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Verband moniert immer noch weit verbreitete falsche Entsorgung von Biomasse im Restmüll
Der
BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und
Kreislaufwirtschaft sieht in den weiter steigenden Sammelmengen bei
Bioabfällen in Deutschland eine „erfreuliche Entwicklung“. Zugleich
kritisiert der Verband jedoch, dass immer noch Bioabfälle im Restmüll
entsorgt werden.
„Es ist ein gutes Signal, dass Städte und
Gemeinden ihren Fokus bei der Getrenntsammlung von Abfällen immer
stärker auch auf Bioabfälle legen. Die Entwicklung der Sammelmengen
spricht dabei für sich. Das Potential ist aber noch lange nicht
ausgeschöpft. Salopp gesagt: da geht noch mehr“, sagte BDE-Präsident
Peter Kurth am Mittwoch in Berlin.
Zuvor hatte das Statistische
Bundesamt (Destatis) die Zahlen zum Bioabfallaufkommen für das Jahr 2020
veröffentlicht. Demnach belief sich die Gesamtmenge an Bioabfällen aus
dem Siedlungsbereich in diesem Zeitraum auf 14,4 Millionen Tonnen. Damit
ist diese Abfallmenge seit dem Jahr 2010 um knapp ein Viertel (+23,7 %)
gestiegen. Bioabfälle aus der Landwirtschaft oder dem produzierenden
Gewerbe sind dabei nicht mitgerechnet. In der Gesamtmenge enthalten sind
aber die in den privaten Haushalten kompostierten Bioabfälle. Sie haben
einen Anteil von ca. 2,6 Millionen Tonnen.
Zu den Bioabfällen
gehören die Inhalte aus der Biotonne, organische Abfälle aus Gärten und
Parks, Küchen- und Kantinenabfälle, Speiseöle und -fette sowie
Marktabfälle.
Bemerkenswert ist zudem, dass im Corona-Jahr 2020
vor allem das Aufkommen an Abfällen aus der Biotonne im Vergleich zum
Jahr 2019 stärker zugenommen hatte.
BDE-Präsident Peter Kurth:
„Mit Sicherheit haben die ersten Auswirkungen der Corona-Pandemie mit
Lockdown und Homeoffice für einen Schub bei den getrennt erfassten
Bioabfallmengen gesorgt. Dennoch ist ein Trend erkennbar, denn der
Mengenzuwachs von knapp einem Viertel über einen Zeitraum von etwas mehr
als zehn Jahren ist eine erfreuliche Entwicklung und zeigt, dass der
Wert von Bioabfällen immer besser erkannt wird. Trotzdem dürfen wir
nicht verkennen, dass deutschlandweit mit 39 Prozent der größte Anteil
im Restmüll immer noch falsch entsorgte organische Abfälle sind. Der
Schatz der Bioabfälle ist also noch lange nicht gehoben.“
Kurth
betonte, dass die Biotonne trotz entsprechend geltender gesetzlicher
Regelungen bundesweit immer noch nicht vollständig eingeführt ist. „Es
ist wirklich ein Ärgernis, dass zwar seit 2015 die Pflicht zur
Getrenntsammlung von Bioabfällen besteht, sie aber vielerorts einfach
nicht vollzogen wird,“ so der BDE-Präsident. Hier müssten Städte und
Gemeinden ihrer Pflicht endlich nachkommen. Das bedeute konkret, dass
nicht funktionierende Bringsysteme und auf Freiwilligkeit beruhende
Biotonnensysteme abgeschafft gehörten und dass in den Ausschreibungen
stärker auf die Vergärung und anschließende Kompostierung der Gärreste
gesetzt werden müsse. Gerade vor dem Hintergrund der sich anbahnenden
Energiekrise in Deutschland sei es ratsam, stärker auf Biogas zu setzen.
Derzeit werde der deutsche Gasbedarf zu einem Prozent mit Biogas
gedeckt. Diese Menge ließe sich, so Kurth, mit einem stärkeren Einsatz
von Biotonnen mindestens verdoppeln.
Der BDE-Präsident unterstrich
außerdem die Notwendigkeit der Verbraucherbeteiligung, um die
Bioabfallsammlung noch effektiver zu gestalten.
„Um noch mehr und
noch bessere Bioabfälle zu gewinnen, kommt es insbesondere auf das
Engagement der Verbraucher an. Dafür brauchen sie klare Informationen
und einen einfachen Zugang zur Sammlung. Hier engagiert sich der BDE mit
in der Aktion Biotonne Deutschland, die sich in den vergangenen Jahren
als bundesweites Netzwerk für nützliche Informationen rund um die
Sammlung von Bioabfällen etabliert hat. Mit ihrer
„28-Tage-Biotonnen-Challenge“, die am 7. November startet, wird die
Aktion Biotonne auch in diesem Jahr sachgerecht über Nutzen und
Verwendung der Bioabfälle informieren und zu noch besserer Sammlung
ermuntern,“ erklärte der BDE-Chef.
| Copyright: | © BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e.V. (07.09.2022) | |