Innovative Filtermedien dank Bakterien

Intelligente Filtersysteme zur wirtschaftlicheren Wasseraufbereitung, Abwasserbehandlung und zur Erschließung neuer Rohstoffquellen präsentieren Wissenschaftler vom Forschungszentrum Dresden-Rossendorf (FZD) auf der Biotechnica vom 7. bis 9. Oktober in Hannover.

Dr. Johannes Raff und Dr. Katrin Pollmann nutzen mit mit ihrem Team vom Institut f√ľr Radiochemie im FZD perfekte Vorbilder aus der Natur - Bakterien. So gibt es zum Beispiel auf Uranabfall-Halden Bakterien, die eine spezielle H√ľllschicht besitzen. Diese Schicht besteht aus Nanostrukturen, so genannten H√ľllproteinen, und sie dient dazu, giftige Metalle wie z. B. Uran am Eindringen in die Zelle zu hindern, f√ľr das √úberleben des Bakteriums wichtige Substanzen jedoch passieren zu lassen.

Sauberes Trinkwasser ist auch in hochentwickelten Industrienationen ein wichtiges Zukunftsthema geworden. Noch nicht abzusehen sind etwaige Sp√§tfolgen, die Schwermetalle oder R√ľckst√§nde von Arzneimitteln im Trinkwasser bewirken k√∂nnten. F√ľr derartige Probleme entwickeln die Wissenschaftler im FZD L√∂sungsansatze, bei denen die besonderen Eigenschaften der bakteriellen Oberfl√§chenstrukturen ausgenutzt werden. Diese k√∂nnen eingesetzt werden, um selektiv Schwermetalle aus belasteten W√§ssern zu entfernen. Desweiteren eignen sie sich zur Herstellung fotokatalytischer Schichten, mit denen R√ľckst√§nde von Arzneimitteln aus dem Wasser entfernt werden k√∂nnen, nat√ľrlich ohne Gesundheitsrisiko f√ľr den Menschen.

Zur Herstellung von biologischen Verbundmaterialien werden verschiedenste Tr√§germaterialien mit den bakteriellen H√ľllproteinen versetzt. Im Ergebnis erh√§lt man Filter, die sich f√ľr die selektive Entfernung von Metallen eignen. F√ľr die Herstellung von fotokatalytischen Schichten werden auf die Verbundmaterialien in einem zweiten Schritt Partikel (z.B. aus Zinkoxid) aufgebracht. Unter Lichteinwirkung k√∂nnen damit dann pharmazeutische Reststoffe abgebaut werden. Durch die Kombination der unterschiedlichen Methoden und verschiedener Proteine sollen Materialien hergestellt werden, die eine individuelle Wasserbehandlung erm√∂glichen.

Die Rossendorfer Forscher sehen in den nanometergro√üen und sehr regelm√§√üig angeordneten Proteinstrukturen der Bakterien einen vielversprechenden Ansatz f√ľr unterschiedlichste Anwendungen: sensorische und funktionale Schichten f√ľr die Medizintechnik, katalytisch aktive Schichten f√ľr die Chemieindustrie, nanostrukturierte Materialien f√ľr die Photovoltaik oder metallselektive Filter f√ľr Recycling-Zwecke.

Auf der Biotechnica sind Dr. Raff und seine Kolleginnen vom 7. bis 9. Oktober in Halle 9, Stand F12 anzutreffen.

Weitere Informationen:
Dr. Johannes Raff
Institut f√ľr Radiochemie
Forschungszentrum Dresden-Rossendorf (FZD)
Tel.: 0351 260 - 2951
j.raff@fzd.de

Pressekontakt:
Dr. Christine Bohnet
Presse- und √Ėffentlichkeitsarbeit
Forschungszentrum Dresden-Rossendorf (FZD)
Bautzner Landstr. 128, 01328 Dresden
Tel.: 0351 260 - 2450 oder 0160 969 288 56
Fax: 0351 260 - 2700
presse@fzd.de

Information:
Das Forschungszentrum Dresden-Rossendorf (FZD) hat das Ziel, strategisch und langfristig ausgerichtete Spitzenforschung in politisch und gesellschaftlich relevanten Forschungsthemen wie Energie, Gesundheit und Schl√ľsseltechnologien zu leisten. Folgende Fragestellungen stehen dabei im Mittelpunkt:
- Wie verhält sich Materie unter dem Einfluss hoher Felder und in winzigen Dimensionen?
- Wie k√∂nnen Tumorerkrankungen fr√ľhzeitig erkannt und wirksam behandelt werden?
- Wie sch√ľtzt man Mensch und Umwelt vor technischen Risiken?
Diese Fragestellungen werden in strategischen Kooperationen mit Forschungs- und Industriepartnern bearbeitet. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Betrieb von sechs einmaligen Gro√üger√§ten, die auch externen Nutzern zur Verf√ľgung stehen.

Das FZD wird von Bund und Land gefördert und beschäftigt mehr als 750 Personen. Bei der Auswahl neuer Mitarbeiter stehen Qualität und Internationalität an erster Stelle. Die Ausbildung von wissenschaftlichem und technischem Nachwuchs erfolgt auf hohem Niveau und in enger Zusammenarbeit mit den Hochschulen. Auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf achtet das FZD in besonderem Maße.
Weitere Informationen:
http://www.fzd.de/


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