Abfall-Innovationspreis "Phönix" 2005 für Projekt aus Wien

Hauptpreis ging an Ressourcen Management Agentur

Wien. Die Ressourcen Management Agentur (Wien) wurde am 3. Mai 2005 für ihren Wettbewerbsbeitrag als Sieger des Abfallinnovationspreises "Phönix" 2005 ausgeziechnet. Das Projekt "Abfälle bekommen ein Gesicht - Vom Artikel zum Abfall (Projekt NABKA)" besteht aus mehreren aufeinander aufbauenden Einzelprojekten. Ziel ist es, am Beispiel eines Dienstleistungsbetriebes (Krankenhaus Lainz) die Grundlagen für ein Abfall-, Umwelt-, aber auch für ein zukünftiges Ressourcenmanagement von Betrieben zu schaffen. Mit Hilfe einer Input-Output-Analyse (Güterflussanalyse) können die wichtigsten abfallrelevanten Produkte identifiziert werden. Daraus abgeleitet werden Schwachstellen ermittelt und gemeinsam mit dem Personal konkrete abfallvermeidende Umsetzungsprojekte diskutiert, initiiert und deren Umsetzung begleitet. Die Innovation besteht darin, dass die Inputflüsse mit den Outputflüssen in einer Datenbank verknüpft werden. Dadurch lassen sich die Abfallflüsse qualitativ und quantitativ beschreiben. Der Weg eines Artikels vom Einkauf bis zu seiner Entsorgung ist eindeutig nachvollziehbar und die Abfallfraktionen bekommen ein "Gesicht". Mit Hilfe der Datenbank können weitere Optimierungspotenziale erschlossen werden. Damit steht ein umfassendes Bündel von Instrumenten zur Verfügung, um langfristig einen nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen erreichen zu können.
Der Hauptpreis war mit Euro 4.000 dotiert.

Den zweiten Platz (Preisgeld Euro 2.000) errreichte das Institut für Umweltbiotechnologie, IFA Tulln (Niederösterreich), mit dem Beitrag "EVAPASSOLD - Evaluation and Preliminary Assessment of old Deposits". Dieses Projekt befasste sich mit der Erstabschätzung des Gefahrenpotenzials von kleinen Altablagerungen (maximal 50.000 Kubikmeter). Auf der Basis des umfangreichen Datenmaterials der Untersuchung von 28 ehemaligen Hausmüllablagerungen in Nieder- und in Oberösterreich wurde eine neue Methode zur Bewertung des aktuell von den Flächen ausgehenden Risikos entwickelt und evaluiert. Das neue Erstbewertungssystem liefert mit geringst möglichem Aufwand ein Ranking der Altablagerungen nach ihrem aktuellen Risikopotenzial. Somit können in der Erkundung finanzielle Ressourcen geschont werden, die dann zielgerichtet und treffsicher für das Management der Flächen verwendet werden können. Das Ergebnis ist eine Empfehlung zur Vorgangsweise bei der Erstabschätzung von kleinen ehemaligen Hausmüllablagerungen.

Das BG + BRG Wien 6, Rahlgasse erreichte den mit Euro 2.000 dotierten 3. Platz mit der Einreichung "Getränke-Pfandsystem im Schulbuffet".
Im Schuljahr 1999/2000 wurde in der gesamten Schule eine Abfalltrennung für Papier, Kunststoff und Metall eingeführt. Der Erfolg war messbar, der Restmüll ging um 10 Prozent zurück, aber das gesamte Abfallaufkommen stieg im Jahr 2001 weiter an. Vor allem die Getränkedosen und Getränkekunststoffverpackungen trugen ganz erheblich zum Gesamtabfallaufkommen bei. Daher wurden seit dem Schuljahr 2002/2003 der Verkauf von Getränkedosen eingestellt und ein Pfandsystem für die sortenreine Entsorgung von Einwegplastikflaschen eingeführt.
Jede im Schulbuffet verkaufte Getränkeplastikflasche erhält einen eigenen Stempel. Für diese Flaschen zahlen die Schüler 20 Cent Einsatz, die sie bei Rückgabe rückerstattet bekommen. Die so vom Buffet gesammelten Flaschen werden direkt zu einem Verwerter gebracht. Die Sammlung stellt eine hochwertige Kunststoffsammlung dar, die wegen ihrer Sortenreinheit stofflich verwertet werden kann.

Neben den drei Preisträgern wurden zwei weitere Initiativen mit Anerkennungsurkunden ausgezeichnet: die Einreichung "Kommunale Abfallwirtschaft - Nachhaltig Gestalten" der Firma eco4ward (Graz), die ein nachhaltiges Abfall(wirtschafts)konzept für die Steiermark entwickelte, mit dem zugleich ein Qualitätsstandard gesetzt wird, und das Projekt "Entwicklung und Umsetzung eines innovativen Mehrwegsystems zur Vermeidung von Getränke- und Snackverpackungen in einem Wiener Kino" der TPA Energie- und Umwelttechnik GmbH (Wien), ein Modellversuch zur Einführung von Mehrwegsystemen für Kinobetreiber, Veranstalter und Gastronomie.

Gerhard Jägerhuber, Vizepräsident des Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverbands (ÖWAV) und Vorsitzender der "Phönix"-Jury betonte bei der Preisverleihung, dass in Zeiten des Übergangs von der Abfall- zur nachhaltigen Stoffstromwirtschaft besondere Herausforderungen entstünden. Daher sei es besonders wichtig, zukunftsweisende Ansätze auszuzeichnen und damit einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Der "Phönix" ist eine Initiative des österreichischen Lebensministeriums (Sektion VI - Stoffstromwirtschaft, Umwelttechnik und Abfallmanagement, Leitung: SC Dr. Leopold Zahrer) gemeinsam mit dem Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV). Unterstützt wurde der "Phönix" 2005 vom ARA System, der Kommunalkredit Public Consulting GmbH, dem Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VÖEB) und der Zeitschrift "Umweltschutz" des Bohmann-Verlags Wien. (pte)

Kontakt: Mag. Fritz Randl, Österreichischer Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV), Marc-Aurel-Straße 5, A-1010 Wien, Tel. +43-1-5355720-0, Fax +43-1-5354064, eMail: randl@oewav.at, Internet: www.oewav.at



Copyright: © Rhombos Verlag (03.05.2005)
 
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