Cadmium-arme Rohphosphate begrenzt

Phosphathaltige D√ľngemittel d√ľrfen gem√§√ü der Neufassung der D√ľngemittelverordnung nicht mehr in den Verkehr gebracht werden, wenn der Gehalt an Cadmium √ľber 60 mg/kg P2O5 betr√§gt. Der Wert soll k√ľnftig auch EU-weit gelten. Bei Gehalten von √ľber 20 mg/kg P2O5 muss der Gehalt in der d√ľngemittelrechtlichen Kennzeichnung angegeben werden. In der Praxis bedeutet dies, dass D√ľngemittelhersteller niedrigere Gehalte einhalten m√ľssen, um das Risiko auszuschlie√üen, dass die genannten Werte aufgrund von Schwankungen in einzelnen Chargen zuf√§llig √ľberschritten werden.

Phosphathaltige D√ľngemittel d√ľrfen gem√§√ü der Neufassung der D√ľngemittelverordnung nicht mehr in den Verkehr gebracht werden, wenn der Gehalt an Cadmium √ľber 60 mg/kg P2O5 betr√§gt. Der Wert soll k√ľnftig auch EU-weit gelten. Bei Gehalten von √ľber 20 mg/kg P2O5 muss der Gehalt in der d√ľngemittelrechtlichen Kennzeichnung angegeben werden. In der Praxis bedeutet dies, dass D√ľngemittelhersteller niedrigere Gehalte einhalten m√ľssen, um das Risiko auszuschlie√üen, dass die genannten Werte aufgrund von Schwankungen in einzelnen Chargen zuf√§llig √ľberschritten werden. Die deutschen Minerald√ľngerhersteller haben sich seit etlichen Jahren im Rahmen einer freiwilligen Vereinbarung auf einen H√∂chstwert von 90 mg/kg P2O5 festgelegt. Dieser ist nun nicht mehr ausreichend. In √Ėsterreich gilt ebenfalls noch ein Grenzwert von 90 mg/kg P2O5, in Schweden sind es 43,6 mg/kg und in Finnland 21,8 mg/kg. Da die f√ľr die Herstellung von Phosphatd√ľnger verwendeten Phosphaterze je nach Herkunft sehr unterschiedliche Gehalte an Cadmium aufweisen, spielen die Rohphosphatherk√ľnfte eine ganz entscheidende Rolle. Die wichtigsten Vorkommen liegen in Russland, Amerika, Nord- und Westafrika. Die Cadmiumgehalte liegen am niedrigsten in Russland mit weniger als 13 mg/kg P2O5 und in Florida mit 23 mg/kg P2O5 (Tabelle).
 

Herkunft

Export
in 1.000 t p.a.

Cd-Gehalt
mg/kg P2O5

Marokko

8.480

46 - 121

Russland

3.275

< 13

Syrien

1.045

52

Israel

878

100

Tunesien

641

137

Jordanien

581

< 30

Algerien

560

60

Togo

280

126

Kasachstan

196

k. A.

S√ľdafrika

86

< 15

√Ągypten

8

74

 
Bei Rohphosphatherk√ľnften mit mehr als 60 mg Cadmium/kg P2O5, m√ľsste das Phosphat vor der Weiterverarbeitung herausgel√∂st werden. Dieser technisch aufw√§ndige Prozess wird sich in den Kosten f√ľr Phosphatd√ľnger niederschlagen. Bereits im Vorfeld wird aber auch die verst√§rkte Nachfrage nach Cd-armen Rohphosphaten die Rohstoffe verteuern. Hauptlieferrat f√ľr cadmiumarme Rohphosphate ist Russland, vor allem die russische Halbinsel Kola. Weitere geeignete Herk√ľnfte bieten Finnland, S√ľdafrika und China. Lieferl√§nder, die √ľber einen Cadmiumgehalt in Rohphosphat von 50 bis 60 mg/kg P2O5 hinauskommen, kommen k√ľnftig aus Kostengr√ľnden kaum noch in Frage.Die Beschaffung von geeignetem Phosphaterz wird mittelfristig immer schwieriger mit der Folge, dass Phosphatd√ľnger teurer werden. Russische Anbieter haben bereits begonnen, die Preise f√ľr Cd-armes Rohphosphat in der EU anzuheben. Landwirte haben die bereits in den vergangenen Jahren erfolgten Preisanhebungen bei Phosphatd√ľngern mit einer Reduktion der Aufwandmengen beantwortet. Dies ist m√∂glich, weil Phosphat im Boden gut gebunden wird und in den letzten Jahrzehnten in landwirtschaftlich genutzten B√∂den h√§ufig Vorr√§te aufgebaut worden sind, von denen nun gezehrt werden kann. Der Aufbau dieser Vorr√§te kam nicht selten √ľber Wirtschaftsd√ľnger, deren Gehalte an Phosphat bei der Bestimmung des D√ľngebedarfs der Fl√§chen unterbewertet oder gar nicht bewertet wurden. In der √∂ffentlichen Diskussion hat sich vor diesem Hintergrund und h√§ufig auch zurecht der Eindruck verfestigt, dass Phosphat eher ein Problem des ‚Äězu Viel‚Äú als ein Problem des ‚Äězu Wenig‚Äú ist. Diese Zeiten sind vorbei. Die gestiegenen Preise f√ľr D√ľnger sorgen nicht nur f√ľr eine bedarfsgerechte Dosierung der mineralischen D√ľnger, sondern auch nach einer verst√§rkten Nachfrage nach im Verh√§ltnis noch preisg√ľnstigen organischen D√ľngern wie Wirtschaftsd√ľngern oder Sekund√§rrohstoffd√ľngern. Quelle: DLG-Mitteilungen, D√ľnger-Magazin 12/2003. (KE)



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