Maissaatgut darf wieder mit "Mesurol fl√ľssig" behandelt werden

Zulassungen f√ľr Neonicotinoide ruhen wegen Bienengef√§hrlichkeit weiter

Das Bundesamt f√ľr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat am 9. Februar 2009 die Zulassung des Pflanzenschutzmittels "Mesurol fl√ľssig" mit Auflagen wieder in Kraft gesetzt. Es darf damit wieder vertrieben und angewendet werden. Das Produkt mit dem Wirkstoff Methiocarb war bis zur Aussetzung der Zulassung im Mai 2008 25 Jahre in Deutschland zugelassen. Sch√§den oder Auff√§lligkeiten bei Bienen wurden in diesem Zeitraum nicht bekannt.
Das Pflanzenschutzmittel soll Saatgut und Pflanze vor Sch√§dlingen sch√ľtzen. F√ľr die Behandlung des Saatguts hat das BVL eine Qualit√§tsnorm festgesetzt: Das Mittel muss sich ausreichend mit dem Saatkorn verbinden, so dass der Abrieb 0,75 g Staub je 100.000 K√∂rner nicht √ľberschreitet. Au√üerdem darf der Mais nur mit bestimmten Maschinen ausges√§t werden, die verhindern, dass ein Abrieb des Mittels als Staub in die Umwelt gelangt. Das Julius-K√ľhn-Institut hat eine Liste von Ger√§ten ver√∂ffentlicht, die den Anteil des Wirkstoffs, der als Abluft in die Umgebung gelangt, um mindestens 90 Prozent reduziert. Unter Ber√ľcksichtigung dieser Ma√ünahmen ist die Aussaat des mit dem Wirkstoff Methiocarb gebeizten Mais als sicher f√ľr Bienen anzusehen.
F√ľr Pflanzenschutzmittel aus der Gruppe der Neonicotinoide (Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid) kann dagegen zum jetzigen Zeitpunkt nicht in vollem Umfang gekl√§rt werden, in welchem Ma√üe und auf welchen Wegen Bienen mit diesen Wirkstoffen in Ber√ľhrung kommen k√∂nnen. Hinzugekommen ist nach neuesten Erkenntnissen die Frage, ob von den Pflanzen abgegebene Fl√ľssigkeitstr√∂pfchen, die von Bienen aufgenommen werden k√∂nnen, ein zus√§tzliches Risiko darstellen. Aus diesem Grund hat das BVL entschieden, die Zulassungen f√ľr die Gruppe der Neonicotinoide auch weiterhin ruhen zu lassen.
Im Fr√ľhjahr 2008 war es in einigen Regionen S√ľddeutschlands zu einem Bienensterben gekommen. Ursache war Maissaatgut, das mit dem insektiziden Wirkstoff Clothianidin behandelt war. Bei einigen Partien dieses Saatguts haftete der Wirkstoff nicht ausreichend an den K√∂rnern. Hinzu kam, dass mit Luftdruck arbeitende S√§ger√§te eingesetzt wurden, die den Abriebstaub in die Luft abgaben, so dass dieser auf bl√ľhende Pflanzen gelangte und dort von Bienen aufgenommen wurde. Nach Bekanntwerden der Vorf√§lle hatte das BVL am 15. Mai 2008 vorsorglich f√ľr mehrere Pflanzenschutzmittel zur Mais- und Rapsbeizung das Ruhen der Zulassung angeordnet. Am 25. Juni 2008 hat das BVL die Zulassungen f√ľr die Mittel zur Rapsbehandlung wieder in Kraft gesetzt, nachdem sich erwiesen hatte, dass die mit dem Maissaatgut aufgetretenen Probleme nicht auf Raps √ľbertragbar sind.
Weitere Informationen:
http://www.jki.bund.de/cln_045/nn_813794/DE/pressestelle/Presseinfos/2009/140109... - Liste abdriftmindernder Sämaschinen
http://www.jki.bund.de/cln_045/nn_804440/DE/Home/pflanzen__schuetzen/pfsmittel/h... - Bestimmung des Feinstaubanteils von mit Insektiziden behandeltem Maissaatgut



Copyright: © Informationsdienst Wissenschaft e.V. -idw- (10.02.2009)
 
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