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BDE bekrÀftigt Forderung nach einem Recyclinglabel
Der
BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und
Kreislaufwirtschaft hat anlÀsslich des in den nÀchsten Wochen erwarteten
Referentenentwurfs zur Transformation des Vergaberechts die Forderung
nach einem Recyclinglabel bekrĂ€ftigt. BDE-PrĂ€sident Peter Kurth: âEin
Recyclinglabel macht die Beschaffung einfacher und unbĂŒrokratischer. Ein
solches staatliches GĂŒtesiegel wĂ€re ein Turbo fĂŒr die Transformation.
Es ist unverzichtbar.â
Der BDE begrĂŒĂt ausdrĂŒcklich die seit einem
Jahr intensiv laufenden Vorbereitungen des Bundesministeriums fĂŒr
Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) fĂŒr ein Vergabetransformationspaket.
Kurth: "Die öffentliche Hand hat aufgrund des Beschaffungsvolumens von
allein in Deutschland ĂŒber 400 Milliarden Euro den SchlĂŒssel zur
Rohstoffwende in der Hand. Sie entscheidet maĂgeblich ĂŒber den Erfolg
der Transformation des Wirtschaftsstandorts Deutschland â hin zu mehr
Klimaschutz wie auch mehr Kreislaufwirtschaft. Der Einsatz von
Recyclingrohstoffen ist dabei nicht nur ressourcenschonend, sondern
regelmĂ€Ăig auch ein groĂer Beitrag zum Klimaschutz."
Kurth
erinnerte daran, dass der zwischen SPD, BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen und FDP im
Jahr 2021 vereinbarte Koalitionsvertrag "Mehr Fortschritt wagen" nicht
nur die Verabredungen umfasse, die öffentlichen Vergabeverfahren zu
vereinfachen und diese wie auch die Vergabe unter anderem ökologisch
auszurichten, sondern auch das Versprechen enthalte âWir fĂŒhren ein
Recyclinglabel ein". Aus Sicht des BDE könne ein solches Recyclinglabel
den Unterschied zur bisherigen Vergabepraxis machen, die aktuell meist
allein auf den Preis abstelle. Kurth: "Seit Jahren hören wir von allen
politischen EntscheidungstrÀgern wie wichtig das Instrument der
öffentlichen ökologischen Beschaffung sei. TatsÀchlich wissen wir von
RĂŒckmeldungen aus der Mitgliedschaft, dass weit mehr als 80 Prozent der
zu bearbeitenden Ausschreibungen als Zuschlagskriterium allein den Preis
wĂ€hlen. Statistiken stĂŒtzen diesen dramatischen Befund. Aus der Praxis
wissen wir: Viele Beschaffer wĂŒrden tatsĂ€chlich gerne ökologisch
beschaffen und auch einen Fokus auf Rezyklateinsatz legen. Das Problem:
Es ist schlicht zu kompliziert und zeitaufwÀndig. Ein leicht
verstĂ€ndliches staatliches Recyclinglabel, das Auskunft ĂŒber den
Rezyklateinsatz und die RecyclingfĂ€higkeit eines Produktes gibt, wĂŒrde
den Beschaffern der ökologische Einkauf erleichtern. Ein Recyclinglabel
wĂŒrde nicht zuletzt die Verabredung, die öffentlichen Vergabeverfahren
zu vereinfachen, umsetzen."
Kurth: âWir hoffen, dass möglichst
viele Akteure unsere Forderung nach einem Recyclinglabel mittragen. Die
Transformation beginnt bei jedem einzeln Akteur. Mit einem "Weiter so"
werden wir den Ansatz Weg vom Verbrauchen, Hin zum Gebrauchen zu kommen
nicht erreichen. Jedes Bremsen an dieser Stelle wĂŒrde wie ein Klammern
an der Vergangenheit und am Status Quo wirken.â
Kurth warb
auĂerdem fĂŒr eine weitere NachschĂ€rfung des § 45 KrWG: âDie durch die
Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes eingefĂŒhrte konditionierte
Bevorzugungspflicht, welche die einfache âPrĂŒfpflichtâ abgelöst hat, ist
ausÂdrĂŒcklich zu begrĂŒĂen. Sie wird aber durch die vorhandenen
Formulierungen fĂŒr die Vergabepraxis unnötig stark abÂgeschwĂ€cht (z.B.
âohne damit RechtsansprĂŒche Dritter zu begrĂŒndenâ; âkeine unzumutbaren
Mehrkostenâ etc.). Ziel muss insbesondere die tatsĂ€chliche bevorzugte
Beschaffung von Produkten mit Recyclingmaterial sein â insbesondere auch
aus Klimaschutzaspekten. Vor diesem Hintergrund muss ebenso die
allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Beschaffung klimafreundlicher
Leistungen (AVV Klima) Klimaschutzpotentiale der Kreislaufwirtschaft
abbilden.â
| Copyright: | © BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e.V. (12.12.2023) | |