Einheitliche Analysen f√ľr sauberes Trinkwasser in Europa

PTB-Wissenschaftler erhalten Auszeichnung f√ľr Konzept zur Vergleichbarkeit und R√ľckf√ľhrbarkeit von Wasseruntersuchungen

Sauberes Wasser ist f√ľr den Menschen lebenswichtig. Insbesondere wenn es zum Trinken, Kochen und zur Lebensmittelherstellung verwendet wird. Daher haben sich die EU-Mitgliedsl√§nder in mehreren Richtlinien dazu verpflichtet, ihren B√ľrgern dauerhaft sauberes Trinkwasser zu garantieren. Voraussetzung daf√ľr ist aber eine Wasseranalytik, die exakte Werte f√ľr m√∂gliche Schadstoffe liefert, die dann auch noch international vergleichbar sind. Deshalb haben Wissenschaftler der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) gemeinsam mit Forschern der Universit√§t Stuttgart (AQS BW = Analytische Qualit√§tssicherung Baden-W√ľrttemberg) und des Rheinisch-Westf√§lischen Instituts f√ľr Wasserforschung (IWW) neue metrologische Konzepte erarbeitet, wie die Vergleichbarkeit von Messergebnissen ohne zus√§tzlichen Aufwand realisiert werden kann. F√ľr diese Arbeit erhielten die Forscher im November den CITAC Award 2009.
CITAC steht f√ľr Cooperation on International Traceability in Analytical Chemistry und ist eine Vereinigung von Vertretern wichtiger Industriel√§nder aus allen Kontinenten. Ihr Ziel ist die Verbesserung der R√ľckf√ľhrbarkeit in der Chemie auf weltweiter Ebene. Die internationale Vergleichbarkeit analytischer Messergebnisse soll unabh√§ngig von Ort und Zeitpunkt ihrer Entstehung sichergestellt sein. Dies ist von entscheidender Bedeutung, wenn man einheitliche Qualit√§tsstandards f√ľr Trinkwasser in allen L√§ndern Europas erreichen m√∂chte.
National und international werden chemische Messungen in der Regel durch Ringversuche verglichen. Hierbei erhalten die teilnehmenden Labore Proben unbekannter Konzentration zur Analyse. Als gut galt ein Ergebnis bisher, wenn es m√∂glichst nah am Mittelwert der Ergebnisse aller Teilnehmer lag. Dieser so genannte Konsenswert kann von der tats√§chlichen Konzentration allerdings deutlich abweichen und eine entsprechend gro√üen Unsicherheit besitzen. Das neue Konzept zur Durchf√ľhrung von Ringversuchen von PTB, AQS BW und IWW verwendet metrologisch r√ľckgef√ľhrte Referenzwerte mit geringeren Unsicherheiten, die im Bereich von einem Prozent oder weniger liegen k√∂nnen. Diese Referenzwerte dienen als Basis f√ľr die zunehmend geforderte internationale Vergleichbarkeit von Messwerten und stehen dar√ľber hinaus den teilnehmenden Laboratorien als zuverl√§ssige Bezugspunkte zur √úberpr√ľfung der Genauigkeit ihrer Messverfahren zur Verf√ľgung.
M√∂glich wird dies durch eine sehr genaue Probenherstellung: Die Probenpr√§parationen erfolgen durch gravimetrische oder volumetrische Zugabe bestimmter Mengen des Analyten zu einem Leitungswasser (Matrix). Die Referenzwerte werden aus den zugegebenen Mengen sowie der von vornherein gegebenen Konzentration des Analyten im urspr√ľnglichen Leitungswasser ermittelt. Letzteres zu bestimmen ist allerdings wegen der meist geringen Konzentration schwierig. Es konnte nun gezeigt werden, dass die Resultate der Teilnehmer zur Ermittelung der Ausgangskonzentration des Wassers herangezogen werden k√∂nnen. Dazu wurde ein der Standardaddition √§hnliches Verfahren entwickelt, mit dem durch Extrapolation diese Ausgangskonzentrationen ohne zus√§tzlichen Arbeitsaufwand und mit ausreichend guter Unsicherheit erhalten werden.
PTB-Ansprechpartner
Detlef Schiel, Arbeitsgruppe, 3.11 Anorganische Analytik, Tel.: (0531) 592-3110,
E-Mail: detlef.schiel@ptb.de
Olaf Rienitz, Arbeitsgruppe, 3.11 Anorganische Analytik, Tel.: (0531) 592-3318,
E-Mail: olaf.rienitz@ptb.de
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Imke Frischmuth
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