Verwertung von BioabfÀllen 2020

Die Datenauswertung der BGK fĂŒr das Jahr 2020 bestĂ€tigt erneut eine gelebte und erfolgreiche Kreislaufwirtschaft.

In 2020 wurden in den Kompostierungs- und Biogasanlagen, die an den RAL-GĂŒtesicherungen der BGK teilnehmen, 13 Mio. Tonnen organische AbfĂ€lle und Reststoffe stofflich verwertet und zu gĂŒtegesicherten Komposten oder GĂ€rprodukten verarbeitet. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Inputmengen um etwa 200.000 Tonnen angestiegen.

Ein Blick auf die Entwicklung seit 2000 zeigt die kontinuierlich steigenden Mengen an Einsatzstoffen, die von Zeichennehmern der RAL-GĂŒtesicherungen zur Herstellung organischer DĂŒnge- und Bodenverbesserungsmittel verwendet werden (Abbildung 1).

Produktionsanlagen mit RAL-GĂŒtesicherung

Auch die Anzahl der Biogas- und Kompostanlagen, die sich einer freiwilligen GĂŒtesicherung ihrer Erzeugnisse anschließen, nimmt weiter zu. Eine Übersicht zum Stand der GĂŒtezeichenverfahren ist in Tabelle 1 dargestellt.

Kompostierung

In Kompostierungsanlagen mit RAL-GĂŒtesicherung wurden in 2020 insgesamt 7,8 Mio. Tonnen Inputmaterialien verarbeitet. Hierbei handelt es sich einerseits um Biogut aus der getrennten Sammlung von BioabfĂ€llen aus privaten Haushaltungen ĂŒber die Biotonne (49 %), andere BioabfĂ€lle (1 %) sowie um GrĂŒngut, das an Bioabfallbehandlungsanlagen separat angeliefert wird (50 %).

Die Anzahl der Kom-postanlagen, die an der GĂŒtesicherung teilnehmen, ist ebenso weiter steigend wie die verarbeiteten Inputmengen an Bio-und GrĂŒngut. Die Zahlen unterstreichen eine funktionierende Kreislaufwirtschaft sowie eine hohe Recyclingquote, die ĂŒber die getrennte Sammlung und Verwertung von BioabfĂ€llen erreicht werden kann. Der Trend zur Kombination der energetischen und stofflichen Nutzung des Bioguts ist ebenfalls ungebrochen. Durch die Vorschaltung einer VergĂ€rungsstufe vor der Kompostierung ist es möglich, das Biogut zunĂ€chst zur Energiegewinnung (Biogas) zu nutzen und im Anschluss durch die Nachkompostierung der GĂ€rrĂŒckstĂ€nde Kompost zu erzeugen, der stofflich verwertet wird. 62 gĂŒtegesicherte Anlagen betreiben derzeit kombinierte Verwertungsverfahren.

Biogasanlagen

Neben der Verarbeitung von Biogut (Biotonne) in kombinierten Biogas-und Kompostierungsanlagen werden in 'reinen' Biogasanlagen i.d.R. andere biogene Stoffe angeliefert und eingesetzt. Zu nennen sind z.B. gewerbliche Speisereste, ĂŒberlagerte Lebensmittel, Flotate und Fettabscheiderinhalte, wie sie etwa in Kofermentationsanlagen verarbeitet werden.

In den NawaRo-Biogasanlagen hingegen werden nur Energiepflanzen und WirtschaftsdĂŒnger (keine BioabfĂ€lle) verarbeitet. Einen Überblick zu den eingesetzten Inputstoffen fĂŒr die GĂŒtesicherungen GĂ€rprodukte und NawaRo-GĂ€rprodukte findet sich in den Abbildungen 2 und 3.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr in den gĂŒtegesicherten Biogasanlagen rund 5,2 Mio. Tonnen verschiedenster Inputstoffe verarbeitet.

Ein Überblick zu den verwerteten Stoffen in den Kofermentationsanlagen findet sich in Abbildung 2, fĂŒr die NawaRo-Biogasanlagen gibt Abbildung 3 einen Überblick zu den eingesetzten Materialien.

Vermarktung

Die Landwirtschaft ist nach wie vor Hauptabnehmer fĂŒr Komposte und GĂ€rprodukte (Abbildung 4). Mehr als die HĂ€lfte der erzeugten Komposte und nahezu alle GĂ€rprodukte werden als organische DĂŒngemittel im Sinne der DĂŒngemittelverordnung auf landwirtschaftlichen FlĂ€chen eingesetzt.

Erfreulicherweise hat sich in den letzten Jahren bei der landwirtschaftlichen Vermarktung von Komposten auch die Nachfrage durch ökologisch wirtschaftende Betriebe etabliert und ist hier ein zunehmendes Interesse zu verzeichnen. Hintergrund ist neben der zunehmenden Spezialisierung von Ökobetrieben ein gesteigerter Bedarf an externen organischen DĂŒngern sowie der allgemeine Anstieg an ökologisch wirtschaftenden Betrieben. Als NĂ€hrstofftrĂ€ger sowie zur Humusversorgung des Bodens sind Komposte ideal und passen im Sinne der erweiterten Kreislaufwirtschaft gut zum Ökolandbau.

Nach Anpassungen der einschlĂ€gigen Verbandsrichtlinien von Bioland und Naturland ist in diesen Betrieben inzwischen nicht nur GrĂŒngutkompost, sondern auch Biogutkompost mit ausgewiesener Eignung zulĂ€ssig und einsetzbar. Im Rahmen der RAL-GĂŒtesicherung werden geeignete Chargen im jeweiligen PrĂŒfzeugnis gesondert ausgewiesen.

Neben der Landwirtschaft, die 58 % der Komposte abnimmt, spielt die Vermarktung im Bereich der Erdenherstellung noch eine große Rolle. Hier-hin werden 21,6 % der Komposte als Substrat- oder Fertigkompost abgegeben, die i.d.R. dann als Mischkomponente zur Herstellung von Erden und Substraten eingesetzt werden. Auf diesem Weg leistet der Komposteinsatz auch einen Beitrag zur Reduzierung des Einsatzes von Torf bzw. ist wichtiger Bestandteil in der Torfminderungsstrategie.

Weitere Absatzbereiche sind der Landschaftsbau sowie der Hobbygartenbau mit Anteilen von je ca. 7%. (TJ)


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Copyright: © BundesgĂŒtegemeinschaft Kompost e.V. (01.04.2021)
 
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