Eine Welt ohne gefährliche Chemikalien

Umweltbundesamt begr√ľ√üt Fortschritte bei der internationalen Chemikaliensicherheit
Zwei Regierungskonferenzen in diesem Monat brachten deutliche Fortschritte f√ľr die internationale Chemikaliensicherheit: Die Vertragsstaatenkonferenz zum Stockholmer √úbereinkommen und die zweite Internationale Konferenz zum Chemikalienmanagement fanden kurz hintereinander statt, um den dort gefassten Entscheidungen noch mehr Gewicht zu geben. Damit ist der Beschluss der Weltgemeinschaft in der Rio-Nachfolgekonferenz 2002, bis 2020 die sch√§dlichen Effekte von Chemikalien f√ľr Mensch und Umwelt zu vermindern bzw. zu beseitigen, ein gro√ües St√ľck n√§her ger√ľckt.

Anl√§sslich der Vertragsstaatenkonferenz in Genf erweitert das Stockholmer √úbereinkommen, auch POP-Konvention genannt, die Liste des "dreckigen Dutzend" um neun weitere langlebige und in der Nahrungskette sich anreichernde Chemikalien - so genannte POPs (persistent organic pollutants). Das √úbereinkommen trat im Mai 2004 in Kraft und regelte zun√§chst zw√∂lf POPs - unter anderem PCB, DDT oder die polychlorierten Dioxine und Furane. Solche Substanzen finden sich in einer Reihe von Pflanzenschutzmitteln und Industriechemikalien oder k√∂nnen als unerw√ľnschte Nebenprodukte bei Produktions- und Verbrennungsprozessen entstehen. Die Liste umfasst nun 21 Chemikalien. "Die erweiterte Liste international ge√§chteter Chemikalien ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg in eine Welt ohne besonders gef√§hrliche Chemikalien. Eine stringente Erfolgskontrolle muss nun den Verhandlungserfolg in Genf sicherstellen", so Dr. Thomas Holzmann, Vizepr√§sident des Umweltbundesamtes (UBA).

Die Entscheidung der vierten Vertragsstaatenkonferenz in Genf von Anfang Mai 2009 betrifft Stoffe, die auch in Europa zumindest bis vor kurzer Zeit verbreitet in Gebrauch waren: Etwa bromierte Flammschutzmittel (Penta- und Octabrom-diphenylether) und Perfluoroctansulfons√§ure (PFOS) mit vielf√§ltigen Verwendungen etwa als Feuerl√∂schschaum oder in der Textilindustrie. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, d√ľrfen solche Stoffe in Zukunft nicht mehr hergestellt und verwendet werden. Dort, wo Anwendungen noch unverzichtbar sind oder es noch keine verf√ľgbaren Ersatzstoffe gibt, sollen Aktionspl√§ne f√ľr eine z√ľgige Beendigung der Anwendungen sorgen.
Bereits 2002 beschloss die Weltgemeinschaft, die sch√§dlichen Effekte von Chemikalien f√ľr Mensch und Umwelt bis 2020 zu vermindern. Auch das Insektizid DDT, das viele L√§nder noch zur Bek√§mpfung der Malaria nutzen, soll endg√ľltig bis 2020 verschwinden. Ein umfangreiches Hilfsprogramm soll die L√§nder, die heute auf diese hochgiftige Chemikalie nicht verzichten k√∂nnen, beim Ausstieg unterst√ľtzen, ohne dass sich Malaria weiter ausbreitet.
Die zweite Internationale Konferenz zum Chemikalienmanagement (ICCM 2) beschloss unter anderem Aktionen, um auf freiwilliger Basis dringende Probleme f√ľr Umwelt und Gesundheit durch Chemikalien zu l√∂sen: Gef√§hrliche Chemikalien in unkontrolliert gehandelten Erzeugnissen und Elektroschrott sowie bleihaltige Farben in Konsumentenprodukten wie Spielzeug waren wichtige Themen, zu denen die Delegierten einen verbesserten Informationsaustausch und partnerschaftliche Aktionen zwischen Industrie- und Entwicklungsl√§ndern vereinbarten. Auch zu Nanomaterialien - mit vielf√§ltigen Chancen und Risiken f√ľr Umwelt und Gesundheit - tauschten sich die internationalen Fachleute aus: Gemeinsam wollen die Staaten die Entwicklung von Nanomaterialien verantwortlich begleiten und nutzen.
Mit den neuen Arbeitspaketen sind Industrie- und Entwicklungsl√§nder gleicherma√üen gefordert, den Weg zu einem sicheren internationalen Chemikalienmanagement konsequent fortzusetzen. "Gef√§hrliche Chemikalien sind ein Risiko f√ľr Umwelt und Gesundheit. Sie breiten sich √ľber die Luft und das Wasser rasch aus und werden weltweit gehandelt. Sicherheit von Chemikalien ist deshalb ein ebenso globales Thema wie der Handel mit ihnen", so Holzmann.
Weitere Informationen zum internationalen Chemikalienmanagement unter:
http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/mysql_medien.php?anfrage=Kennummer&Suchwort=3529
http://www.saicm.org/
http://chm.pops.int/
Dessau-Roßlau, 27.05.2009



Copyright: © Informationsdienst Wissenschaft e.V. -idw- (27.05.2009)
 
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