Regen gleicht Wintertrockenheit nicht aus

Wasserversorgung bleibt große Zukunftsaufgabe

Das vergangene Winterhalbjahr war zu warm und zu trocken. Die langfristige Sicherstellung der Wasserversorgung hat deshalb h√∂chste Priorit√§t. Das betonte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber heute in M√ľnchen: "Der deutlich zu trockene Winter zeigt, welche Herausforderungen der fortschreitende Klimawandel auch in Bayern bringt: Wasser wird immer kostbarer. Die Wasserversorgung in allen Regionen Bayerns zu sichern, ist eine Generationenaufgabe. Dabei wollen wir keine Zeit verlieren. Der Klimawandel wartet nicht. Mit unserer umfassenden Strategie 'Wasserzukunft Bayern 2050' gehen wir das Thema Wasserversorgung in allen Bereichen kraftvoll an." √úblicherweise findet die Grundwasserneubildung und die damit einhergehende Erholung der Grundwasserst√§nde vor allem im hydrologischen Winterhalbjahr (November bis April) statt. Noch im Herbst 2021 herrschte bayernweit eine l√§ngere Trockenperiode. In Nordbayern hatte sich die Situation auf Grund der feuchten Monate Januar und Februar 2022 zuletzt gebessert. In S√ľdbayern hingegen war das bisherige Jahr 2022 deutlich zu trocken. Vor allem der M√§rz f√§llt mit bisher drei bis vier Niederschlagstagen deutlich zu trocken aus. In der Folge unterschreiten aktuell die Messwerte zahlreicher Grundwasser- und Quellmessstellen das f√ľr diese Jahreszeit √ľbliche Niveau. In weiten Teilen Bayerns herrschen auch niedrige und in Teilen sehr niedrige Abfl√ľsse. Aktuell sind aber keine Engp√§sse bei der Wasserversorgung oder Folgen f√ľr die Gew√§sser√∂kologie in Bayern bekannt.

Um die Wasserversorgung im gesamten Freistaat dauerhaft sicherzustellen, hat das Umweltministerium die Gesamtstrategie 'Wasserzukunft Bayern 2050' erarbeitet. "Wenn die nat√ľrliche Entwicklung zur√ľckbleibt, muss der Mensch unterst√ľtzend eingreifen. Eine zentrale S√§ule ist dabei, den Norden Bayerns mit Wasser aus der Donau zu stabilisieren. Das √úberleitungssystem ist ein meisterhafter Wasserspender f√ľr Frankens Fl√ľsse", so Glauber. Das √úberleitungssystem Donau-Main versorgt derzeit planm√§√üig das Maingebiet mit Donauwasser. Hier bestehen gro√üe Kapazit√§ten: √úber 230 Millionen Kubikmeter Wasser wurden im Rekordjahr 2019 √ľbergeleitet. Seit Inbetriebnahme der √úberleitung im Jahr 1993 flossen bereits √ľber 3,5 Milliarden Kubikmeter Wasser aus dem Donauraum nach Nordbayern, das entspricht dem doppelten Volumen des Ammersees. Rund 6 Millionen Euro werden j√§hrlich in Betrieb und Unterhaltung des Systems investiert.

F√ľr eine stabile Trinkwasserversorgung in den Kommunen werden aktuell die Wasserversorgungsbilanzen fortgeschrieben. Dabei wird jede der rund 3.700 √∂ffentlichen Wasserversorgungsanlagen im Hinblick auf die Versorgungssicherheit bis zum Jahr 2050 bewertet. Das Umweltministerium f√∂rdert das Projekt mit rund 5 Millionen Euro. Allein im Jahr 2021 wurden au√üerdem in 82 Gemeinden die Wasserversorgungsanlagen mit rund 36 Millionen Euro unterst√ľtzt. Parallel dazu l√§uft ein bayernweiter Check der √ľberregionalen Wasserversorgungsstrukturen. √úber die Fernwasserversorgung wird sichergestellt, dass auch gemeinde√ľbergreifend ausreichend Wasser zugef√ľhrt werden kann. Vom Umweltministerium wurden dazu in den zur√ľckliegenden Jahren knapp 600 Kilometern Verbundleitungen mit √ľber 100 Millionen Euro gef√∂rdert.

"Wir k√ľmmern uns auch um die Gew√§sser als Lebensr√§ume", so Glauber. In der Gesamtstrategie Wasserzukunft Bayern 2050 wurde daf√ľr ein weiteres Umsetzungsprogramm "Pro Gew√§sser 2030" entwickelt. Um die Widerstandsf√§higkeit der Gew√§sser gegen√ľber Trockenheit und Niedrigwasser zu stabilisieren und um gleichzeitig die Gew√§sser√∂kologie zu verbessern, sind umfangreiche Ma√ünahmen wie Renaturierungen, Auenentwicklung und Verbesserung der Durchg√§ngigkeit vorgesehen. Weitere S√§ulen des Programms sind der Hochwasserschutz und die St√§rkung der Sozialfunktion von Gew√§ssern. Aktuelle Informationen zu Wasserst√§nden, -temperaturen und Gew√§sser√∂kologie sind zusammengefasst unter Niedrigwasser-Informationsdienst Bayern.

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Copyright: © Bayerisches Staatsministerium f√ľr Umwelt und Verbraucherschutz (03.04.2022)
 
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