Expertengruppe soll Vertragsparteienkonferenz unterstützen

Genf erhält das Sekretariat der Stockholm-Konvention

Bern/Punta del Este. Das Sekretariat der Konvention der Vereinten Nationen über persistente organische Schadstoffe (POPs) wird in Genf angesiedelt. Die erste Vertragsparteienkonferenz (COP1), die am 6. Mai 2005 in Punta del Este (Uruguay) zu Ende ging, hat die Schweizer Kandidatur gutgeheissen. Staatssekretär Philippe Roch, Direktor des schweizerischen Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) bezeichnete die Wahl Genfs als Erfolg einer jahrelangen, konsequenten und engagierten Politik der Schweiz im UNO-Chemikalienbereich. Die Errichtung des ständigen POPs-Sekretariats in Genf erlaube Synergien mit anderen dort ansässigen Institutionen und habe eine wirkungsvollere Umweltpolitik zur Folge.

Die Ansiedlung des Sekretariats der Konvention in Genf vervollständigt das Kompetenzzentrum in den Bereichen Chemikalien und Abfälle, das sich in den vergangenen Jahren um die Abteilung Chemie des Europäischen Büros des UNEP (Umweltprogramm der Vereinten Nationen) gebildet hat. Genf beherbergt im Internationalen Haus der Umwelt bereits das Sekretariat des Basler Übereinkommens über die grenzüberschreitende Verbringung gefährlicher Abfälle, das Sekretariat für den Bereich Chemikalien der PIC-Konvention über den Export von besonders gefährlichen Pestiziden und Chemikalien (Co-Sekretariat mit Rom) sowie das UNITAR (Ausbildungs- und Forschungsinstitut der UNO).

Die POPs, zu denen auch Dioxine oder PCB zählen, sind für Mensch und Tier äusserst giftig. Sie reichern sich im Organismus an und können Krebs verursachen und die Fortpflanzung beeinträchtigen. Die Stockholm-Konvention will die Herstellung und die Verwendung dieser Schadstoffe verbieten oder einschränken und die Emissionen auf ein Minimum verringern. Bis heute sind zwölf Chemikalien und Pestizide, das so genannte «schmutzige Dutzend», durch die Konvention geregelt. Hierzu zählen Insektizide (Aldrin, Chlordan, DDT, Dieldrin, Endrin, Heptachlor, Mirex, Toxaphen), Fungizid (Hexachlorbenzol), Chemische Produkte, die bei der Herstellung anderer Chemikalien und der Verbrennung von Abfällen entstehen (Dioxine, Furane) sowie Mischung chlorierter Kohlenwasserstoffe, die für verschiedene industrielle Zwecke verwendet werden, etwa zur Isolation von Transformatoren und Kondensatoren, als Farbzusatz und in Kunststoffen (PCB).

Die Vertragsparteien können weitere Stoffe zur Aufnahme in die Konvention vorschlagen. Die 1. Konferenz der Vertragsparteienstaaten (COP1) hat eine Expertengruppe eingesetzt, welche die Anträge prüfen und bewerten soll und die Vertragsparteienkonferenz bei der Entscheidungsfindung unterstützen wird.

Kontakt: BUWAL, Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft, CH-3003 Bern, Philippe Roch, Staatssekretär, Direktor des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL), Tel. 079 277 51 88, Beat Nobs, Botschafter, Chef der Abteilung Internationales, BUWAL, Tel. 079 687 11 68, Georg Karlaganis, Chef der Abteilung Stoffe, Boden, Biotechnologie, BUWAL; Tel. 079 687 11 79, Elisabeth Maret, eMail: elisabeth.maret@buwal.admin.ch
Internationales Haus der Umwelt, 9-15 chemin des Anémones, CH-1219 Châtelaine Geneva, Tel. (+41 22) 917 8505, Fax (+41 22) 797 3464, Internet: www.environmenthouse.ch.



Copyright: © Rhombos Verlag (09.05.2005)
 
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