Mikrospiegel spürt kleinste Schadstoff-Mengen auf

Deutsche und chinesische Wissenschaftler arbeiten an optischen Miniatur-Analysesystem

Chemnitz. Bei konventionellen Analyseinstrumenten zählt die Infrarotspektroskopie zu den wichtigsten Methoden. Diese ist derzeit nur im Labor verfügbar und für die kommerzielle Nutzung zu teuer. Chemnitzer Forschungseinrichtungen arbeiten deshalb an einem besonders kompakten, preiswerten Messgerät, mit dem man beispielsweise Schadstoffe in der Luft oder in Lebensmitteln sicher und schnell ermitteln kann. In dem Projekt MOPAL das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 2,5 Millionen Euro gefördert wird, soll in den nächsten drei Jahren ein optisches Miniatur-Analysesystem entwickelt werden, das bei der Umweltüberwachung und in der Prozesskontrolle ebenso zum Einsatz kommen kann wie in der Medizintechnik. Zu den Projektpartnern gehört das Zentrum für Mikrotechnologien (ZfM) der TU Chemnitz und die Abteilung Micro Devices and Equipment Chemnitz des Fraunhofer Instituts für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM). Die beiden Chemnitzer Forschungseinrichtungen werden dabei vom BMBF mit insgesamt 600.000 Euro unterstützt.

MOPAL steht für ein modulares optisches Analysesystem, das bald in der Lage sein soll, Gase, Flüssigkeiten und Feststoffe durch die spektroskopische Messung von Licht sowohl qualitativ als auch quantitativ zu bestimmen. Eine wesentliche Besonderheit dieses zu entwickelnden Systems ist der weit ausgedehnte Spektralbereich von 0,3 bis 10 Mikrometer, der durch die Kombination von verschiedenen Modulen abgedeckt werden soll. Dieses Aufbaukonzept gewährleistet die Anpassung an verschiedenste anwendungsspezifische Anforderungen. "Damit ist das Messgerät vielfältig einsetzbar", betont Prof. Dr. Thomas Geßner, der als Professor für Mikrotechnologie das ZfM der Chemnitzer Universität und die Abteilung Micro Devices and Equipment des Fraunhofer IZM leitet.

Zu den MOPAL-Partnern gehören auch die Endress+Hauser Conducta GmbH & Co. KG aus Gerlingen und die SENTECH Instruments GmbH aus Berlin. Und mit der COLOUR CONTROL Farbmesstechnik GmbH kommt ein weiterer Partner aus Chemnitz. Darüber hinaus arbeitet das Konsortium eng mit Wissenschaftlern des Micro System Research Center der Chongqing University aus China zusammen.

Das MOPAL-Projekt kann bereits auf Vorarbeiten zurückgreifen. So haben das Chemnitzer Zentrum für Mikrotechnologien, das Fraunhofer IZM und Partner aus der Industrie einen so genannten Mikrospiegel-Monochromator für den infraroten Bereich entwickelt und chinesische Forscher haben am Micro System Research Center der Chongqing University ein Mikrospektrometer für den sichtbaren Bereich konstruiert.


Kontakt: Prof. Dr. Thomas Geßner, TU Chemnitz, Zentrum für Mikrotechnologien, D-09107 Chemnitz, Tel. 0371 - 531 31 30, Fax -531 - 3131, eMail: thomas.gessner@zfm.tu-chemnitz.de, Dipl.-Ing. Ray Saupe, Tel. 0371 - 5397-948, eMail: ray.saupe@zfm.tu-chemnitz.de, Internet: www.zfm.tu-chemnitz.de, www.izm.fraunhofer.de.



Copyright: © Rhombos Verlag (09.08.2004)
 
Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?

 

KUVB und Bayer. LUK
Ihre Partner f√ľr Sicherheit
und Gesundheit in Bayern
www.kuvb.de