Schilf ist als Brennstoff geeignet

In einem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Projekt konnte nachgewiesen werden, dass Niedermoor-Biomasse grundsätzlich als Brennstoff genutzt werden kann. Allein in Mecklenburg-Vorpommern kommen mehr als 50.000 Hektar als Paludikultur (Sumpfkultur)-Flächen zur Gewinnung von Energie-Biomasse in Frage. Auf der Abschlussveranstaltung des Projektes am 18. Mai 2009 werden die Ergebnisse der Untersuchung vorgestellt.

Schilfernte in Neukalen
Foto: Dr. Wendelin Wichtmann, Greifswald
 
Im Nordosten Deutschlands existieren ausgedehnte Niedermoorfl√§chen, die zu √ľber 95 % entw√§ssert sind. Somit wird die Torfmineralisation gef√∂rdert und gro√üe Mengen des Klimagases CO2 werden freigesetzt. Rund 30 % der gesamten Treibhausgas-Emissionen der deutschen Landwirtschaft bzw. 4 % der Gesamt-Treibhausgas-Emissionen Deutschlands werden durch die Entw√§sserung und landwirtschaftliche Nutzung von Moorfl√§chen verursacht. Das Projekt "ENIM - Energiebiomasse aus Niedermooren" erforscht die M√∂glichkeit einer Nutzung von Mooren nach Wiedervern√§ssung. Die als Paludikultur [palus (lat.): Sumpf] bezeichnete nasse, standortgerechte Bewirtschaftung vereinbart Moor- sowie Klimaschutz mit einer landwirtschaftlichen Wertsch√∂pfung.

Das 2007 bis 2009 von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Projekt umfasst folgende Aspekte:
- landtechnische und agrarökonomische Fragen der Gewinnung von Niedermoor-Biomasse
- Charakterisierung der Brennstoffeigenschaften von Schilf und Rohrglanzgras
- Verbrennungsversuche im Labor
- versuchsweiser Dauereinsatz in verschiedenen Mischungsverhältnissen mit Holz im Blockheizkraftwerk Friedland
- Bewirtschaftung nasser Niedermoore aus Sicht von Naturschutz und Landwirtschaft.

Die Abschlussveranstaltung des ENIM-Projektes richtet sich an landwirtschaftliche Betriebe mit hohem Biomasseanfall aus Niedermooren und/oder hohem Wärmebedarf (Schweinezucht, Aquakultur usw.), Unternehmen mit großem Wärmebedarf (zum Beispiel Gartenbau, Kleinindustrie), Kommunen und öffentliche Einrichtungen, die in eine CO2-neutrale Wärmeversorgung aus regionaler Biomasse investieren wollen sowie Naturschutzvertreter, die eine sinnvolle Verwertung von Landschaftspflegematerial suchen.

Neben der Vorstellung der Projektergebnisse werden externe Referenten √ľber praxisrelevante Fragen wie Brennstoffeigenschaften halmgutartiger Biomasse, Technologien und Anlagenalternativen sowie Finanzierungsm√∂glichkeiten informieren. Erfahrungen aus Fallbeispielen veranschaulichen Potentiale und m√∂gliche Schwierigkeiten der Verbrennung von halmgutartiger Biomasse.

"Heizen mit Schilf - Möglichkeiten dezentraler Wärmeenergieversorgung"
18. Mai 2009, 09:30 - 16:30 Uhr
Internationales Begegnungszentrum "Felix-Hausdorff"
Bahnhofstraße 2/3, 17489 Greifswald

Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Dr. Wendelin Wichtmann
Gesch√§ftsf√ľhrung
Institut f√ľr dauerhaft umweltgerechte Entwicklung von Naturr√§umen der Erde (DUENE) e.V.
c/o Institut f√ľr Botanik und Landschafts√∂kologie
Grimmer Straße 88, 17487 Greifswald
Telefon 03834 86-4143
Telefax 03834 86-4107
docuu@gmx.de



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