Geothermie und CO2-Speicherung: konkurrierende Nutzung des Untergrundes?

Zweitägige Konferenz am GFZ zum Stand des Wissens beider Technologien

Zweitägige Konferenz am GFZ zum Stand des Wissens beider Technologien

Die Bekämpfung der CO2-Emissionen kann an zwei Stellen ansetzen: Erstens können Energieformen genutzt werden, die keine oder nur sehr geringe Kohlendioxid-Emissionen freisetzen, dazu gehört die Erdwärme. Zweitens kann das beim Verbrennen von fossilen Energieträgern zwangsläufig freiwerdende CO2 abgetrennt und in geeigneten Gesteinsformationen geologisch gespeichert werden. Wenn aber Geothermie und geologische CO2-Speicherung die gleichen Gesteinsschichten nutzen wollen, stellt sich die Frage, ob das eine nicht das andere ausschließt.

Dieser Frage wollen am 10. und 11. Februar √ľber 250 Ingenieure, Geowissenschaftler und Entscheidungstr√§ger aus Politik und Wirtschaft auf der internationalen Tagung: "Geothermal Energy and CO2 Storage: Synergy or Competition?" im Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ nachgehen. Es werden weltweit f√ľhrende Wissenschaftler aus Kanada, Gro√übritanien, Frankreich, Niederlande, Schweiz, Norwegen, D√§nemark und Deutschland den Stand des Wissens zu den Hauptaspekten beider Technologien berichten. Auf dem Treffen sind insgesamt 25 Nationen vertreten.

Das GFZ bietet als weltweit einzige Forschungseinrichtung bereits seit Jahren f√ľr beide Gebiete gro√üangelegte Feldexperimente als Schl√ľsselbeitr√§ge zu den gro√üen thematischen Herausforderungen unserer Zeit in den Bereichen Klima und Energie. Das Potsdamer Helmholtz-Zentrum hat dazu eigens sowohl ein Zentrum f√ľr CO2-Speicherung als auch ein Internationales Geothermiezentrum gegr√ľndet.

Die beiden brandenburgischen Forschungslabore Gro√ü-Sch√∂nebeck (Geothermie) und Ketzin (CO2-Speicherung) gelten weltweit als Referenzstandorte. Im GFZ-Geothermielabor Gro√ü Sch√∂nebeck wurde erstmals die ganze Kette von Reservoircharakterisierung bis zur geothermischen Nutzung tiefer sediment√§rer Lagerst√§tten in einem Forschungsprojekt getestet. Der Standort wird jetzt zur Entwicklung innovativer tiefengeothermischer Technologien ausgebaut. Im Labor Ketzin wird erstmals in Europa auf dem Festland die Injektion von CO2 gezeigt; mit dem weltweit umfassendsten Messinstrumentarium f√ľr ein solches Projekt werden Beobachtungsmethoden zur √úberwachung der ablaufenden Prozesse entwickelt. Die Forschung zur gemeinsame Nutzung von geeigneten Gesteinsformationen durch Geothermie und CO2-Speicherung ist in diesem Zusammenhang ein neues Forschungsfeld.

Die Forschungsresultate sind alles andere als regionaler Natur: die hier entstehenden Verfahren und L√∂sungen sollen letztlich den aufstrebenden Nationen und Schwellenl√§ndern n√ľtzen, ihren notwendigen Energiebedarf zu stillen und gleichzeitig die Kohlendioxidemissionen zu begrenzen.

Am zweiten Tag der Tagung diskutieren Vertreter aus Politik und Gesellschaft die Schlussfolgerungen aus den Forschungsergebnissen unter dem Aspekt, die entwickelten Technologien umzusetzen und Randbedingungen f√ľr die Untergrundnutzung abzuleiten.



Näheres zur Konferenz unter:
http://www.gfz-potsdam.de/portal/gfz/Neuestes/Veranstaltungen/Tagungen+und+Konfe...

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Franz Ossing
Helmholtz Centre Potsdam
GFZ German Research Centre for Geosciences
Deutsches GeoForschungsZentrum
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Telegrafenberg
14473 Potsdam / Germany
e-mail: ossing@gfz-potsdam.de
Tel. ++49 (0)331-288 1040
Fax ++49 (0)331-288 1044
http://www.gfz-potsdam.de/



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