Virtuelles Wassernetz optimiert Versorgung

Kommunen können Versorgungssicherheit und Energiebedarf bei der Wasserversorgung optimieren

Mit Hilfe eines neuen Simulationsverfahrens kann die Automatisierungstechnik eines Wassernetzes bereits in der Designphase getestet werden. Kommunen k√∂nnen so die Wasserversorgung bez√ľglich Versorgungssicherheit und Energiebedarf optimieren. Wasserwerke und Kl√§ranlagen sind gleich nach Flugh√§fen die gr√∂√üten kommunalen Energieverbraucher. Mit der neuen L√∂sung von Siemens werden alle Komponenten eines Wassernetzes noch vor Beginn der Bauma√ünahmen getestet und aufeinander abgestimmt. Dieses virtuelle Engineering verk√ľrzt die Entwicklungszeit und reduziert die Kosten f√ľr den Kunden. Wasser- und Energieverbrauch sinken, da die n√∂tigen Pumpvorg√§nge und die bereitgestellten Wassermengen ebenfalls am Modell optimiert werden. Das Verfahren eignet sich sowohl f√ľr Planung und Design als auch f√ľr die Modernisierung bestehender Wassernetze. In diesem Jahr soll ein erster Prototyp vorgestellt werden.

Mehr als f√ľnf Milliarden Kubikmeter Trinkwasser verteilen deutsche Wasserversorger Jahr f√ľr Jahr. Knapp die doppelte Menge rauscht als Abwasser durch die Kanalisation. Die Steuerung der Wasserstr√∂me hat es in sich: Zum Beispiel muss in den verschieden dicken Rohren der Wasserdruck immer in einem bestimmten Bereich liegen, Zwischenspeicher sollen nicht zu voll, aber auch nicht zu leer sein, und Pumpen d√ľrfen auf keinen Fall trocken fallen. Eine ausgekl√ľgelte Automatisierungstechnik kontrolliert den Wasserfluss mit Hilfe von Steuerger√§ten und Sensoren, die zum Beispiel Druck und Durchflussgeschwindigkeiten messen. Das neue Entwurfsverfahren soll nun schon im Vorfeld am virtuellen Prozessmodell des jeweiligen Wassernetzes sicherstellen, dass alle Komponenten wie Pumpen oder Ventile in jeder Situation zusammenspielen.

Dazu hat Siemens Corporate Technology nach Vorgaben von Siemens Industry physikalische Modelle f√ľr alle Bausteine eines Wassernetzes und Algorithmen f√ľr die Simulation der Wasserstr√∂me entwickelt. Mit dieser digitalen Bibliothek kann die reale Automatisierungstechnik eines Wassernetzes am virtuellen Prozessmodell getestet und optimiert werden. Im zweiten Schritt werden die am Computer entwickelten Steuerungsvorg√§nge auf reale Steuerger√§te √ľbertragen, am Modellnetz erprobt und verfeinert. So k√∂nnen schnell verschiedene Szenarien durchgespielt oder Ausf√§lle simuliert werden. Erst wenn sich das System als stabil erweist, wird es am realen Wassernetz in Betrieb genommen. Das neue Verfahren basiert auf dem Wassermanagementsystem SIWA PLAN von Siemens, mit dem Wassernetze zu Planungs- und Trainingszwecken sowie zur Online - Betriebsoptimierung modelliert werden.
Weitere Informationen:
 
Dr. Norbert Aschenbrenner, Corporate Communications, Corporate Technology



Copyright: © Informationsdienst Wissenschaft e.V. -idw- (27.01.2010)
 
Name:

Passwort:

 Angemeldet bleiben

Passwort vergessen?