Kommunale Abfallbilanz für Brandenburg

Abfallmengen und Gebühren sind 2003 landesweit gesunken

Potsdam. Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Dietmar Woidke (SPD) hat am 29. Oktober 2004 die Ergebnisse der kommunalen Abfallbilanz 2003 vorgestellt. Demnach ist die Abfallmenge, die von Kommunen entsorgt wurde, weiter zurück gegangen. Gleichzeitig konnten die Gebühren für die privaten Haushalte im Landesdurchschnitt gesenkt werden. Woidke versicherte, daß es in Brandenburg langfristig vergleichsweise niedrige Abfallgebühren geben werde. Dies würde dazu beitragen, „die Akzeptanz für die jetzt anstehenden Maßnahmen der Restabfallbehandlung zu erhöhen“.

Wie aus der Bilanz hervorgeht, entsorgten die öffentlich-rechtlichen Abfallentsorger im Jahr 2003 1,81 Millionen Tonnen Abfall. Das waren 8 Prozent weniger als im Vorjahr.

Auch die Hausmüllmenge ist seit Jahren rückläufig. 2003 entfielen auf jeden Einwohner im Land durchschnittlich 143 Kilogramm, 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Deutlicher reduzierten sich die gemischten Gewerbeabfälle und der Sperrmüll, die um 16 bis 17 Prozent zurückgingen. Den wenigsten Hausmüll verursachten die Einwohner des Landkreises Potsdam-Mittelmark mit durchschnittlich 104 Kilogramm.

Bei den getrennt erfassten Wertstoffen konnte 2003 kein mengenmäßiger Zuwachs verzeichnet werden. Als Ursache bezeichnete Umweltminister Woidke die Verdrängung von Glas- durch PET-Flaschen. Da die Wertstoffe nach Masse und nicht nach Volumen erfasst werden, komme es auf Grund des geringeren Gewichts zwangsläufig zu einem Rückgang. Zudem mache sich erstmals das seit vergangenem Jahr geltende Pflichtpfand bemerkbar. Die davon betroffenen Getränkeeinwegverpackungen würden direkt vom Handel zurückgenommen und von dort dem Recycling zugeführt.

Bei der Erfassung von Altpapier konnte das seit Jahren hohe Niveau gehalten werden. Insgesamt trennte jeder Brandenburger im vergangenen Jahr im Durchschnitt 172 Kilogramm Wertstoffe vom Restmüll und führte sie dem kommunalen Recyclingsystem beziehungsweise dem Dualen System zu. Die meisten Wertstoffe sammelten die Frankfurter mit 215 Kilogramm pro Einwohner

Von den durch die Kommunen eingesammelten Abfällen wurden 1.22 Millionen Tonnen deponiert (2002: 1,23 Millionen Tonnen). Damit hat sich die auf Deponien abgelagerte Abfallmenge in den letzten Jahren auf niedrigem Niveau stabilisiert. 1992 waren es noch 4 Mio. Tonnen, ein Rückgang von 70 Prozent. Durch die ab Juni 2005 erforderlichen Maßnahmen der  Restabfallbehandlung wird sich die Deponienmenge nochmals halbieren.

Nach Angaben des brandenburgischen Umweltministeriums ist es den meisten Landkreisen, kreisfreien Städten und Abfallzweckverbänden in den zurückliegenden Jahren gelungen, die Kosten und damit auch die Gebühren kontinuierlich zu reduzieren. Die Belastung durch Gebühren für die Entsorgung der Abfälle aus privaten Haushalten betrug 2003 im Landesdurchschnitt 41 Euro je Einwohner (2002: 43 Euro). In den vergangenen Jahren sind die Gebühren kontinuierlich gesunken, von 49 Euro im Jahr 1998 auf 41 Euro, was einem Rückgang von mehr als 16 Prozent entspricht.

Das Ministerium geht deshalb davon aus, daß viele Kommunen zumindest teilweise die Kosten kompensieren können, die ab Mitte kommenden Jahres entstehen werden, wenn bei der Restabfallbehandlung die Vorgaben aus dem nationalen und europäischen Recht umgesetzt werden müssen. Das Ministerium erwartet, dass die Gebühren zukünftig im Landesdurchschnitt nur unwesentlich über dem Mittel der vergangenen Jahre liegen werden.

Die ausführliche Bilanz kann im Internet eingesehen werden unter www.mluv.brandenburg.de/a/a_bilan.htm.

Kontakt: Ministerium für ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz. Heinrich-Mann-Allee 103, D-14473 Potsdam, Dr. Jens-Uwe Schade, Tel. 0331.866 7016, Fax: 8667018, eMail: jens-uwe.schade@mluv.brandenburg.de, Internet: www.mluv.brandenburg.de.
Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung, Ref. 62, Andreas Müntner, Tel. 0331.866-7306, Fax: 866-7241, eMail: Andreas.Muentner@mlur.brandenburg.de.
Landesumweltamt Brandenburg, Ref. A1, Dr. Ulrich Stock, Tel. 0331.2776-150, Fax: 2776-306, eMail: Ulrich.Stock@lua.brandenburg.de.



Copyright: © Rhombos-Verlag (29.10.2004)
 
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