„Space Mining“ - Müllsammler für Mission im Weltall gesucht

Wie auf der aktuell in Darmstadt stattfindenden Tagung der ESA “5th European Conference on Space Debris” berichtet, wird der Weltraumschrott mehr und mehr zum Problem.

Derzeit beläuft sich die Zahl der katalogisierten Raumfahrtrückstände > 10cm auf 12.500; es wird geschätzt, dass sich jedoch rund 600.000 Objekte >1cm im All befinden. Neben der Risikobewertung und Diskussion über verbesserte Methoden zur Messung und zur Vermeidung von Weltraumschrott werden die Tagungsteilnehmer nicht daran vorbeikommen auch Maßnahmen zur Einsammlung zu erörtern.
 
Dann wären in der Tat Müllpicker oder Scavenger gefragt. Aus „Urban Mining“ würde „Space Mining“.
 
Die Homepage der ESA berichtet: „Zwischen dem Start von Sputnik am 4. Oktober 1957 und dem 1. Januar 2008 haben schätzungsweise 4.600 Raketen ca. 6.000 Satelliten in ihre Umlaufbahn gebracht, von denen etwa 400 jenseits der geostationären Laufbahn oder sogar zu anderen Planeten geflogen sind. Heute sind nur noch etwa 800 Satelliten in Betrieb – ungefähr 45% von ihnen befinden sich in erdnahen und geostationären Umlaufbahnen (LEO und GEO).
 
Bild ESA Herkunft des Weltraummülls:
"Bis heute wissen wir von etwa 200 Explosionen und etwa 5 Kollisionen im Weltraum. Weitere Explosionen und Kollisionen vermutet man. Die Explosionen werden hauptsächlich durch bordeigene Energiequellen, z. B. durch Druckaufbau im Treibstofftank, Batterieexplosionen oder Selbstentzündung von hypergolischem Treibstoff verursacht. Jede Explosion oder Kollision verursacht Tausende von kleinen Trümmerteilchen. Der bekannteste Zwischenfall war die Kollision des Cerise-Satelliten mit einem Trümmerteil von einer explodierten Oberstufe einer Ariane im Jahre 1996. Dies war die erste bekannte Kollision von katalogisierten Objekten."
 
 
Als Weltraummüll bezeichnet man die ständig zunehmende Menge an inaktiver Weltraum-Hardware, die um die Erde kreist, sowie Fragmente von alten Satelliten die abgebrochen, explodiert oder auf eine andere Weise abtrünnig geworden sind. Ca. 50% der nachweisbaren Objekte bergen die potentielle Gefahr einer Explosion in ihrer Umlaufbahn (über 200) oder eines Zusammenstoßes (weniger als 10).“ Wie der Deutschlandfunk heute (1.4.2009) von der Tagung berichtet, wird in der Tat schon darüber diskutiert, ob es Sinn macht Helfer für einfache Arbeiten zu suchen.
 
Zurück zum Thema „Space Mining“: Es ist kein Aprilscherz sich darüber Gedanken zu machen, ob es nicht günstiger ist die Explosionsreste alter Missionen einzusammeln und die hochwertigen Legierungen zu verwerten, als das Risiko von Kollisionen aktueller und künftiger Satelliten oder gar Raumschiffe auf Dauer zu tragen.
 
Weitere Informationen und hoch interessante Bilder:
>>ESA
>>Science Blog



Copyright: © ASK-EU (01.04.2009)
 
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