Gehören blinkende Turnschuhe, Pappbecher oder Kreditkarten in den E-Schrott?

Elektronische Bauteile finden sich in immer mehr Produkten, die aus dem Lebensalltag nicht mehr wegzudenken sind.

Blinkende Turnschuhe, G√ľrtel mit LED-Leuchten und nat√ľrlich EC- oder Kreditkarten ‚Äď alles Produkte mit elektronischen Bauteilen. Erst k√ľrzlich hat McDonalds in Frankreich angek√ľndigt, einen Mehrwegbecher mit RFID-Chip auf den Markt zu bringen und auch in Deutschland wird diese M√∂glichkeit gepr√ľft. Doch was ist, wenn diese Produkte nicht mehr gebraucht und entsorgt werden m√ľssen? Wie entsorge ich den blinkenden Turnschuh oder den Trinkbecher mit Chip?
Gem√§√ü Elektrogesetz geh√∂ren diese Produkte tats√§chlich in den E-Schrott, wie das Umweltbundesamt auf seiner Internetseite schreibt. Es handelt sich um sogenannte Open-Scope-Elektroger√§te (Offener Anwendungsbereich). Das hei√üt: Alle elektrischen und elektronischen Ger√§te fallen unter das ElektroG und sind, wenn sie denn entsorgt werden m√ľssen, als Elektroaltger√§te zu sammeln und zu entsorgen, damit sie  einer ordnungsgem√§√üen und umweltfreundlichen Entsorgung zugef√ľhrt und so ein Beitrag zur Ressourcenschonung geleistet werden kann.
Aber ist es wirklich sinnvoll, einen Pappbecher mit Chip oder einen blinkenden Turnschuh auf dem Wertstoffhof als E-Schrott abzugeben? Nein, sagt bvse-Experte Andreas Habel. F√ľr den Diplom-Ingenieur ist das allenfalls "ein B√§rendienst f√ľr das Recycling". Diese Produkte landen schlicht im falschen Verwertungssystem, wei√ü der Experte. Elektro(nik)-Altger√§teanlagen sind in erster Linie auf die Gewinnung von Metallen und Edelmetallen ausgelegt. Daneben werden auch noch Kunststofffraktionen erzeugt. Textilien, Holzm√∂bel oder Trinkbecher k√∂nnen dort jedoch nicht zur√ľckgewonnen werden.
Trotzdem werden sie bei den zertifizierten Erstbehandlungsanlagen angeliefert. Doch können sie in diesen Anlagen nicht verwertet werden, sondern verursachen nur Aufwand und Kosten. Letztlich landet der blinkende Turnschuh zwangsläufig im Restabfall.
Nach Meinung des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung sollte hier dringend Abhilfe geschaffen werden. Diese Art von Produkten muss in geeignete Verwertungswege umgeleitet werden. Es macht keinen Sinn, sie zu Erstbehandlungsanlagen zu transportieren, die auf die Behandlung von elektrischen und elektronischen Geräten ausgelegt sind. "Ein Trinkbecker bleibt ein Trinkbecher und wird nicht zum Elektrogerät, nur weil ein Chip auf ihm klebt", so Andreas Habel.
"Die Rechtssetzung sollte sich sinnvollerweise an den technischen M√∂glichkeiten und Gegebenheiten des Recyclings orientieren und Produktentwickler sollten sich die Frage stellen, ob ihr Produkt auch f√ľr eine stoffliche Verwertung geeignet ist. Nur dann wird es auch etwas mit der Kreislaufwirtschaft. Unsinnige Einstufungen helfen da nicht weiter", zeigt sich der bvse-Experte √ľberzeugt.


Link zur Originalnachricht >>>



Copyright: © bvse-Bundesverband Sekund√§rrohstoffe und Entsorgung e.V. (29.08.2023)
 
Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?