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Zentrale Stelle Abfallüberwachung (ZSA) in Kulmbach hat ihre Arbeit aufgenommen
München (14.11.05). In Bayern wird die Abfallüberwachung neu organisiert: anstelle dezentraler Ansprechpartner werden ab sofort alle Sonderabfallströme zentral durch das Landesamt für Umwelt überwacht. Dies erklärte Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf am 11. November in Kulmbach bei der Besichtigung der neuen Zentralen Stelle Abfallüberwachung (ZSA), die am 1. November ihre Arbeit aufgenommen hat.
Schnappauf zufolge werden die Fachkenntnisse in Kulmbach gebündelt, wo auch bisher schon eine Gruppe von Experten des Landesamtes die Wege der Abfallentsorgung analysiert und statistisch aufbereitet hat. Mit dem Know-how von erfahrenen Spezialisten sei es einfacher, falsch deklarierte Abfälle festzustellen und dem gesetzlich vorgeschriebenen Entsorgungsweg zuzuführen, erklärte der Umweltminister. Für die Sondermüll-Überwachung in Bayern waren bisher neben dem Landesamt für Umwelt vor allem die 96 Kreisverwaltungsbehörden und zum Teil die sieben Bezirksregierungen zuständig. Solange der größte Teil des Sondermülls über die zentrale bayerische Entsorgungsgesellschaft GSB beseitigt wurde, war die räumliche Nähe von Abfallerzeugern und -entsorgern sowie Behörden vorteilhaft, so Schnappauf. Mittlerweile werde aber der vorwiegende Teil des Sondermülls nicht mehr in der GSB beseitigt, sondern in Hunderten von Anlagen in und außerhalb Bayerns verwertet. Durch die Bündelung der Kompetenzen könne man deshalb alle Entsorgungsvorgänge besser kontrollieren.
Durch die Bündelung der speziellen Fachkenntnisse an der ZSA kann nach den Worten Schnappaufs auch Personal eingespart werden. Bislang seien mindestens 50 Mitarbeiter bei den Kreisverwaltungsbehörden nötig gewesen. Durch die Zentralisierung sei es jetzt möglich, diese Aufgabe mit rund 25 Mitarbeitern zu erfüllen. Darüber hinaus werde es aufgrund der Fülle an EU-weiten Vorschriften zunehmend wichtig, daß die Wirtschaftsunternehmen einen zentralen, kompetenten Ansprechpartner für die immer komplexer werdenden Fragestellungen erhalten.
Nach Angaben des Bayerischen Umweltministeriums fallen in Bayern jährlich rund 2,3 Millionen Tonnen Sondermüll an. Rund ein Drittel davon wird überwiegend bei der GSB beseitigt, zwei Drittel werden verwertet. Die ZSA kontrolliert vor allem, ob für diese Abfälle der richtige Verwertungs- oder Beseitigungsweg vorgesehen ist und auch eingehalten wird. Dies geschieht durch eine sogenannte Vorabkontrolle mittels Entsorgungsnachweis und durch eine Verbleibskontrolle mittels Begleitschein. Laut ZSA werden rund 8.000 Entsorgungsnachweise und rund 200.000 Begleitscheine pro Jahr geprüft.
Kontakt: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, Rosenkavalierplatz 2, D-81925 München, Tel. 089.9214-00, Fax: -9214-2266, eMail: pressestelle@stmugv.bayern.de, internet: www.abfall.bayern.de.
Bayerisches Landesamt für Umweltschutz, Bürgermeister-Ulrich-Straße 160, D-86179 Augsburg, Tel. 0821.9071-0, Fax: -9071-5556, Internet: www.bayern.de/lfu/index.html
Außenstelle Nordbayern, Kulmbach, Schloss Steinenhausen, D-95326 Kulmbach, Tel. 09221.604-0, Fax -604-5900, eMail: Poststelle.Nordbayern@lfu.bayern.de
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