Nitratbericht 2016: Keine Entwarnung bei Gewässerbelastung

Hendricks: ‚ÄěD√ľngemittel umweltschonender einsetzen‚Äú

D√ľngemittel in der Landwirtschaft beeintr√§chtigen nach wie vor die Gew√§sserqualit√§t in Deutschland. Das zeigen die Ergebnisse des aktuellen Nitratberichts, der vorwiegend Messdaten aus landwirtschaftlich genutzten Fl√§chen erfasst. Hauptproblem bleibt der √ľberm√§√üige Einsatz von Stickstoffd√ľngern. Nitrat belastet vor allem das Grundwasser. Die Bundesregierung legt den Bericht alle vier Jahre der Europ√§ischen Kommission vor,

Fast ein Drittel der Messstellen f√ľr die Grundwasserqualit√§t wiesen zwischen 2012-2014 zu hohe Nitratwerte auf. Auch an den K√ľsten der Nord- und Ostsee gibt es kaum Anzeichen f√ľr eine Verbesserung. Die zu hohen Phosphor- und Stickstoffeintr√§ge (Eutrophierung) f√ľhren hier zu √ľberm√§√üigem Algenwachstum. Bei Seen und Fl√ľssen gehen die Eintr√§ge leicht zur√ľck.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: ‚ÄěDie intensivierte Landwirtschaft kommt uns immer wieder teuer zu stehen. Das zeigt sich gerade beim Grundwasser. Wenn es zu stark mit Nitrat belastetet ist, muss es f√ľr unsere Trinkwasserversorgung verd√ľnnt oder das Nitrat muss technisch beseitigt werden. Das treibt die Wasserkosten f√ľr alle in die H√∂he. Im Sinne des Gemeinwohls m√ľssen wir hier st√§rker als bisher gegensteuern. Daf√ľr brauchen wir jetzt versch√§rfte D√ľngeregeln. Diese haben wir 2016 auf den Weg gebracht, jetzt m√ľssen sie z√ľgig in Kraft treten.‚Äú

Der Grundwasserzustand hat sich in den vergangenen Jahren nicht wesentlich verbessert. Gegen√ľber den Messungen von 2008 bis 2011 ist der Anteil der unbelasteten oder nur gering belasteten Grundwassermessstellen zwischen 2012 bis 2014 kaum gestiegen ‚Äď prognostiziert worden war hingegen eine deutliche Verbesserung. 28 Prozent der Messstellen weisen zudem Konzentrationen auf, die den Zielwert von 50 mg/l √ľberschreiten. An Fl√ľssen und Seen wird dieser Wert fl√§chendeckend unterschritten.

Der Nitratbericht wertet erstmals auch die Eintr√§ge von Phosphor in Seen, Fl√ľsse und K√ľstengew√§sser aus, der ebenfalls durch D√ľngema√ünahmen in die Umwelt gelangt. Wie Nitrat l√∂st auch Phosphor in Gew√§ssern ein √ľberm√§√üiges, sch√§dliches Pflanzenwachstum aus, das die √Ėkologie der Gew√§sser ver√§ndert und sie auch verlanden lassen kann. Die Phosphoreintr√§ge sind zwischen 2012 und 2014 deutlicher zur√ľckgegangen.

Der angestrebte Zielwert ‚Äď hier existieren je nach Gew√§ssertyp unterschiedliche Vorgaben ‚Äď wird jedoch an ca. 65 Prozent der Messstellen an Oberfl√§chengew√§ssern √ľberschritten. Dies wirkt sich vor allem auf die deutschen Nordsee- und Ostseek√ľsten aus. In den K√ľstengew√§ssern kommt es aufgrund der hohen N√§hrstoffeintr√§ge aus den Fl√ľssen zu einem vermehrten Algenwachstum.

Die Bundesregierung hat deshalb strengere Regeln beim Einsatz von landwirtschaftlichen D√ľngern auf den Weg gebracht. Ab diesem Jahr sollen demnach bei der D√ľngeverordnung neue Vorgaben gelten, die mittelfristig zu weniger Nitrat in den Gew√§ssern f√ľhren und die Eutrophierung deutlich verringern sollen. Die parlamentarischen Beratungen zur Novelle des D√ľngegesetzes und die Verhandlungen zwischen Bund und L√§ndern zur √Ąnderung der D√ľngeverordnung m√ľssen jetzt z√ľgig finalisiert werden.

Ziel muss sein, dass Regelungspaket noch im ersten Quartal des Jahres zu verabschieden.

Den Bericht finden Sie unter www.bmub.bund.de/N49277/

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter: www.bmub.bund.de/faq-nitratbericht/

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Herausgeber: Bundesministerium f√ľr Umwelt, Naturschutz,
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Redaktion: Michael Schroeren (verantwortlich), Nikolai Fichtner,
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