Ăkologische Chancen des PET-Recyclings werden zu wenig genutzt
Die PET-Recycler kĂ€mpfen derzeit mit einem sehr schwierigen Marktumfeld. Darauf weist Herbert Snell, VizeprĂ€sident beim bvse-Bundesverband SekundĂ€rrohstoffe und Entsorgung fĂŒr den Bereich Kunststoffrecycling, hin. WĂ€hrend in der zweiten JahreshĂ€lfte 2012 das Mengenaufkommen von PET stark zurĂŒckgegangen sei, wurden PET-Flaschen weiter nach Fernost exportiert.
âEuropa nutzt nicht die ökologischen Möglichkeiten aus, die sich beim PET-Recycling bietenâ, kritisiert der bvse-VizeprĂ€sident. Gleichzeitig hĂ€tten die PET-Recycler in Deutschland mit hohen Energiekosten zu kĂ€mpfen, die die Position der Recyclingunternehmen im Wettbewerb mit europĂ€ischen und internationalen Konkurrenten deutlich benachteiligt. Durch die EEG Umlage verteuern sich die Produktionskosten im Vergleich zu den Wettbewerbern auĂerhalb Deutschlands erheblich.
Besorgt zeigt sich Herbert Snell, dass eine mögliche Aufhebung der Anti-Dumping Zölle fĂŒr PET-Neuware ein schwerer RĂŒckschlag fĂŒr die Branche in ganz Europa, aber insbesondere fĂŒr die deutschen PET-Recycler bedeuten könnte. Schon jetzt sehe sich der Markt fĂŒr Recycling-PET (Flakes und Granulat) einem erheblichen Druck ausgesetzt, da die Neuware gut verfĂŒgbar sei und insgesamt eine Ăberversorgung festzustellen sei.
Die Sammlung von PET FlaschenabfĂ€llen stagniert bei 50 % des europaweiten Aufkommens, hier mĂŒssen weitere Anstrengungen zur Erhöhung der Sammelmenge erfolgen. Deutschland geht hier zwar mit gutem Beispiel voran, da das Pfandsystem eine Sammelmenge von nahezu des gesamten Aufkommens sichert und das bei besserer QualitĂ€t als in den europĂ€ischen LĂ€ndern, die lediglich Haushaltssammlungen durchfĂŒhren. Die deutschen PET-Recycler leiden jedoch unter der zu schwachen europĂ€ischen Sammelquote, weil deutsche Sammelmengen ins europĂ€ische Ausland flieĂen, um dort fehlende Sammelmengen zu ersetzen.
Die kontinuierliche Nachfrage nach recyceltem PET löste in den letzen Jahren auĂerdem Investitionen in neue PET-Recyclinganlagen aus. Dies fĂŒhrt jetzt jedoch dazu, dass viele Anlagen unter 75 % ihrer KapazitĂ€t produzieren, da die PET-AbfĂ€lle (Rohstoffe) wegen unzureichender Sammelmengen fehlen. Gleichzeitig haben VerĂ€nderungen bei der PET Flaschenproduktion bewirkt, dass die Flaschengewichte reduziert wurden. Das bedeutet jedoch nichts anderes als geringere Materialausbeuten und DurchsĂ€tze bei den PET-Recyclern, und damit deutlich mehr Aufwand.
âInsofern kĂ€mpfen die PET-Recycler in Deutschland derzeit an zwei Fronten", erlĂ€utert der bvse-VizeprĂ€sident. Das rĂŒcklĂ€ufige PET-Mengenaufkommen erschwert die Auslastung der Recycling-Anlagen und die Margen fĂŒr Recycling-PET seien aufgrund der MarktverhĂ€ltnisse rĂŒcklĂ€ufig und teilweise nicht mehr auskömmlich. Insofern warnt Herbert Snell vor weiteren politischen Belastungen und fordert europaweit gröĂere Anstrengungen, um das PET-Recycling zu stĂ€rken.
âWir benötigen in Deutschland und Europa die gesamte Wertschöpfungskette, um auch weiterhin erfolgreich sein zu können. Voraussetzung dafĂŒr seien eine Steigerung der Erfassungsmenge und faire Wettbewerbsbedingungen", betont bvse-VizeprĂ€sident Herbert Snell.
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