Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher vor krebserzeugenden Stoffen soll erhöht werden

Deutschland bittet die EU-Kommission, gefährliche Kohlenwasserstoffe in verbrauchernahen Produkten zu beschränken.

Regelm√§√üig weisen Verbraucher- und Umweltschutzorganisationen krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) in verschiedensten Verbraucherprodukten nach. Eine Initiative Deutschlands soll die gesundheitliche Gef√§hrdung von Verbrauchern durch PAK in Verbraucherprodukten jetzt europaweit bannen und die Umwelteinfl√ľsse dieser Stoffe reduzieren.
 
In den letzten Jahren ermittelten mehrere unabh√§ngige deutsche Verbraucherschutzorganisationen, aber auch Bundes- und L√§nderbeh√∂rden, hohe Gehalte an PAK beispielsweise in Spielzeug, Plastikschuhen und Werkzeuggriffen. Auch wenn eine deutliche Mehrheit der untersuchten Produkte nur gering oder nicht belastet war, wurden bei einer nicht unerheblichen Anzahl von Proben teils dramatisch hohe PAK-Belastungen gefunden. PAK-freie Alternativen sind zwar verf√ľgbar. Sie k√∂nnen jedoch teurer sein. Einige PAK haben sich im Tierexperiment als krebserregend herausgestellt. Auch in der Umwelt sind PAK aufgrund ihrer Langlebigkeit, ihrer Tendenz sich in Organismen anzureichern und ihrer Giftigkeit ein Anlass zur Besorgnis.
 
Bisher gibt es weder verbindliche EU-Grenzwerte, noch eine gemeinsame europ√§ische Strategie f√ľr eine Verminderung der PAK-Belastung von Verbraucherprodukten. Lediglich f√ľr die Herstellung von Autoreifen gilt: Weichmacher√∂le, die bestimmte krebserregende PAK in einer Konzentration von mehr als 10 mg/kg enthalten, d√ľrfen nicht verwendet werden.
 
Doch auch Gebrauchsgegenst√§nde und Kinderspielzeug k√∂nnen gef√§hrliche PAK enthalten. Damit Verbraucherinnen und Verbraucher vor den gef√§hrlichen PAK besser und ausreichend gesch√ľtzt werden, haben das Bundesumweltministerium und das Bundesverbraucherschutzministerium in enger Kooperation die Bundesanstalt f√ľr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, das Bundesinstitut f√ľr Risikobewertung und das Umweltbundesamt gebeten, ein so genanntes Beschr√§nkungsdossier nach der Europ√§ischen Chemikalienverordnung REACH zu erarbeiten. Dieses Dossier enth√§lt eine umfangreiche Darstellung der in verschiedensten Verbraucherprodukten gefundenen PAK-Belastungen, die Absch√§tzung einer m√∂glichen Verbraucherexposition sowie die resultierenden Gesundheits- und Umweltrisiken. Konkret vorgeschlagen wird eine EU-weite Beschr√§nkung der Verwendung und Vermarktung von PAK-belasteten Produkten.
 
Anfang Juni legten die Ministerien das Dossier der Europ√§ischen Kommission vor und baten, die Beschr√§nkung nach einem vereinfachten Verfahren umzusetzen (nach Artikel 68 Absatz 2 REACH-Verordnung). Dieses Verfahren gilt f√ľr Stoffe, die krebserregend, erbgutver√§ndernd und fortpflanzungsgef√§hrdend sind (so genannte CMR-Stoffe) und von Verbrauchern verwendet werden k√∂nnten - auch in Gemischen oder in Erzeugnissen. Im Vergleich zum regul√§ren Beschr√§nkungsverfahren ‚Äď ein Verfahren das mehrere Jahre dauern kann ‚Äď ist so eine vergleichsweise schnelle Umsetzung m√∂glich. Mit dem zur Verf√ľgung gestellten Dossier unterst√ľtzt Deutschland die Europ√§ische Kommission. Diese hat nun zu entscheiden, ob sie den deutschen Vorschlag rasch in eine EU-weite Regelung umsetzt.



Copyright: © Bundesministerium f√ľr Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (29.06.2010)
 
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