahr aufgebrachte Menge kann rechnerisch also auf 3 Jahre verteilt werden.

Einarbeitungsfrist
Die Einarbeitung organischer D├╝ngemittel einschlie├člich Wirtschaftsd├╝nger mit wesentlichen Gehalten an verf├╝gbarem Stickstoff (> 1,5 % Gesamtstickstoff und davon mehr als 10 % verf├╝gbar) muss innerhalb von 4 Stunden nach Beginn der Aufbringung abgeschlossen sein. Betroffen davon sind u.a. G├╝lle und feste sowie fl├╝ssige G├Ąrr├╝ckst├Ąnde. F├╝r Festmist (von Huf- und Klauentieren, d.h. ohne Gefl├╝gelmist) sowie Kompost gilt die Einarbeitungsfrist nicht.

Anwendung auf gefrorenem Boden
Kompost darf auf gefrorenem Boden k├╝nftig auch dann aufgebracht werden, wenn der Boden am Tag des Aufbringens nicht auftaut. Ansonsten darf ein Abschwemmen nicht zu bef├╝rchten sein und der Boden muss eine Pflanzendecke tragen. Mit anderen stickstoff- und phosphathaltige D├╝ngemitteln und Bodenhilfsstoffen d├╝rfen unter den vorgenannten Voraussetzungen max. 60 kg Gesamtstickstoff aufgebracht werden und der Boden muss am Tag des Aufbringens auftauen.

Phosphathaltige D├╝ngemittel
(darunter auch Kompost, G├Ąrprodukte und Kl├Ąrschl├Ąmme) d├╝rfen auf hochversorgten B├Âden (> 20 mg P2O5/100 g Boden nach der CAL-Methode) nur noch in H├Âhe der Abfuhr durch die Ernteprodukte aufgebracht werden.

Abstand zu Gew├Ąssern
Die Abst├Ąnde f├╝r die Stickstoff- und Phosphatd├╝ngung an Gew├Ąssern und in an Gew├Ąsser angrenzenden starken Hanglagen (Neigung > 10 %) vergr├Â├čern sich. Je nach Ausbringungstechnik muss an Gew├Ąssern ein minimaler Randstreifen von 1 bis 4 Metern eingehalten werden. In Hanglagen gilt ein Abstand von 5 Metern, zwischen 5 und 20 Metern gelten besondere Auflagen.

Zus├Ątzliche Anforderungen
Sofern in einem Gebiet im Grundwasser erh├Âhte Nitratgehalte festgestellt werden (50 mg/l oder 37,5 mg/l mit steigender Tendenz) m├╝ssen die L├Ąnder zus├Ątzliche Ma├čnahmen erlassen, um die Werte zu senken.

N├Ąhrstoffvergleich
Der N├Ąhrstoffvergleich f├╝r Stickstoff und Phosphat ist nicht neu. Er muss vom Landwirt auch nach der bisherigen D├╝ngeverordnung durchgef├╝hrt werden. Neu ist, dass die Bemessungsgrundlagen strenger werden mit der Folge, dass f├╝r die Verwertung von insbesondere Wirtschaftsd├╝ngern mehr Fl├Ąche als bislang erforderlich ist. Zudem k├Ânnen bei ├ťberschreitung der Kontrollwerte (zul├Ąssige Bilanz├╝bersch├╝sse) Sanktionen erfolgen, was bislang nicht der Fall war.

F├╝r D├╝ngemittel
mit geringer pflanzenbaulicher Stickstoffverf├╝gbarkeit kann die zust├Ąndige Beh├Ârde 'unvermeidliche Verluste' oder 'erforderliche Zuschl├Ąge' (die von der 'Zufuhr' abgezogen werden) vorsehen. Ausweislich der Begr├╝ndung zu ┬ž 8 Absatz 5 D├╝V sind Zuschl├Ąge insbesondere bei Kompost erforderlich. Auch bei anderen organischen D├╝ngern mit geringer pflanzenbaulicher Stickstoffverf├╝gbarkeit k├Ânnen erforderliche Zuschl├Ąge sachgerecht sein.

Die vorgenannten Neuregelungen sind zwecks ├ťbersichtlichkeit an dieser Stelle verk├╝rzt wiedergegeben. Die einzelnen Bestimmungen sind z.T. differenzierter.



Copyright: © Bundesg├╝tegemeinschaft Kompost e.V. (08.06.2017)
 
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