KompostdĂŒngung reduziert Aufnahme von Cd aus dem Boden

Eine DĂŒngung mit Kompost kann die Aufnahme von Cadmium aus dem Boden in Pflanzen reduzieren. Dies ist das Ergebnis von Untersuchungen, die am Institut fĂŒr Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz der UniversitĂ€t Bonn durchgefĂŒhrt wurden.

Cadmium (Cd) ist ein natĂŒrlicher Bestandteil der Erdkruste und weist in Böden ĂŒblicherweise Gehalte von 0,1-1,0 mg/kg TM auf. Es gehört zu den sehr mobilen Schwermetallen, wobei pH-Wert und Gehalt an organischer Substanz im Boden die wichtigsten EinflussgrĂ¶ĂŸen fĂŒr die Cd-VerfĂŒgbarkeit sind. Dabei nimmt der PflanzenverfĂŒgbare Cd-Anteil bei gleichen Gesamtgehalten mit steigendem pH-Wert und Humusgehalt ab. Bei pH-Werten um 7,0 weist die Cd-Konzentration der Bodenlösung die niedrigsten Werte auf und steigt bereits ab pH < 6,5 an. Bei pH 5 liegen im Mittel mehr als 30% des Gesamtgehaltes in pflanzenverfĂŒgbarer Form vor.
BlattgemĂŒse wie Spinat, Mangold oder Endivien nehmen Cadmium im Vergleich zu Getreide in grĂ¶ĂŸerem Maße auf. Generell ist die Aufnahme bei zweikeimblĂ€ttrigen Pflanzen wie den meisten GemĂŒsearten höher als bei einkeimblĂ€ttrigen Pflanzen wie den Getreidearten.AusgangssituationDer in West-Europa beobachtete RĂŒckgang der
Kalkzufuhr und das damit einhergehende Absinken des pH-Wertes bei Ackerböden kann zu höheren Cd-Gehalten in Pflanzen fĂŒhren. Diesem kann durch die Zufuhr von Kompost, der in Deutschland im Durchschnitt 42 g CaO/kg Trockensubstanz enthĂ€lt, entgegengewirkt werden. Des Weiteren kann die Cd-VerfĂŒgbarkeit aufgrund der  hohen Humusreproduktionsleistung von Kompost und dem damit verbundenen Anstieg des Gehaltes an organischer Substanz im Boden reduziert werden. In diesem Zusammenhang ist auch die positive Beeinflussung physikalischer Bodeneigenschaften wie Wasserhaltevermögen, PorositĂ€t oder auch die Bildung stabiler Aggregate zu sehen. Vor diesem Hintergrund wurde in einem GefĂ€ĂŸversuch mit versauerten, sandigen Böden der Einfluss einer Kompostapplikation auf die Cd-Aufnahme von Spinat (Spinacia oleracea) untersucht. Ergebnisse Aus dem Versuchsboden mit einem pH -Wert von 4,1 (Sandboden) wurde die Aufnahme von Cd in Spinatpflanzen bei KompostdĂŒngung je nach Versuchsvariante um 20 bis 50 % reduziert (Abbildung 1). Die ausfĂŒhrlichen Ergebnisse der Untersuchungen sind von den Autoren um Prof. Dr. Heinrich W. Scherer, INRES-PflanzenernĂ€hrung, UniversitĂ€t Bonn, in einem 25-seitigen Abschlussbericht zusammengefasst. Die positive Kompost-Wirkung hat im Wesentlichen zwei Ursachen. Zum einen enthĂ€lt Kompost Calciumcarbonat, weshalb eine Kompost-Applikation gleichzeitig eine Kalkungsmaßnahme ist, so dass der pH-Wert gleich bleibt bzw. in der Regel sogar ansteigt. Die zweite Ursache fĂŒr die positive Wirkung des Kompostes beruht auf den mit ihm zugefĂŒhrten organischen und anorganischen Komponenten. Die organische Substanz stellt in erheblichem Maße BindungsplĂ€tze fĂŒr kationische Schwermetalle wie z.B. Cadmium zur VerfĂŒgung. Somit wird neben dem pH-Effekt auch auf diesem Wege die Bindung des Cadmiums im Boden erhöht und die PflanzenverfĂŒgbarkeit reduziert.Insgesamt bestĂ€tigen die Ergebnisse den dominanten Einfluss der Bodenreaktion auf den Transfer des Cadmiums vom Boden in die Pflanze. In keinem Fall fĂŒhrt die Kompost-Zufuhr zu einer Erhöhung des Cd-Gehaltes im Spinat. Im Gegenteil, seine Zufuhr kann besonders bei sauren Böden zu einer signifikanten Abnahme des Cd-Gehaltes im Spinat fĂŒhren. er
Abschlussbericht "Einfluss von Kompostapplikation und Bodenreaktion auf die Cd-Aufnahme durch Spinat" kann ĂŒber Prof. H.W. Scherer (h.scherer@uni-bonn.de) am Institut fĂŒr Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz der UniversitĂ€t Bonn bezogen werden. (SCHER, KE)



Copyright: © BundesgĂŒtegemeinschaft Kompost e.V. (10.05.2015)
 
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