Neues Abfallwirtschaftszentrum in Moskau

Die Stadt Moskau führt neues Entsorgungssystem ein und setzt auf europäische Standards

Berlin/Moskau. Mit Beschluß vom 18. Juni 2002 hat Moskaus Bürgermeister Jurij Luschkow den Grundstein zur Reorganisation des Abfallwirtschaftssystems in der russischen Hauptstadt gelegt. Die städtische Abfallpolitik soll zentral durch ein bei der Stadtverwaltung angesiedeltes Abfallwirtschaftszentrum koordiniert und gesteuert werden. Darüber hinaus wird die Stadt Moskau sukzessive eine getrennte Erfassung von Wertstoffen und Restmüll einführen und die technische Infrastruktur zur Abfallbehandlung und -beseitigung zügig ausbauen beziehungsweise modernisieren. Die Entschließung setzt in wesentlichen Teilen Empfehlungen um, die über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren in einem EU-geförderten Projekt (ERUS 9803) von Beratern der Consultingfirma BC Berlin erarbeitet wurden.
Wie BC Berlin berichtet, bildet die Entschließung des Bürgermeisters der Stadt Moskau zugleich den Auftakt zur Umsetzung einer stark von europäischen Standards geprägten Abfallpolitik für die mehr als 11 Millionen Bürger der Stadt Moskau. Ziel der neuen Abfallwirtschaftskonzeption sei es, das Entsorgungssystem für kommunale Abfälle effizienter und umweltverträglicher zu gestalten und zugleich deutlich verbesserte Rahmenbedingungen für private Investitionen aus dem In- und Ausland zu schaffen, so BC Berlin.
Schwerpunkt der neuen Abfallwirtschaftskonzeption sei es, eine zentrale Einrichtung zur Koordination der Abfallströme beim Amt für kommunale Wohnungswirtschaft zu schaffen. BC Berlin zufolge, best die Aufgabe der neuen Abfallwirtschaftsorganisation im wesentlichen darin, eine Vielzahl privater und öffentlicher Entsorger zu koordinieren und ein automatisiertes Kontroll- und Steuerungssystems für das Stoffstrommanagement einzuführen und zu verwalten. Darüber hinaus soll gewährleistet werden, daß öffentliche Zuzahlungen für die Entsorgung und Abfallbehandlung effizienter verwendet werden. Auch sollen die Entsorgungswege und -ziele verbindlich festgelegt werden. Weiter sieht der Beschluß vor, ein System zur getrennten Sammlung und Annahme von Wertstoffen zu schaffen, womit das Restabfallaufkommen um bis zu 500.000 Tonnen pro Jahr verringert werden soll.
Derzeit werden laut BC Berlin 80 Prozent der fast 3 Millionen Tonnen Siedlungsabfälle, die in Moskau jährlich anfallen, auf Deponien im Moskauer Umland verbracht. Allerdings würden lediglich zwei der genutzten Deponien den gültigen Umwelt- und Sicherheitsstandards entsprechen. Die übrigen Deponien könnten aufgrund ihrer unzureichenden technischen und organisatorischen Voraussetzungen bestenfalls als "Müllkippen" bezeichnet werden, so BC Berlin. Diesem Mißstand wolle die Stadt Moskau nun mit dem Bau zweier neuer Deponien im Süden und Westen des Moskauer Gebiets begegnen. Im Vergleich zu den sonstigen Kosten seien die Transportkosten extrem hoch, die für die Verbringung der Abfälle auf die bestehenden und neuen Deponien anfallen, die teilweise bis zu 100 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegen. Um diese Kosten zu senken, sei der Bau von fünf weiteren Umladestationen mit vorgeschalteten Sortieranlagen vorgesehen, berichtet BC Berlin.

Kontakt: BC Berlin-Consult GmbH (ein Unternehmen der Berliner Stadtreinigungsbetriebe AöR), Walter Hammann, Am Karlsbad 11, D-10785 Berlin, Tel. 030 - 254 67-303, Fax: -254 67 300, eMail: Meurer@Berlin-Consult.de, Internet: www.berlin-consult.de.



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