Medienübergreifende Umweltkontrolle in Österreich

Umweltbundesamt untersucht Gebiete mit industrieller Tätigkeit

Wien. Der neue Umweltbundesamt-Bericht „Medienübergreifende Umweltkontrolle in ausgewählten Gebieten“, den die östereichische Behörde am 12. April 2005 veröffentlichte,  beschreibt und bewertet wesentliche Industrieanlagen und die Umweltsituation an 14 österreichischen Standorten im Zeitraum zwischen 1992 und 2002/3. Der Bericht wurde in Kooperation mit den untersuchten Industriebetrieben und den zuständigen Behörden erstellt. Aus Informationen über Luft, Wasser, Boden, geeignete Wirkobjekte wie Moose und Fichtennadeln und über die technologische Entwicklung der Industrieanlagen, deren Emissionen und Abfälle, konnte das Umweltbundesamt wesentliche Erkenntnisse über erzielte Erfolge und bestehende Defizite ableiten.
 

Zehn Gebiete – Arnoldstein, Brixlegg, Brückl, Donawitz, Lend, Lenzing, Linz, Schwechat, Treibach-Althofen sowie das Tanklager Lobau – wurden bereits 1992 medienübergreifend beschrieben. In der aktuellen Erhebung wurden vier Gebiete – Hallein, Ranshofen, Pöls und St. Pölten – erstmals bearbeitet. (Umweltbundesamt Österreich)
 
Die Ergebnisse zeigen, dass der Einsatz von Umwelttechnologien und die Umstellung von Produktionsprozessen zu wesentlichen Emissionsminderungen geführt haben. Die Verbesserung bei Schwefeldioxid-Emissionen ist beispielsweise auf den Umstieg auf schwefelärmere Brennstoffe und auf Entschwefelungsanlagen zurückzuführen. Eine Reduktion der Emissionen in Luft und Wasser führte in vielen der untersuchten Gebiete nachweislich zu einer deutlichen Verringerung der Belastung in den Umweltmedien und Wirkobjekten.

Insbesondere bei Schwefeldioxid, Staub und Salzsäure in Luft wie auch bei biologischem Sauerstoffbedarf und chlorierten Verbindungen in Wasser ist dieser Zusammenhang auffällig.
 
Die meisten Umweltschutzmaßnahmen an Industrieanlagen sind unmittelbar auf Gesetze und Verordnungen beziehungsweise deren Umsetzungsfristen zurückzuführen. Das gilt für verbindlich festgelegte Grenzwerte für Emissionen nach dem Stand der Technik ebenso wie für verbindliche Standards der Immissionen.
 
Bis Umweltschutzmaßnahmen wirken, vergehen je nach Medium und Ökosystem mehrere Jahre bis Jahrzehnte. Aufgetretene Schäden sind schwer zu sanieren, das gilt insbesondere für Boden und Grundwasser. Der Bericht enthält Beispiele, in denen Zeiträume von zehn und mehr Jahren zwischen der Feststellung notwendiger Maßnahmen und deren Planung bzw. Umsetzung liegen.
 
Emissionen von Schwefeldioxid in Luft und Emissionen chlorierter Verbindungen in Wasser bereiten nur mehr in Einzelfällen Probleme.

Zu Minderung von Stickoxiden werden fortschrittliche Umwelttechnologien erst in geringem Umfang eingesetzt. Auch Dioxine und Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe werden nicht in allen Fällen gemäß Stand der Technik gemindert. Bei manchen Anlagen fehlen ausreichende Messungen, um das Emissionsverhalten beurteilen zu können.

Bei Schwermetallemissionen in Wasser konnte festgestellt werden, dass Maßnahmen mitunter nicht dem Stand der Technik entsprechen und die Datenlage verbesserungswürdig ist. Bestehende aber bisher unverbindliche Umweltqualitätsnormen für Schwermetalle werden an mehreren Standorten überschritten.

Neben Produktionsanlagen können Altlasten, wie z. B. alte werkseigene Deponien oder Verunreinigungen des Untergrundes erheblich zur Umweltbelastung am Standort beitragen. An einigen Standorten wurden in den letzten zehn Jahren umfangreiche Maßnahmen zur Sanierung durchgeführt. Bei manchen Standorten besteht jedoch noch Sanierungsbedarf bzw. sind weitere Untersuchungen erforderlich.

Als Datengrundlage dienten unter anderem Umwelterklärungen gemäß EMAS-Verordnung, Betriebsbesichtigungen, Bescheide und Fragebogenerhebungen sowie der Altlastenatlas.

Daten über die Immissionssituation wurden von den Messstellennetzen des Immissionsschutzgesetzes Luft und der Wassergüteerhebungsverordnung sowie aus behördlichen Untersuchungen verwendet. Untersuchungen von Fichtennadeln (saure Gase: SO2, HCl, HF) liegen nach Forst-Verordnung vor. Zu Moosen und anderen Wirkobjekten gibt es Schwerpunktuntersuchungen des Umweltbundesamt und der Landesregierungen.
 
Langfassung des Berichts (M-168) (.pdf, 19.0MB): http://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/publikationen/M168.pdf
 Kurzfassung (M-169) (.pdf, 4.1MB): http://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/publikationen/M169.pdf
Beispiele. für Entwicklung Emissionen und Immissionen: http://www.umweltbundesamt.at/presse/lastnews/newsarchiv_2005/news050412/entwicklung/

Kontakt: Umweltbundesamt (UBA) Österreich, Spittelauer Lände 5, A-1090 Wien/Österreich, Tel.: +43-(0)1-313 04, Fax: +43-(0)1-313 04/5400, eMail: office@umweltbundesamt.at, Internet: http://www.umweltbundesamt.at.



Copyright: © Rhombos Verlag (30.04.2005)
 
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