Intensive Kontrolle des Verkaufs und der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln

Bund und Länder legen Jahresbericht zum Pflanzenschutz-Kontrollprogramm 2008 vor

Der Vertrieb und die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln werden von den Bundesl√§ndern intensiv √ľberwacht. Das belegt der Jahresbericht 2008 zum Pflanzenschutz-Kontrollprogramm, der vom Bundesamt f√ľr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) herausgegeben wurde.

Die L√§nderbeh√∂rden kontrollierten im Jahr 2008 in mehr als 3.000 Handelsbetrieben, ob das Verkaufspersonal sachkundig ist, die angebotenen Mittel eine Zulassung haben sowie richtig gekennzeichnet sind und inwieweit Selbstbedienungsverbot und Beratungspflicht eingehalten werden. Die Kontrollen erstrecken sich auch auf den Internethandel. Dar√ľber hinaus sind mehr als 5.500 Betriebe der Landwirtschaft, des Gartenbaus und der Forstwirtschaft kontrolliert worden. Hier geht es unter anderem um die Sachkunde der Anwender und die Beachtung von Auflagen und Bestimmungen bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln.

Bei den Kontrollen im Handel stellte sich heraus, dass rund 12 Prozent der Betriebe den Verkauf von Pflanzenschutzmitteln nicht vorschriftsmäßig angezeigt hatten. In jeder vierten Verkaufsstelle fanden die Kontrolleure ein oder mehrere Pflanzenschutzmittel vor, die nicht oder nicht mehr verkehrsfähig waren. In 8,4 Prozent der Betriebe wurde das Selbstbedienungsverbot missachtet, in 6,0 Prozent bemängelten die Inspektoren fehlende Sachkunde beim Verkaufspersonal.

Die Kontrollen im Jahr 2008 in landwirtschaftlichen Betrieben zeigen, dass die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft in der Regel korrekt erfolgt: Bei der Kontrolle verf√ľgten 1,4 Prozent der beruflichen Anwender nicht √ľber die notwendige Sachkunde. Bei 1,8 Prozent der Ger√§te fehlte ein Nachweis √ľber die turnusm√§√üige √úberpr√ľfung. Anwendungs- oder Bienenschutzbestimmungen wurden auf 2,7 Prozent der Fl√§chen nicht eingehalten. Die Beanstandungsraten sind nicht repr√§sentativ, da ein Teil der Kontrollen anlassbezogen erfolgte.

Ein Schwerpunkt der Kontrollen galt den verwendeten Pflanzenschutzmitteln im Gem√ľseanbau. Hier stellte sich heraus, dass auf 3,2 Prozent der √ľberpr√ľften Fl√§chen Mittel zum Einsatz kamen, die in der betreffenden Kultur nicht zul√§ssig waren.

Verst√§rkt wurde im Jahr 2008 auch die Unkrautbek√§mpfung auf befestigten Freilandfl√§chen kontrolliert (B√ľrgersteige, Garagenauffahrten, Parkpl√§tze, Hof- und Gewerbefl√§chen). Nach dem Pflanzenschutzgesetz ist die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf solchen Fl√§chen verboten. Im Einzelfall k√∂nnen die Beh√∂rden der Bundesl√§nder Ausnahmen von diesem Verbot genehmigen, allerdings nur, wenn eine Ma√ünahme unbedingt notwendig ist und es keine praktikablen Alternativen zu Pflanzenschutzmitteln gibt. Bei etwa einem Drittel von 1.400 kontrollierten Fl√§chen stellte sich heraus, dass Pflanzenschutzmittel ohne eine solche Genehmigung eingesetzt worden waren. Ein gro√üer Teil dieser Kontrollen erfolgte auf Grund von Anzeigen oder Verdachtsmomenten, deshalb ist die Beanstandungsquote nicht repr√§sentativ.

Da vielen Anwendern die Rechtslage nicht bekannt ist, sollte der Handel bei der Abgabe der entsprechenden Mittel die K√§ufer informieren. Testk√§ufe durch die Kontrolleure zeigten jedoch, dass in etwa 30 Prozent der F√§lle die Beratung des Kunden nicht den Vorschriften entsprach. Die unzul√§ssige und unsachgem√§√üe Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf befestigten Fl√§chen kann leicht dazu f√ľhren, dass Pflanzenschutzmittel in Gew√§sser und Kanalisation gelangen. Deshalb haben die Pflanzenschutzdienste parallel zu den vermehrten Kontrollen auch die Aufkl√§rungsarbeit f√ľr Handel und Anwender verst√§rkt.

Hintergrundinformation

Im Pflanzenschutz-Kontrollprogramm werden der Handel und die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln systematisch √ľberwacht. Die Durchf√ľhrung der Kontrollen und die Ahndung von Verst√∂√üen liegen in der Zust√§ndigkeit der Bundesl√§nder. Das BVL koordiniert das Programm auf Bundesebene. Ein regelm√§√üiger Informationsaustausch, abgestimmte Pr√ľfmethoden und bundesweite Kontrollschwerpunkte gew√§hrleisten einen einheitlichen und hohen Standard bei der √úberwachung. Bund und L√§nder analysieren die Ergebnisse der j√§hrlichen Berichte und treffen Ma√ünahmen, um die Zahl der Verst√∂√üe gegen das Pflanzenschutzrecht zu reduzieren.

Der Jahresbericht 2008 und weitere Informationen zum Pflanzenschutz-Kontrollprogramm sind online abrufbar unter: www.bvl.bund.de/psmkontrollprogramm.



Copyright: © Informationsdienst Wissenschaft e.V. -idw- (29.01.2010)
 
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