Wenn es niemals mehr dunkel wird

BMBF stärkt Forschung zum Einfluss nächtlicher Beleuchtung auf Umwelt und Gesundheit / Schavan: "Intelligente und nachhaltige Lichtkonzepte entwickeln"

Der Mensch macht die Nacht zum Tag: Er beleuchtet Stra√üen, strahlt Geb√§ude an, umgibt sich mit leuchtenden Werbefl√§chen und Schaufenstern. Das vermittelt ein Gef√ľhl von Sicherheit, ist Zeichen f√ľr Modernit√§t und Wohlstand. Doch das n√§chtliche Licht hat auch seine Schattenseiten: Es ist nicht nur f√ľr 19 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs verantwortlich. Licht au√üerhalb der nat√ľrlichen Rhythmen kann auch Wohlbefinden, Leistungsf√§higkeit und Gesundheit von Mensch und Tier beeintr√§chtigen. Nicht zuletzt deshalb sprechen Forscher auch vom Ph√§nomen der "Lichtverschmutzung".
Wie sich die k√ľnstliche Beleuchtung auf den Organismus auswirkt, welche gesundheitlichen und √∂kologischen Folgen sie hat und welche kulturellen und sozio√∂konomischen Auswirkungen es gibt, das erforscht seit 2010 der weltweit einzigartige Forschungsverbund "Verlust der Nacht". Ihm geh√∂ren - unter Leitung des Leibniz-Instituts f√ľr Gew√§sser√∂kologie und Binnenfischerei (IGB) - sechs Leibniz-Institute, ein Helmholtz-Zentrum sowie die TU und die FU Berlin an. Das Bundesministerium f√ľr Bildung und Forschung (BMBF) und die Senatsverwaltung f√ľr Wirtschaft, Technologie und Forschung in Berlin f√∂rdern das Projekt.
"Ziel der Forscher ist es, nicht nur die Zusammenh√§nge zu verstehen, sondern auch Konzepte f√ľr eine intelligente und nachhaltige Beleuchtung zu entwickeln", sagt Bundesforschungsministerin Annette Schavan. "Die zunehmende Lichtverschmutzung ist ein Ph√§nomen, das viele Menschen betrifft und das die Natur stark beeintr√§chtigen kann. Deshalb haben wir im Wissenschaftsjahr 2012 - Zukunftsprojekt Erde eine gro√üe Kampagne gestartet, um die √Ėffentlichkeit durch Veranstaltungen und Mitmachaktionen f√ľr das Thema st√§rker zu sensibilisieren." So gibt es ein eigenes Exponat auf der MS Wissenschaft, die zurzeit durch Deutschland tourt. Ab September wird das "Verlust der Nacht"-Team in St√§dten wie Berlin, Erfurt, Frankfurt/Main und Osnabr√ľck zum Kennenlernen der Nacht einladen.
Der Verlust der Nacht wird in f√ľnf Bereichen erforscht:
√Ėkologie - Wenn Millionen Insekten und tausende V√∂gel von Laternen und beleuchteten Geb√§uden angezogen werden, dann hat dies Einfluss auf Artenvielfalt und Gleichgewicht im √Ėkosystem. Die Projekte untersuchen, wie einzelne Lebensgemeinschaften im Wasser oder an Land auf k√ľnstliche Lichteinfl√ľsse reagieren.
Gesundheit - Licht, wenn der K√∂rper eigentlich Dunkelheit erwartet: Welche physiologischen Mechanismen den saisonalen und t√§glichen Lichtrhythmen zugrunde liegen, und wie k√ľnstliche Beleuchtung Physiologie und Verhalten von Mensch und Tier beeinflusst, wird im Bereich Gesundheit untersucht.
Gesellschaft - Sozialwissenschaftler interessieren sich daf√ľr, welche gesellschaftliche Bedeutung k√ľnstliche Beleuchtung hat und wie sie geregelt ist. Diese Grundlage hilft, k√ľnstliche Beleuchtung auf europ√§ischer, nationaler, regionaler und lokaler Ebene nachhaltiger zu gestalten.
Lichttechnik - K√ľnstliche Lichtquellen k√∂nnen nach den gewonnenen Erkenntnissen in Leuchtdichte und spektraler Charakteristik optimiert, effizienter ausgelegt und zeitlich regelbar gestaltet werden. Hierf√ľr kooperieren die Forscher mit der Beleuchtungsindustrie.
Astronomie und Kulturgeschichte - Wo die N√§chte immer heller werden, verlieren die Sterne ihre Strahlkraft - einen beeindruckenden Sternenhimmel gibt es nur noch an wenigen Orten in unseren Breiten. Das ist auch ein kultureller Verlust, den es ins Bewusstsein zu r√ľcken, zu erforschen und - nach M√∂glichkeit - zu beheben gilt.
Weitere Informationen finden Sie unter http://www.verlustdernacht.de/ und http://partner.forumz-online.de/newssystem/www.zukunftsprojekt-erde.de/mitmachen/weitere-wettbewerbe-und-aktionen/verlust-der-nacht.html.



Copyright: © Bundesministerium f√ľr Bildung und Forschung (31.07.2012)
 
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