Elektromüll verseucht Schrottplätze in Asien

Wissenschaftler stellen gefährlich hohe Konzentration von Blei fest

Peking/Amsterdam. Auf die Gefährlichkeit von Elektro-Schrott hat Greenpeace am 17. August in Peking aufmerksam gemacht. Die Umweltorganisation Greenpeace fordert die Technologie- und Elektronikbranche auf, für die sichere Entsorgung gefährlicher Chemikalien zu sorgen. In China und Indien wurden sehr hohe Konzentrationen von Giften und Schwermetallen in der freien Natur und auf Schrottplätzen gefunden. In dem Bericht "Toxic Tech: Recycling of electronic waste in China and India", den Wissenschaftler der Universität von Exeter (Grossbritannien) im Auftrag von Greenpeace erstellt haben, werden Funde von giftigen Chemikalien in Werkstätten, im Abwasser und im Boden präsentiert.

"Die Ergebnisse der Untersuchung sollen die IT-Branche alarmieren und sie dazu bringen, gefährliche Substanzen zu reduzieren und die Verantwortung für ihre Produkte bis zur Verwertung zu tragen", meint Kevin Brigden, ein Wissenschaftler von Greenpeace International.

Chinesisches Kind, das zwischen einem Haufen von Kabeln und Elektronikschrott sitzt
(Foto: Greenpeace)

Im Staub von Elektroschrott-Werkstädten wurde in China eine Blei-Konzentration gemessen, die hundertmal so hoch ist wie die in einem durchschnittlichen Haushalt. Bei zwei Proben in den Wohnungen von zwei Elektromüll-Arbeitern wurde ebenfalls eine gefährliche hohe Konzentration von Schwermetallen, insbesondere von Blei, festgestellt. In den Wohnungen nebenan, deren Bewohner nicht als E-Schrott-Entsorger arbeiten, wurden ungleich geringere Konzentrationen gemessen.

Laut dem Bericht gibt es auch den Verdacht, dass elektronischer Abfall aus Europa wieder vermehrt zur Verwertung nach Asien geschickt wird, obwohl die EU den Export von gefährlichem Müll untersagt hat. Der Großteil des Elektromülls, der auf den Schrottplätzen Asiens verwertet wird, kommt aus den USA.

Laut Greenpeace haben mittlerweile fünf der wichtigsten Elektrofirmen versprochen, auf PVC und bromierte Brandverzögerer zu verzichten. Samsung, Nokia, Sony und Sony-Ericsson sowie LG Electronics wollen demnach weniger gefährliche Ersatzstoffe einsetzen. Bislang nicht dabei seien die Firmen Dell, IBM/Lenovo, Hewlett Packard, Siemens, Acer, Toshiba, Panasonic, Motorola, Fujitsu-Siemens und Apple. (pte)

Literatur:
Brigden, K.; Labunska, I.; Santillo, D.; Allsopp, M.: Toxic Tech: Recycling of electronic waste in China and India. Greenpeace International (editor), Amsterdam 2005
Der Kurzfassung kann auf der Internetseite von Greenpeace als PDF-Datei heruntergeladen werden. Die Langfassung steht ebenfalls zum Download bereit. 

Auf der Webseite von Greenpeace dokumentiert die Umweltorganisation unter der Überschrift "E-waste hall of shame" mit einer Vielzahl von Fotos Fundstellen.

Kontakt: Greenpeace International, Ottho Heldringstraat 5, NL-1066 AZ Amsterdam, Tel. +31 20 7182000, Fax: +31 20 5148151, eMail: supporter.services@int.greenpeace.org, campaign zeina.alhajj@int.greenpeace.org, Internet: www.greenpeace.org
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