Flockungshilfsmittel aus Stärke

St√§rkebasierte Flockungshilfsmittel sind gegen√ľber herk√∂mmlichen Mitteln technisch mindestens gleichwertig und kostenm√§√üig deutlich √ľberlegen.

Diese sehr erfreulichen Resultate erzielten die Universit√§t Hamburg und das Clausthaler Umwelttechnik-Institut in einem gemeinsamen Forschungsprojekt an der Hamburger Hafenschlick-Aufarbeitungsanlage METHA III, das durch das Bundesministerium f√ľr Ern√§hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz √ľber dessen Projekttr√§ger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), gef√∂rdert wurde. Fest-Fl√ľssig-Trennprozesse spielen bei der Aufbereitung von Abw√§ssern und Schl√§mmen, die bei industriellen Prozessen z.B. in der Nahrungsmittelherstellung, der Metall- und Papierindustrie oder der kosmetischen und pharmazeutischen Industrie entstehen und entsorgt werden m√ľssen, eine gro√üe Rolle. Das ist auch bei der Hafenschlick-Aufbereitungsanlage METHA III der Hamburg Port Authority der Fall, die die Wasserstra√üen des Hamburger Hafens regelm√§√üig ausgebaggert. Dort werden Sand und Schlick bislang noch mit Flockungsmitteln aus synthetischen Polymeren entw√§ssert.

In dem abgeschlossenen Forschungsprojekt zeigten nun 4 Partner eine h√∂chst interessante Alternative auf: Die Firma Emsland St√§rke GmbH stellte verschiedene St√§rkederivate bereit, die an der Universit√§t Hamburg im Laborversuch getestet wurden. Als Versuchsmaterial lieferte die Hamburg Port Authority dazu Original-Hafenschlick und stellte Platz f√ľr vor-Ort-Versuche zur Verf√ľgung. Die Cutec GmbH schlie√ülich entwickelte einen Flockungsreaktor, um die Flockengr√∂√üenverteilung gezielt zu beeinflussen und zu optimieren.

Im Ergebnis stellte sich die Verwendung von kationischer St√§rke in der ersten Stufe der Anlage als besonders g√ľnstig heraus, da verglichen mit dem sonst verwendeten synthetischen Polymer nur ca. die H√§lfte des Materials ben√∂tigt wird. Aufgrund des starken Preisvorteils der St√§rke ist deren Einsatz auch in nachfolgenden Prozessabschnitten, die einen h√∂heren Materialeinsatz erfordern, zumindest kostenneutral. Die st√§rkebasierten Flockungshilfsmittel zeigten sich dar√ľber hinaus auch hinsichtlich der Anwendungseigenschaften als den synthetischen Polymeren ebenb√ľrtig oder sogar √ľberlegen. Als gro√üer Vorteil erwies sich dabei u.a. die gute Lagerf√§higkeit und Stabilit√§t der St√§rkeprodukte

Die j√§hrlich eingesetzten Flockungshilfsmittel verursachen einen Gro√üteil der Betriebskosten der Hamburger Hafenschlick-Aufbereitungsanlage. Der Einsatz von St√§rke-Flockungsmitteln er√∂ffnet somit erhebliche Einsparpotentiale. Die viel versprechenden Ergebnisse stellen zudem eine Grundlage f√ľr √úberlegungen zu weiteren Einsatzbereichen von Flockungs- und Flockungshilfsmitteln aus nachwachsenden Rohstoffen dar.
VON: NICOLE PAUL
Weitere Informationen:
http://www.fnr.de/


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