Optimierung der Logistik in der Recycling- und Entsorgungswirtschaft

Kosten und CO2 sparen mit Flottenmanagement und alternativen Antrieben

Ressourceneffizientes Denken ist die Basis eines jeden Recyclingprozesses. Kein Wunder also, dass dieses Thema in der Sekund√§rrohstoffbranche auch vor der eigenen Fahrzeugflotte nicht Halt machen kann. Mit dem EU-Wei√übuch Verkehr wurde der transportierenden Wirtschaft im letzten Jahr einen Leitfaden an die Hand gegeben, der bis 2050 zu einem einheitlichen europ√§ischen Verkehrsraum mit einem wettbewerbsorientierten, kohlenstoffarmen und ressourcenschonenden Verkehrssystem f√ľhren soll. Schon heute arbeitet der bvse-Ausschuss Logistik und Technik intensiv daran, zukunftsf√§hige und umweltgerechte Transport- und Verkehrsl√∂sungen f√ľr die Recyclingwirtschaft aufzuzeigen, erl√§uterte der Ausschussvorsitzende Rolf Augustin bei der diesj√§hrigen bvse-Jahrestagung in Dresden und hatte dazu Experten f√ľr das Flottenmanagement und alternative Antriebstechnik eingeladen. Dabei wurde deutlich: Nachhaltige Kraftstoffe, neue Antriebs- und Assistenzsysteme leisten nicht nur einen Umweltbeitrag sondern sorgen auch f√ľr Kosteneinsparungen bei gleichzeitiger Optimierung der Arbeitsabl√§ufe in der Recycling- und Entsorgungsbranche.

Mit Flottenmanagement Kosten senken und Abläufe optimieren
Einer der wichtigsten Aspekte f√ľr die Verwaltung eines Fuhrparks ist die Maximierung des Wirkungsgrades bei gleichzeitiger Gew√§hrleistung, dass Abholung und Lieferung p√ľnktlich und sicher ablaufen. Flottenmanagementsysteme bieten sowohl f√ľr den Disponenten als auch den Eigent√ľmer neue Werkzeuge, mit denen sichergestellt werden kann, dass die Fahrer die Fahrzeuge sicher und so effizient wie m√∂glich nutzen, wie Dr. Philipp von Witzendorff (Daimler FleetBoard GmbH) deutlich machte. Im Bereich Telematik setzt die Daimler FleetBoard seit 12 Jahren Benchmarks in der Telematikbranche. Das System ist heute schon bei einigen bvse-Mitgliedern eine wichtige Unterst√ľtzung im betrieblichen Ablauf ihrer Unternehmen.

FleetBoard liefert beispielsweise Daten √ľber einzelne Touren und die Fahrweise. Auf dieser Basis k√∂nnen zum Beispiel durch Fahrerschulungen Verbesserungen erzielt werden, die zu einem geringeren Kraftstoffverbrauch, weniger Verschlei√ü und Unfallsch√§den f√ľhren. Auch Lenk- und Ruhezeiten k√∂nnen so optimal geplant werden. Dar√ľber hinaus stellt das System auch Information √ľber den Auftragsstatus oder Fahrzeugzustand zur Verf√ľgung. Eine Anbindung an das Lohn- und Spesensystem ist ebenfalls m√∂glich. Mit dem Einsatz von Telematik lassen sich bis zu 75% der fahrzeugbezogenen Kosten beeinflussen. Allein bei den einen Gro√üteil der Kosten ausmachenden Kraftstoffkosten lassen sich bis zu 15% einsparen. Aber auch Administrations- und Prozesskosten k√∂nnen je nach Einsatz sp√ľrbar gesenkt werden. Und bei weniger Kraftstoffverbrauch wird gleichzeitig auch weniger CO2 frei. Dar√ľber hinaus erm√∂gliche das System auch Einsparungen bei Reparatur und Wartung, Versicherungen und Maut.
Gas statt Diesel ‚Äď Einsparpotenzial von 50 Prozent
Alexander Kleistner (Daimler AG, Mercedes Benz Vertrieb Deutschland) machte deutlich, dass Fahrzeuge mit Gasantrieb eine Alternative gerade auch f√ľr die Entsorgungswirtschaft sein k√∂nnen. ‚ÄěIm Vergleich zum Dieselfahrzeug k√∂nnen bis zu 50 Prozent der Kraftstoffkosten eingespart werden, sodass sich die etwas h√∂heren Anschaffungskosten schnell auszahlen‚Äú, so Kleistner. Durch den, im Vergleich zu Dieselfahrzeugen, deutlich umweltfreundlicheren Gasantrieb leisteten die gasbetriebenen Lkw von Mercedes einen Beitrag zum aktiven Umweltschutz. Mit den bis zu 50 Prozent geringeren Ger√§uschemissionen seien die Fahrzeuge auch f√ľr den st√§dtischen Einsatz nachts oder am fr√ľhen Morgen geeignet. Feinstaub und Partikelemissionen w√ľrden vermieden. Durch die geringen CO2-Emissionen seien auch Einsparungen bei der Kfz-Steuer m√∂glich.

Die Fahrzeuge k√∂nnen nicht nur mit herk√∂mmlichem Erdgas in komprimierter Form (CNG), sondern auch mit regenerativem Biogas sowie fl√ľssigem Erd- und Biogas betrieben werden. Letzteres k√∂nnte gerade ab 2015 besonders interessant werden. Aufgrund der bis dahin angestrebten fl√§chendeckenden Sammlung von Bioabfall k√∂nnte die Biogasproduktion noch einmal deutlich zunehmen. F√ľr den Kunden bleibe indes vieles wie gewohnt: Der Aufbau der Lkw sei der gleiche wie bei der Diesel-Variante und auch bei der Lebensdauer gebe es heute keinen Unterschied mehr. Von einer Nachr√ľstung von Diesel auf Gas riet der Experte jedoch ab, hier seien durch die hohen Umr√ľstkosten kaum Einsparungen zu realisieren.

Anforderungen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes f√ľr die Logistik
Neben den zuk√ľnftigen technischen Anforderungen h√§lt zudem das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) f√ľr die Branche im Bereich Logistik Neuerungen bereit. bvse-Justiziarin Eva Pollert informierte die rund 30 Teilnehmer der Ausschusssitzung deshalb √ľber die Auswirkungen des Gesetzes f√ľr den Transport von Abf√§llen. So m√ľssen Bef√∂rderer seit dem 1. Juni 2012 den Transport aller nicht gef√§hrlichen Abf√§lle (¬ß 53 KrWG) anzeigen, f√ľr gef√§hrliche Abf√§lle ist eine Erlaubnis (¬ß 54 KrWG) einzuholen. Dabei gilt es, einige Fallstricke zu beachten: Beispielsweise k√∂nnen zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe von der Erlaubnispflicht f√ľr gef√§hrliche Abf√§lle befreit sein, nicht jedoch von der Anzeigepflicht f√ľr nicht gef√§hrliche Abf√§lle. Dar√ľber hinaus sind Fahrzeuge die Abf√§lle bef√∂rdern, k√ľnftig mit einem A-Schild zu versehen.
 
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