Wien fördert konsequent den vorsorgenden Umweltschutz

Initiative Abfallvermeidung setzt auf Mehrweg bei Obst und Gemüsetransporten im Handel

Wien. Mehrwegtransportverpackungen bei Obst und Gemüse sind entsprechenden Einwegverpackungen ökologisch und ökonomisch überlegen. Zu diesem Ergebnis kommt das Österreichische Ökologie-Institut, das im Jahre 2004 in Zusammenarbeit mit der Stadt Wien Vor- und Nachteile von Mehrwegtransportverpackungen untersucht hatte. In einem Fortsetzungsprojekt soll nun der Handel unterstützt werden, verstärkt auf umweltverträgliche Mehrwegsysteme umzusteigen. Denn, so die Schlußfolgerungen aus einer Branchenrecherche des Instituts, "die Entscheidung, welche Transportverpackungen verwendet werden, trifft allein der Handel. Produzenten und Zwischenhändler müssen die Wünsche und Anforderungen des Handels akzeptieren." Die Handelskette Spar konnte für diese Kooperation bereits gewonnen werden. Das Unternehmen befördert eigenen Angaben zufolge bereits mehr als die Hälfte aller Obst- und Gemüsemengen in Mehrwegtransportsystemen. "Durch die Steigerung im Zuge des Projekts im letzten Jahr konnten weitere 3.500 Tonnen Einwegverpackungen und damit letztendlich Abfälle vermieden werden. Gleichzeitig sinken die Verluste durch beim Transport beschädigte Ware, was für uns nicht nur weniger Ausfall, sondern auch effizientere Warenübernahme und bessere Hygiene während des Transportes bedeutet.“, so Herbert Wandl, Leiter Zentraleinkauf Obst und Gemüse der SPAR AG.

Beim Transport von Obst und Gemüse fallen große Mengen an Verpackungsmüll an. Österreichweit sind täglich rund 6.400 Tonnen Obst und Gemüse in Bewegung, jährlich werden durchschnittlich 200 Kilogramm pro Person verbraucht. Ein Großteil des Obstes und Gemüses wird in Kartons und Kisten von Gärtnern und Gemüsebauern zu den Handelsketten und Einzelhändlern geliefert. Die Transportverpackungen werden anschließend weggeworfen.

Demgegenüber, so das Ökologie-Institut, belegen die Ergebnisse verschiedener Studien die ökologischen und auch ökonomischen Vorteile der Mehrwegtransportverpackungen. Beim systemvergleich verschiedener Transportverpackungen, ergeben sich demnach für Einwegtransportverpackungen Mehrkosten von 12 Prozent. Vergleiche man Transportverpackungen anhand eines bestimmten Produkts, "dann betragen die Mehrkosten bei Einweg immerhin noch 1,9 Prozent", so das Ökolologie-Institut. Als weitere ökonomische Vorteile von Mehrwegtransportverpackungen nennt das Institut eine Gesamtkosteneinsparung bei hoher Standardisierung, eine hohe Stabilität und mehr Sicherheit bei Transport und Lagerung, eine Reduzierung des Bruchrisikos beim Transport sowie eine optimale Auslastung der Fahrzeuge durch ein Logistiknetzwerk. Mit klappbaren MTV-Systemen könnten darüber hinaus Logistik- und Lagerkosten reduziert werden. Durch den Einsatz von Mehrwegtransportverpackungen könnten auch Einsparungen bei den Entsorgungskosten erzielt werden.

Christian Pladerer vom Österreichischen Ökologie-Institut verweist hierbei vor allem auf die hohen Umlaufzahlen von Mehrwegtransportverpackungen. Systemanbieter wie der Österreichische Kistenpool oder Steco Pool Logistics und IFCO kalkulieren demnach mit einer durchschnittlichen Lebensdauer von zehn Jahren und circa zehn Umläufen pro Jahr. Insgesamt ist der Lebensweg der Mehrwegtransportverpackungen unter optimaler Transportlogistik eindeutig als ökologisch günstiger zu werten, so das Österreichische Ökologie-Institut. Im Hinblick auf die Umweltauswirkungen von Produktion, Einsatz und Entsorgung von Transportverpackungen ergeben sich bei Mehrwegtransportverpackungen Vorteile wie die Minimierung von Energieverbrauch, die Reduzierung des Rohstoffeinsatzes (Holz, Papier) sowie ein geringerer Ressourcenverbrauch (Luft, Wasser) und weniger CO2-Emissionen. Darüber hinaus tragen Mehrwegtransportverpackungen zur Abfallvermeidung bei und weisen geringere humantoxikologische und ökotoxische Belastungen auf. Beschädigte Mehrwegtransportverpackungen können stofflich verwertet werden, das bedeutet, dass das alte Material bei der Neuproduktion von Kunststoffteilen zugesetzt wird, und so nochmals zur Ressourcenschonung beiträgt.

Kontakt: Österreichisches Ökologie-Institut für angewandte Umweltforschung, Büro Wien, Seidengasse 13, A-1070 Wien; Tel: +43.1.523 61 05; Fax: +43.1.523 58 43, eMail: oekoinstitut@ecology.at, Internet: www.ecology.at.

Initiative Abfallvermeidung Wien, Internet: www.abfallvermeidungwien.at/,
Stadt Wien, Umweltstadträtin Mag. Ulli Sima, Rathausplatz 1, A-1010 Wien, Tel. +43.1.4000 81341, eMail: ulli.sima@ggu.magwien.gv.at, Internet: www.wien.gv.at/, www.wien.gv.at/ma22/.
  
Initiative Mehrweg.at, c/o ARGE Müllvermeidung, A-8020 Graz, Kinkgasse 7, Tel. +43.0.316/712309 - 0, Fax: +43.0.316 712.309 - 9, eMail: mehrweg@arge.at, Internet: www.mehrweg.at/



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