Bundesumweltministerium will Schutz vor belasteter Schafleber sicherstellen

Verbraucherschutz - Dioxinbelastung

Das Bundesumweltministerium lĂ€sst prĂŒfen, ob die zustĂ€ndigen Stellen eine bundesweite Empfehlung fĂŒr einen eingeschrĂ€nkten Verzehr von mit Dioxinen belasteter Schafleber geben sollen. Das ist das Ergebnis eines FachgesprĂ€chs von Bund und LĂ€ndern, zu dem das Bundesumweltministerium fĂŒr heute eingeladen hatte. In mehreren BundeslĂ€ndern waren in Proben von Schafleber erhöhte Belastungen mit Dioxinen und PCB festgestellt worden. Die Ursachen dafĂŒr sind noch unklar.

ZunĂ€chst hatte Niedersachen im November 2008 darĂŒber informiert, dass die weitaus ĂŒber wiegende Anzahl von Schafleberproben mit Dioxinen und PCB belastet sind. Diese Proben stammen sowohl aus Gebieten mit ĂŒblicher natĂŒrlicher Belastung (Hintergrundbelastung) als auch aus Gebieten, in denen diese Belastung erhöht ist. Zwischenzeitlich war auch in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern belastete Schafleber gefunden worden. Diese drei BundeslĂ€nder haben bereits aus GrĂŒnden des vorsorgenden Gesundheits- und Verbraucherschutzes vor dem Verzehr von Schafleber und daraus hergestellten Produkten gewarnt.

Bei dem FachgesprĂ€ch teilten jetzt auch Bayern und Nordrhein-Westfalen Untersuchungsergebnisse mit erhöhten Belastungen mit. Diese Tatsache zeigt, dass es sich nicht um ein regionales Problem handelt. Deshalb soll jetzt das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung innerhalb der nĂ€chsten sechs Wochen klĂ€ren, ob bundesweit eine Empfehlung zum Verzehr von Schafleber gegeben werden soll. Gegen den Verzehr von Schaffleisch gibt es keine Bedenken.

An dem FachgesprĂ€ch nahmen Vertreter und Vertreterinnen der fĂŒr die LebensmittelĂŒberwachung zustĂ€ndigen Landesbehörden teil. Das Bundesumweltministerium appellierte an die LebensmittelĂŒberwachung der LĂ€nder, sicherzustellen, dass keine Produkte auf den Markt gelangen, die den zulĂ€ssigen Höchstgehalt (Grenzwerte) fĂŒr Dioxine und PCB in der Leber von Schafen ĂŒberschreiten. Dies sei auf GrĂŒnden des vorsorgenden Gesundheits- und Verbraucherschutzes dringend geboten.

Bereits vor gut einer Woche hatte das Bundesumweltministerium den Bundesverband der SchafzĂŒchter darauf hingewiesen, dass der Lebensmittelunternehmer dafĂŒr verantwortlich ist, dass die Anforderungen des Lebensmittelrechts erfĂŒllt werden mĂŒssen. Der Bundesverband wurde aufgefordert sicherzustellen, dass die Schafhalter keine Lebensmittel in den Verkehr bringen, die die zulĂ€ssigen Höchstgehalte fĂŒr Dioxine und PCB ĂŒberschreiten.

Um die Dimension dieses Problems abschĂ€tzen zu können, muss die Datenlage verbessert und abgesichert werden. DafĂŒr sollen bundesweit im Rahmen eines Monitoringprojektes umfangreiche Proben von Schafleber gezogen werden. Die Sammlung und Auswertung von Daten, die in einzelnen BundeslĂ€ndern bereits begonnen hat, soll fĂŒr das gesamte Bundesgebiet bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Zudem einigten sich Bund und LĂ€nder darauf, verstĂ€rkt nach den Ursachen der erhöhten Dioxinbelastungen zu suchen.



Copyright: © Bundesministerium fĂŒr Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (26.02.2009)
 
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