Bienen versus Chemie

BUND gewinnt gegen Bayer im Gerichtsstreit um Bienengefährlichkeit von Pestiziden

D√ľsseldorf/Berlin: Der Bund f√ľr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat seinen Rechtsstreit gegen die Bayer CropScience Deutschland GmbH, eine Tochter der Bayer AG, gewonnen.

Nach dem heute verk√ľndeten Urteil des Landgerichts D√ľsseldorf darf der BUND wieder ohne Einschr√§nkung sagen, dass zwei von Bayer hergestellte Pestizid-Produkte f√ľr Bienen gef√§hrlich sind und es sich bei dem darauf abgebildeten Logo mit dem Aufdruck "nicht bienengef√§hrlich" um eine Irref√ľhrung von Verbrauchern handelt.

"Wir freuen uns √ľber diesen Erfolg. Das ist ein Sieg f√ľr die Bienen und die Meinungsfreiheit. Uns liegen √ľberzeugende wissenschaftliche Studien vor, die den Bayer-Pestizidwirkstoff Thiacloprid als bienengef√§hrlich bewerten. Bayer muss daher seine Bienen gef√§hrdenden Produkte sofort vom Markt nehmen. Wir fordern ebenso alle M√§rkte auf, den Verkauf von thiaclopridhaltigen Pestiziden einzustellen", sagte der BUND-Pestizidexperte Tomas Br√ľckmann. Au√üerdem m√ľsste die EU die Zulassung des Wirkstoffs Thiacloprid zur√ľcknehmen und das Bundesamt f√ľr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) die Produktzulassungen aller thiaclopridhaltigen Produkte widerrufen.

Der Pestizidhersteller Bayer CropScience hatte gegen den BUND Ende letzten Jahres eine einstweilige Verf√ľgung in dieser Sache erwirkt. Zur Begr√ľndung hatte das Unternehmen angegeben, der BUND habe die Bayer-Produkte "Sch√§dlingsfrei Calypso" und "Zierpflanzenspray Lizetan" ungerechtfertigt als f√ľr Bienen gef√§hrlich bezeichnet. Der in diesen Produkten enthaltene Wirkstoff Thiacloprid, der zu den sogenannten Neonikotinoiden geh√∂rt, habe eine g√ľltige Zulassung und werde vom BVL als "bienenungef√§hrlich" eingestuft. Ausl√∂ser des Streits war der vom BUND 2014 ver√∂ffentlichte Einkaufs-Check "Pestizidverkauf in Bau- und Gartenm√§rkten", mit welchem der BUND darauf aufmerksam machte, dass Verk√§ufer in Garten- und Baum√§rkten die Kunden sehr h√§ufig unzureichend √ľber die Gefahren verschiedener Unkraut- und Insektenbek√§mpfungsmittel informierten.

Neonikotinoid-Wirkstoffe gelten mit als Ausl√∂ser des weltweit zu beobachtenden Bienenv√∂lkersterbens. Daher hatte die EU-Kommission ab 1. Dezember 2013 die Zulassung f√ľr drei Neonikotinoide zun√§chst f√ľr zwei Jahre f√ľr bienenrelevante Kulturen wie zum Beispiel Raps eingeschr√§nkt. Dagegen klagen die Hersteller Bayer und Syngenta derzeit vor dem Europ√§ischen Gerichtshof. Bereits rund 20.000 Protestschreiben gegen diese Klage und den umstrittenen Wirkstoff Thiacloprid sind innerhalb eines Monats bei Bayer eingegangen.

Quelle: Pressemeldung BUND vom 11.03.2015

Pressekontakt: Annika Natus, BUND-Pressereferentin, am 11.3.15 in D√ľsseldorf unter Mobil: 01 57 / 87 00 86 35 bzw. Tel. (0 30) 2 75 86-425/-489, presse@bund.net

Rechtliche R√ľckfragen: Rechtsanwalt Dr. Remo Klinger, Geulen & Klinger ‚Äď Rechtsanw√§lte, Mobil: 01 71 / 2 43 54 58 (Prozessvertreter des BUND im Verfahren gegen Bayer)




Copyright: © ASK-EU (13.03.2015)
 
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