Einwegplastik und Zigarettenkippen in der Umwelt kosten Kommunen jährlich 700 Millionen Euro

Studie des VKU ermittelt erstmals Mengen und Kosten des Litterings


Die St√§dte und Gemeinden in Deutschland zahlen j√§hrlich rund 700 Millionen Euro, um Parks und Stra√üen von Zigarettenkippen, To-Go-Bechern und anderen Einwegplastik-Produkten zu reinigen sowie √∂ffentliche Abfallbeh√§lter zu leeren und die Abf√§lle zu entsorgen. Davon entfallen allein auf die Entsorgung von Zigarettenkippen rund 225 Millionen Euro. F√ľr die Entsorgung von To-go-Bechern aus Plastik fallen rund 120 Millionen Euro pro Jahr an. Das ist das Ergebnis einer Studie des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), die Bundesumweltministerin Svenja Schulze und VKU-Pr√§sident Michael Ebling heute in Berlin vorstellten. Es handelt sich dabei um die erste Analyse, die repr√§sentative und aktuelle Zahlen zu den Reinigungs- und Entsorgungskosten der Kommunen zur Verf√ľgung stellt und nach den unterschiedlichen Abfallarten aufschl√ľsselt.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: ‚ÄěUnser Ziel sind saubere Parks und saubere Stra√üen. Bisher m√ľssen alle B√ľrgerinnen und B√ľrger √ľber ihre Steuern und Geb√ľhren f√ľr die Reinigung von Stra√üen und Parks zahlen. Es ist nur gerecht, wenn wir k√ľnftig die Kosten anders verteilen, die B√ľrger entlasten und im Gegenzug die Einwegplastik-Hersteller zur Kasse bitten. Neben mehr Kostengerechtigkeit sollte aber auch ein Plus f√ľr die Umwelt dabei herauskommen. Ich bin daf√ľr, dass das neue System die Kommunen auch dabei unterst√ľtzt, mehr Reinigungspersonal einzustellen, neue Kehrmaschinen anzuschaffen oder zus√§tzliche Papierk√∂rbe und Aschenbecher aufzustellen. Mit dieser Studie haben wir zum ersten Mal eine solide Datenbasis. Weitere Schritte m√ľssen folgen, bevor dieses neue System an den Start gehen kann: eine gesetzliche Grundlage durch den Bundestag, Leitlinien der EU-Kommission und Gespr√§che mit den Einwegplastik-Herstellern. Die gute Nachricht ist: Ein Teil des Einwegplastiks wird bereits im n√§chsten Sommer aus den Parks verschwinden: Denn dann tritt das Verbot von Plastiktellern und -besteck, Strohhalmen und Styroporbechern in Kraft.‚Äú

Michael Ebling, VKU-Pr√§sident und Oberb√ľrgermeister von Mainz: ‚ÄěDie Ergebnisse verdeutlichen das Ausma√ü der Mengen an Plastikabf√§llen, die im √∂ffentlichen Raum anfallen: Die in der EU-Kunststoffrichtlinie definierten Einwegkunststoffe machen einen signifikanten Anteil an der Gesamtabfallmenge aus. Im bundesweiten Mittel erreichen diese Kunststoffe einen Volumenanteil von 20 Prozent. F√ľr saubere und lebenswerte St√§dte und Gemeinden zu sorgen, ist einer der Grundpfeiler der kommunalen Daseinsvorsorge. Bisher wird das vollst√§ndig √ľber Stra√üenreinigungsgeb√ľhren oder die kommunalen Haushalte finanziert und damit auf die Allgemeinheit abgew√§lzt. Dass in Zukunft die Hersteller bestimmter Einwegprodukte finanziell f√ľr die Folgen ihrer umweltsch√§dlichen Gesch√§ftsmodelle aufkommen sollen, ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung der Kosten.‚Äú

Pro Einwohner und Jahr entsorgen die kommunalen Stadtreiniger in Deutschland knapp 140 Liter Stra√üenm√ľll. Das ist die Menge, die in Stra√üenpapierk√∂rben, auf der Stra√üe oder im Geb√ľsch landet. Ein Gro√üteil dieser Abf√§lle sind mit mehr als 40 Prozent Produkte aus Einwegplastik und Verpackungen. Knapp 50 Prozent des Volumens machen Gr√ľnabf√§lle, Stra√üensplit oder Sand aus. Das sind Abf√§lle, die umweltbedingt anfallen oder aus dem Winter-dienst stammen und sich damit nicht vermeiden lassen.

Einwegkunststoffe wie To-Go-Lebensmittelverpackungen oder Zigarettenkippen machen knapp 20 Prozent des Volumens aus. An den Kosten f√ľr die Beseitigung und Entsorgung dieser Kunststoffe im √∂ffentlichen Raum sollen gem√§√ü europ√§ischer Einwegkunststoff-Richtlinie k√ľnftig die Hersteller in Zukunft finanziell beteiligt werden. Diese Kosten machen im deutschlandweiten Durchschnitt laut Studie rund ein Viertel der gesamten Entsorgungskosten aus.
F√ľr die repr√§sentative Studie wurden in 20 ausgew√§hlten Klein-, Mittel- und Gro√üst√§dten in Deutschland Abf√§lle aus Stra√üenpapierk√∂rben und Kehricht analysiert und auf dieser Basis deren Entsorgungskosten ermittelt. Die Studie wurde im Auftrag des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) vom INFA-Institut f√ľr Abfall, Abwasser und Infrastruktur-Management durchgef√ľhrt.

Grafiken, Fotos und O-Töne

Grafiken, Fotos sowie O-Töne der Bundesumweltministerin und des VKU-Präsidenten zum Termin finden Sie unter https://publicarea.admiralcloud.com/p/oMEXiweXXRurYrxaGvQo7F

Downloads:

Litteringstudie 2020
Studie zu Kosten f√ľr Sammlung und Entsorgung von Einwegkunststoffartikeln im √∂ffentlichen Raum
Kosten f√ľr Reinigung und Entsorgung von Einwegkunststoffartikeln und Zigarettenkippen in Deutschland im √∂ffentlichen Raum
Inhalte des Straßenkehrichts

Die Originalpressemitteilung finden Sie hier.



Copyright: © Verband Kommunaler Unternhemen e.V. (VKU) (20.08.2020)
 
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