Strom sparen auch mit alten Waschmaschinen möglich

Microcontroller senkt Stromverbrauch auf das Niveau eines Neugerätes

Berlin. Der Stromverbrauch von alten Waschmaschinen kann auf das Niveau von Neugeräten gesenkt werden. Die Methode, mit Hilfe eines "Mikrocontrollers" alte Waschmaschinen energieeffizient aufzurüsten, wurde in einem Kooperationsprojekt des Berliner Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) entwickelt. Die Studie steht unter www.izt.de zum kostenlosen Download bereit.

Ausrangierte Waschmaschinen haben einen großen Anteil am Elektronikschrott. Allein in Deutschland werden rund vier Millionen Maschinen jährlich ausgemustert. Würde man diese Maschinen hintereinander aufstellen, zöge sich die Schrottschlange von Dänemark bis Sizilien. Zwar ließ sich die Schrottmenge durch das Aufarbeiten alter Waschmaschinen bisher schon verringern, doch stand das Recycling gebrauchter Waschmaschinen dabei vor einem ungelösten ökologischen Problem: Die älteren Maschinen verbrauchen erheblich mehr Wasser und Strom als die neueren und sind deshalb nicht zwangsläufig umweltverträglicher als die Neugeräte.

In einem Kooperationsprojekt des Berliner IZT - Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung ist es jetzt gelungen, den Strom- und Wasserverbrauch alter Waschmaschinen deutlich zu verringern. Die entscheidende, energiesparende Neuerung heißt "Mikrocontrollersteuerung" und ersetzt das herkömmliche mechanische Programmschaltwerk.
Wird die neue elektronische Steuerung bei einer sechs bis sieben Jahre alten Waschmaschine eingebaut, sinkt der Stromverbrauch auf das Niveau eines Neugerätes. Das neue elektronische Schaltwerk hat außerdem den Vorteil, dass man es leicht den verschiedenen Waschmaschinentypen anpassen kann, so Siegfried Behrendt vom IZT zu den Vorzügen des neu entwickelten 'Mikrocontrollers.

Die Wissenschaftler kooperieren nicht nur mit Recyclingbetrieben, sondern hoffen auch, Hausgerätehersteller zu finden, deren Kundenservice die Montage eines Mikrocontrollers im Haushalt routinemäßig durchführt, sobald bei hochwertigen, langlebigen Markenwaschmaschinen das konventionelle mechanische Schaltwerk defekt ist.

Allerdings hat die neue technische Lösung derzeit noch einen wirtschaftlichen Nachteil: Solange die Mikrocontroller von Hand gefertigt werden müssen, sind die Kosten der Umrüstung für die Verbraucher nicht attraktiv. Wissenschaftler des IZT sind daher im Gespräch mit Herstellern, um eine Serienfertigung der "Mikrocontroller" anzubahnen. Siegfried Behrendt (IZT): "Ich hoffe, dass Reparaturbetriebe und Markenhersteller bald damit werben können, dass sie in der Lage sind, mechanisch noch gut funktionierende ältere Geräte mit der Computertechnik von heute zu optimieren. Das schont die Umwelt und die Kundenportemonnaies."

Das Modellprojekt wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert. Kooperationspartner waren der Verein Ökologie & Arbeit in Karlsruhe (technische Leitung), die AEG Hausgeräte GmbH, die Fachhochschule Karlsruhe und das Umweltamt der Stadt Karlsruhe.

Kontakt: IZT - Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung, Siegfried Behrendt, Schopenhauerstr. 26, D-14129 Berlin, Tel. 030-803088-10, eMail: s.behrendt@izt.de, Lorenz Erdmann, Tel. 030-803088-12, eMail: l.erdmann@izt.de, Internet: www.izt.de
Ökologie & Arbeit e. V. Impuls-Recycling, Werderstr. 82 b, D-76137 Karlsruhe, Otmar Baldas, Tel. 0721-3843705, eMail: Impuls-Recycling@t-online.de.



Copyright: © Rhombos Verlag (30.06.2004)
 
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