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Empfehlungen der Mittelstandsallianz zur Bundestagswahl 2021 â Was fĂŒr den Mittelstand wichtig ist!
Die Mittelstandsallianz vereint eine Vielzahl an mittelstĂ€ndisch geprĂ€gten VerbĂ€nden â aus speziellen Branchen und branchenĂŒbergreifend â und vertreten zugleich Werte und Forderungen, die gemeinsam mit dem BVMW â Bundesverband mittelstĂ€ndische Wirtschaft an die Politik herangetragen wird. Gemeinsam treten die Mittelstandsallianz und der bvse-Bundesverband SekundĂ€rrohstoffe und Entsorgung auch fĂŒr eine Energie- und Rohstoffwende in Deutschland ein.
Der Mittelstand ist der Motor der Energie- und Rohstoffwende und damit der Etablierung einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft in Deutschland. Daraus ergeben sich gerade fĂŒr mittelstĂ€ndische Unternehmen groĂe Chancen. Die Standortvorteile Deutschlands dĂŒrfen nicht durch zu hohe Strompreise gefĂ€hrdet werden.
Wir treten daher fĂŒr eine mittelstandsfreundliche Gestaltung der Energiewende unter der Leitlinie âso dezentral wie möglich, so zentral wie nötigâ ein. Eine dezentrale und verbrauchsnahe Erzeugung begrenzt die Kosten des Netzausbaus, stĂ€rkt den Wettbewerb auf dem Energiemarkt und vermeidet hohe Ăbertragungsverluste. Dabei sei erwĂ€hnt, so bvse-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Eric Rehbock, dass die Kreislaufwirtschaft durch die energetische Nutzung von AbfĂ€llen, beispielsweise durch die Herstellung hochwertiger Ersatzbrennstoffe, einen bedeutenden Beitrag zur dezentralen Energieerzeugung in Form von ElektrizitĂ€t, WĂ€rme und Prozessdampf leistet.
Deutschland braucht eine umfassende Rohstoffwende durch mehr Ressourcenschonung, Recycling sowie eine effiziente SekundĂ€rrohstoffwirtschaft, um sich fĂŒr eine ökonomisch erfolgreiche und nachhaltige Zukunft optimal aufzustellen. Gerade mittelstĂ€ndische Unternehmen können dazu mit ihrem Know-how einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft in Deutschland leisten. Der deutsche Mittelstand war schon immer vorne mit dabei, wenn es um Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein ging. Denn anders als groĂe Konzerne ist jedes mittelstĂ€ndische Unternehmen traditionell Teil seiner unmittelbaren Um- und Mitwelt. Wir erwarten daher von der neuen Bundesregierung, dass sie sich in der EuropĂ€ischen Union fĂŒr die Förderung der Recyclingunternehmen einsetzt, beispielsweise auch durch die Einbeziehung in die Ausgleichsregelung der EEG-Umlage.
"Die Bundesregierung ist aufgefordert, das Potenzial der Recyclingwirtschaft zum Klimaschutz stĂ€rker zu nutzen. Wir brauchen deshalb eine Zukunftsoffensive mit einer mittelstandsscharfen Förderung zum Ausbau von weiteren RecyclingkapazitĂ€ten. Flankierend dazu mĂŒssen insbesondere im Rahmen der Genehmigungsverfahren bĂŒrokratische Bremsklötze aus dem Weg gerĂ€umt werden", macht bvse-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Eric Rehbock deutlich.
Unsere Forderungen
+ Dezentralen Ausbau von Erneuerbarer Energie fördern
Wenn die Bundesregierung ihre Klimaziele erreichen möchte, muss sie die Ausbaupfade fĂŒr die Erneuerbaren Energien deutlich erhöhen und den dezentralen Ausbau attraktiver gestalten. Denn wenn mittelstĂ€ndische Unternehmen in betriebseigene Photovoltaik-Anlagen investieren, können sie einen GroĂteil des benötigten Stroms selbst erzeugen und tragen gleichzeitig umfassend zur regionalen Wertschöpfung bei. HierfĂŒr braucht es einfache und attraktive Regelungen fĂŒr den Eigenstromverbrauch sowie eine echte Strategie fĂŒr den regionalen Ausbau der Erneuerbaren Energien. DarĂŒber hinaus ist eine langfristige gesetzliche Zusicherung fĂŒr derlei Investments notwendig, um aus dem Auf und Ab der bisherigen Förderpolitik auszusteigen und zu lernen.
+ Energiekosten senken
Der Anteil von Steuern und Umlagen macht mehr als 50 Prozent des Strompreises aus. Gleichzeitig werden Verbraucher durch die Mehrwert- und Stromsteuer doppelt besteuert. Wir fordern daher, die Stromsteuer deutlich zu senken oder abzuschaffen. Dies wĂŒrde Strom auch fĂŒr Anwendungen der Sektorenkopplung attraktiver machen. Strom, WĂ€rme und MobilitĂ€t mĂŒssen vernetzt gedacht werden.
+ Erneuerbare Energien weiter ausbauen
Dezentrale Speicher sind wichtig, damit die Energiewende gelingen kann. Zur Förderung der Wirtschaftlichkeit sollten Speicher von Letztverbraucherpflichten befreit werden, um Privathaushalte und den Mittelstand zu entlasten.
+ SekundÀrrohstoffe verstÀrkt einsetzen!
Der Einsatz von SekundĂ€rrohstoffen in der gewerblichen und industriellen Produktion schont natĂŒrliche Ressourcen, spart Energie und verringert den CO2-AusstoĂ. Es ist daher in allen relevanten Bereichen zu prĂŒfen, ob SekundĂ€rrohstoffe eingesetzt werden können. Denn eine funktionierende Kreislaufwirtschaft fĂŒhrt sowohl zu einem effektiven Umwelt- als auch Klimaschutz und muss zur Einhaltung der deutschen Klimaschutzverpflichtungen umfassend implementiert werden.
Bedenklich wÀre dabei jedoch die stÀrkere kommunale Einflussnahme auf das bewÀhrte Prinzip der privatwirtschaftlichen Erfassung der Wertstoffe. Die Wiedergewinnung von Rohstoffen bei geringer Kostenbelastung der Unternehmen und Verbraucher muss zweifellos im Vordergrund stehen.
+ Recyclingprodukte verwenden!
Ob im Tief- und StraĂen-, Haus- oder GebĂ€udebau, beim Handwerk, der Industrie oder der Verwaltung: Die deutsche Recyclingindustrie bietet qualitativ ausgezeichnete Recyclingprodukte fĂŒr die vielfĂ€ltigsten Verwendungsmöglichkeiten. Trotzdem gibt es immer noch eine zu groĂe ZurĂŒckhaltung öffentlicher wie privater Auftraggeber, Recyclingprodukte einzusetzen. Die öffentliche Hand sollte bei ihren Auftragsvergaben daher mit gutem Beispiel voran gehen und die Diskriminierung der Verwendung von Recyclingprodukten, beispielsweise in Ausschreibungen, endlich beenden.
Zum Herunterladen:
Programmteil Rohstoff- und Energiewende
Programm mit allen Forderungen der Mittelstanzallianz: Gemeinsam fĂŒr einen starken Mittelstand
Die Originalpressemitteilung finden Sie hier.
| Copyright: | © bvse-Bundesverband SekundĂ€rrohstoffe und Entsorgung e.V. (19.08.2021) | |
