So kann Kreislaufwirtschaft gelingen

Gezielte Ausschleusung von Schadstoffen erm√∂glicht R√ľckf√ľhrung von Abf√§llen in Stoffkreislauf und schont Ressourcen

+++ Am 07.05.2024 fand am Bayerischen Landesamt f√ľr Umwelt (LfU) das Bayerische Fachsymposium der Abfallwirtschaft statt. Schwerpunkte der Veranstaltung waren die abfallrechtliche Einstufung von Abf√§llen und die Entsorgung asbesthaltiger Abf√§lle.

Es wurde deutlich, dass die Abfalleinstufung zwei Hauptaufgaben hat. Zum einen bekommt der Abfall durch die Einstufung einen eindeutigen Namen, einen so genannten Abfallschl√ľssel. Insgesamt 842 Abfallschl√ľssel stehen im Abfallverzeichnis der Abfallverzeichnisverordnung (AVV) zur Auswahl. Zum anderen wird der Abfall bei der Abfalleinstufung hinsichtlich gefahrenrelevanter Eigenschaften gepr√ľft, wodurch festgestellt werden kann, ob der Abfall gef√§hrlich ist oder nicht.

Durch die Abfalleinstufung werden die im Abfall enthaltenen Schadstoffe ber√ľcksichtigt und k√∂nnen so gezielt ausgeschleust werden. Vor allem im Hinblick auf das Recycling (d.h. die stoffliche Verwertung) von Abf√§llen ist die Ausschleusung von gef√§hrlichen Stoffen wichtig, um eine R√ľckbelastung von Recyclingprodukten durch sch√§dliche Stoffe zu vermeiden. ‚ÄěDenn es geht darum‚Äú, so Dr. Richard Fackler, Vizepr√§sident des LfU ‚Äědass das Vertrauen in die Recycling-Produkte gest√§rkt wird.‚Äú F√ľr eine gelingende Kreislaufwirtschaft ist es unerl√§sslich Stoffkreisl√§ufe zu schlie√üen, indem Abf√§lle nat√ľrliche Ressourcen ersetzen.

Als besonders relevanter Schadstoff wurde im zweiten Veranstaltungsteil Asbest behandelt, welcher, auf Grund des vielseitigen Einsatzes in der Vergangenheit abfallwirtschaftlich eine gro√üe Herausforderung darstellt. Bis 1993 wurde Asbest vorwiegend in der Baubranche f√ľr zahlreiche Anwendungen eingesetzt bis die gesundheitssch√§dliche Wirkung von Asbest bekannt wurde. Hr. Dr. Surkau vom Umweltbundesministerium wies darauf hin, dass nun die Zeit sei, den Schadstoff Asbest konsequent auszuschleusen. Dies k√∂nne nicht auf zuk√ľnftige Generationen verschoben werden, da die Geb√§ude, welche vor 1993 erbaut wurden, in den n√§chsten Jahren zu Abfall w√ľrden und eine schadstoffgerechte Abfallbewirtschaftung unerl√§sslich sei.

Die Veranstaltung machte deutlich, dass bereits verbotene und beinahe vergessene Schadstoffe uns nun bei der Entsorgung von Abfällen wieder einholen und diese erschweren. Deshalb ist es notwendig, dass bereits bei der Entwicklung von Produkten die Entsorgung mitgedacht wird. +++

Im Rahmen der Veranstaltung wurden Neuerungen auf Bundes- und europ√§ischer Ebene vorgestellt, beispielsweise die geplante Einf√ľhrung neuer Abfallschl√ľssel f√ľr Lithium-Ionen-Akkumulatoren- und Batterien auf EU-Ebene um auf den k√ľnftig gr√∂√üer werdenden Abfallstrom durch die Zunahme der Elektromobilit√§t reagieren zu k√∂nnen. Zudem wurde die Methodik zur Abfalleinstufung n√§her beleuchtet und auf die frisch √ľberarbeiteten ‚ÄěTechnischen Hinweise zur Einstufung von Abf√§llen nach ihrer Gef√§hrlichkeit‚Äú hingewiesen, welche auf der Website der Bund/L√§nder-Arbeitsgemeinschaft Abfall als Hilfestellung zur Abfalleinstufung ver√∂ffentlicht wurden.

Asbest stellt abfallwirtschaftlich eine gro√üe Herausforderung dar. Man findet Asbest in Fassadenplatten an Hausw√§nden, in Abstandshaltern von Betonw√§nden, in Spachtelmassen in Deckenfugen oder in Fliesenklebern. Asbest wurde in solch zahlreichen Bereichen eingesetzt, dass Geb√§ude, welche vor 1994 errichtet wurden als potentiell asbestverd√§chtig gelten. In der Veranstaltung wurde deutlich, dass eine gr√ľndliche Schadstofferkundung im Vorfeld einer Abbruchma√ünahme unerl√§sslich ist, um die Einsatzbereiche von Asbest in einem Geb√§ude zu identifizieren und eine gezielte Sanierung oder einen kontrollierten R√ľckbau vornehmen zu k√∂nnen. Zudem weisen die Bau- und Abbruchabf√§lle ein gro√ües Potential zur Schonung der Ressourcen auf, da dieser Stoffstrom in Bayern den gr√∂√üten Abfallstrom darstellt. Durch die konsequente Ausschleusung von Asbest, k√∂nnen hochwertige Recycling-Baustoffe hergestellt werden.


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