Die Metallveredlung wird umweltverträglicher

Bundesumweltministerium fördert Umstellung auf innovatives Beizverfahren in Galvanikbetrieb

Berlin. Die Metallveredelung Emil Weiß GmbH & Co. KG in Mitwitz/Steinach in Bayern beabsichtigt, ihren Betrieb auf ein neues Beizverfahren umzustellen, das zu geringeren Umweltbelastungen führt. Der Galvanikbetrieb, der Teile für die Möbel-, Automobil- und Maschinenindustrie veredelt, will unter anderem 3.000 Kilogramm Beiz-Hilfschemikalien wie Beizenfetter, Säuren und Neutralisationsmittel einsparen und die Abwassermenge reduzieren. Bei der Umstellung unterstützt das Bundesumweltministerium (BMU) das Unternehmen mit rund 32.000 Euro aus dem "Investitionsprogramm zur Verminderung von Umweltbelastungen". Dies teilte das BMU am 13. September 2005 mit.

Das Beizen gehört in Deutschland in rund 3.000 Galvanikbetrieben, 300 Feuerverzinkereien und in zahlreichen Betrieben der Eisen- und Nichteisenmetallindustrie zu den wichtigsten Fertigungsschritten. Für die Metallveredelung benötigt man saubere Flächen, die man durch Beizen erreicht. Während des Beizverfahrens wirken starke Mineralsäuren wie Salpeter-, Schwefel- oder Salzsäure in Beizbädern auf die zu behandelnden Teile ein. Dadurch werden störende Oxidschichten abgelöst und die gewünschte metallisch blanke Oberfläche erzeugt. Dabei erhöht sich der Metallgehalt in den Bädern und die Beizwirkung lässt immer weiter nach. Deshalb ist es momentan noch nötig, die Beizbäder zweimal jährlich durch frische zu ersetzen, was zu erheblichen Umweltbelastungen führt.

Durch die Zugabe von "PRO-pHx", ein neuer Beizzusatz. der aus den USA stammt, und durch eine entsprechende Filteranlage soll bei der Emil Weiß GmbH die Standzeit der Beizbäder verlängert werden. Ziel ist, die Beizbäder nur noch einmal pro Jahr, möglichst sogar nur noch alle zwei Jahre zu wechseln.

In einer einfachen Fällungsreaktion geht "PRO-pHx" eine unlösliche Verbindung mit den störenden Eisen-Ionen ein. Die Eisenrückstände können auf diese Weise von der Säure getrennt  und mittels Pumpen und einer Filteranlage selektiv aus den Beizbädern ausgeschleust werden. Die Emil Weiß GmbH will auf diese Weise den Einsatz von Frischsäure und die Entsorgung der umweltschädlichen Altsäure jeweils um 50 bis 75 Prozent verringern. Des Weiteren entfällt der Einsatz von Beiz-Hilfschemikalien, wie Ölkohle und Beizenfetter. Derzeit fallen jährlich 105.000 Liter Altbeize zur Entsorgung an.

Nach Angaben des Bundesumweltministeriums können grundsätzlich alle Galvanikbetriebe, Feuerverzinkereien und zahlreiche Betriebe der Eisen- und Nichteisenmetallindustrie den Beizzusatz "PRO pHx" einsetzen und damit nicht nur einen erheblichen Beitrag zum Umweltschutz leisten, sondern auch einen Wettbewerbsvorteil erlangen.

Kontakt: Metallveredlung Emil Weiß GmbH & Co. KG, Angerstraße 1, D-96268 Mitwitz-Steinach, Tel. 09266.80127, Fax: -80122, eMail: info@e-weiss.de, Internet: www.e-weiss.de/, Dipl.-Kfm. Hubertus Gumpert, Geschäftsführung, eMail:   h.gumpert@e-weiss.de
Bundesumweltministerium, D-11055 Berlin, Tel. 01888.305-0, Fax -305 20 44, eMail: service@bmu.bund.de, Internet: www.bmu.de.



Copyright: © Rhombos Verlag (14.09.2005)
 
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